Wohnbau-Geschäftsführer Ingo Kison über Erreichtes und Ziele

„Wir sind für Mühlheim da“

Noch viel vor: Wohnbau-Geschäftsführer Ingo Kison zeigt Pläne für Projekte.
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Noch viel vor: Wohnbau-Geschäftsführer Ingo Kison zeigt Pläne für Projekte.

Ingo Kison hat alle Hände voll zu tun. Der Geschäftsführer der Wohnbau GmbH und dessen hundertprozentiger Tochter, der Immoservice GmbH, lässt im Hauptquartier an der Dietesheimer Straße seine Finger von Bauplan zu Bauplan schweifen und erläutert, was die 1960 gegründete städtische Wohnungsbaugesellschaft in der Mühlenstadt in den kommenden Monaten auf die Gleise bringen wird.

Mühlheim – Die Vermietung der Wohnungen an der Ulmenstraße im Markwald ist etwa für Anfang November angepeilt. Das Ganze habe sich „ein klein bisschen verzögert“, bedauert er ebenso wie die Tatsache, dass sich dort kein Nahversorger mehr hat finden lassen. Eigentlich habe man die Nahversorgung erhalten wollen. Doch die Bemühungen um einen neuen Mieter für die rund 500 Quadratmeter Marktfläche hätten gezeigt, diese sei zu klein für die Großen und zu groß für die Kleinen, sagt der 47-Jährige. Stattdessen entstehen dort nun barrierefreie Wohnungen. Dieses seien sehr gefragt. „Die Interessenten rennen uns die Türen ein.“ Seine Vision: Die Ulmenstraße mit Kiosk, Bäcker, Friseur sowie Sitzgelegenheiten werde ein zentraler Treffpunkt für den Markwald.

„Wir identifizieren uns mit der Gemeinde und sind für Mühlheim da“

Und auch sonst hat die Wohnbau viel vor: Bis 2022 sollen 77 Prozent der mehr als 1300 Wohnungen aufs aktuelle energetische Niveau gebracht werden. Etwa die Immobilien in der Friedensstraße 66 bis 72. Neubauten sollen in der Lämmerspieler Straße 51a (23 Wohnungen) und am Talweg (60 Wohnungen) hochgezogen werden. In der Ludwigstraße 56 bis 60 wurden bereits Balkone, Fassade und Dach saniert, dazu wird dort ein neues Blockheizkraftwerk zum Heizen der Wohnungen mit Abwärme gebaut. Überhaupt sei der Plan, bis 2030 alle Objekte der Wohnbau energetisch auf den neuesten Stand zu bringen und zu sanieren.

Ob Kison dann noch Geschäftsführer der Wohnbau ist, wird sich zeigen. „Ich würde gerne den erfolgreichen Weg fortsetzen.“ Wenn die Politik das will, stehe er bereit. „Ich identifiziere mich mit der Stadt und der Aufgabe und habe ein super Team an der Seite“, sagt er, „mir gefällt’s hier gut“. Und der Chef geht mit gutem Beispiel voran. „Wir identifizieren uns mit der Gemeinde und sind für Mühlheim da, die Stadt steht für uns an erster Stelle.“ Und auch wenn Kison ein Bieberer und der OFC sein Verein ist, stellt er unmissverständlich klar: „Mir geht’s um Mühlheim.“

Anlagenwerte in acht Jahren um 85 Prozent gesteigert

2012 war der gelernte Immobilien-Kaufmann von der GBO in Offenbach zur Wohnbau gewechselt. In der Lederstadt hat er 20 Jahre das Geschäft von der Pike auf gelernt, sich dazu in Abend- und Wochenendstudien in Betriebswirtschaft in der Fachrichtung Immobilien sowie als Bilanzbuchhalter mit Schwerpunkt Unternehmenssteuerung weitergebildet. Das familiäre Umfeld bei der Wohnbau und bei der Immoservice ist genau sein Ding. „Mein Büro ist nie zu, zu mir kann jeder kommen.“ Das mache den Erfolg aus.

Und den kann er in den achteinhalb Jahren seines Wirkens durchaus vorweisen, auch wenn es – angesichts der Pandemie und der Flüchtlingswelle – auch schwierige Phasen gab. Die Wohnbau hat seit 2012 ihren Gewinn verdreifacht. Damals habe man vier Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung gehabt, nun sind es zehn Millionen pro Jahr. Die Anlagenwerte haben sich in acht Jahren um 85 Prozent gesteigert. Der Wohnungsbestand wurde um zehn Prozent erhöht, 117 neue Wohnungen gebaut, 416 saniert und dazu 206 KFZ-Stellplätze geschaffen. Auch die Quote der geförderten Wohnungen liegt aktuell mit 38 Prozent über dem Soll. „Wir sind stolz darauf, was wir in den letzten Jahren geschafft haben.“

Drei Hauptthemen stehen immer im Mittelpunkt

Der Umzug von der Elisabethen- in die Dietesheimer Straße 68 im Jahr 2016 habe sich gelohnt. Die Verwaltungen von Wohnbau und Immoservice sind dort nun unter einem Dach. „Wir sind anders als ein Investor, wir kümmern uns.“ Man versuche das auch mit Kleinigkeiten nach außen zu tragen, etwa Pralinen zum Einzug oder nach einer überstandenen Sanierung. „Das ist unsere Philosophie: Wir wollen Nettigkeit ausstrahlen“, sagt Kison.

Auch das, was andersorts bis heute nicht klappt, schafft die Wohnbau bereits seit mehr als einem Jahr: Geordnetes Arbeiten, trotz der Pandemie. „Bei uns ist die Tür zwar nicht mehr so offen, wie sie es früher war, aber wir sind top ausgestattet.“ Die 13 Mitarbeiter arbeiten im Wechsel zwischen Präsenz im Büro und Homeoffice. Man habe sich bereits im Februar des vergangenen Jahres auf die Pandemie-Situation vorbereitet, VPN-Zugänge eingerichtet und Kameras für die Mitarbeiter angeschafft. „Das klappt gut.“

Drei Hauptthemen stehen immer im Mittelpunkt der Vorhaben, betont Kison: Klimaschutz, altersgerechter Umbau und Digitalisierung. Die Aufgabe sei klar: „Wir wollen für die Stadt Geschosswohnungsbau für alle anbieten – vom Flüchtling bis zum Banker.“ (Ronny Paul)

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