Wohnbau in die Wache

Mühlheim - Das hartnäckige Fragezeichen hinter der Zukunft des ausrangierten Mühlheimer Feuerwehrhauses ist wohl bald weg.

Bürgermeister Daniel Tybussek schlägt vor, die seit dem Umzug der Retter in ihr neues Domizil leerstehende Immobilie samt Teilen des dortigen Grundstückspuzzles für 475 000 Euro an die Wohnbau zu verkaufen.

Die bisher in eigenen Wohnungen an der Elisabethenstraße residierende städtische Tochter wünscht sich das ausdrücklich. Sie hat als Grundlage längst ein Raumplanungskonzept geliefert, um sich und ihrer kleinen Dienstleistungsschwester Immoserv an der Dietesheimer Straße ein neues Hauptquartier einzurichten.

Der Kaufpreis soll in der Familie bleiben; das komplette Geld wird quasi wie ein Bumerang auf Kurzreise als Eigenkapitalaufstockung zur Wohnbau zurückkehren. Ein Buchungsposten für den 2014er Haushalt, den Tybussek als Kämmerer nach den großen Ferien vorstellen will.

Kapital aus dem Gebäude schlagen

Aber vielleicht ist ja doch noch Kapital aus dem Gebäude zu schlagen. Das Parlament soll den Magistrat beauftragen, beispielsweise in der Dienstleistungsbranche für eine Aufstockung der alten Feuerwache zu trommeln - und eine „Erweiterung für Wohnraum zu prüfen“, die einen Anbau nicht ausschließt. Ganz für sich alleine würden Wohnbau und Immoserv ihr neues Domizil zumindest nicht brauchen. 685 Quadratmeter stehen im Bedarfsplan, inklusive Archiv, Flure, Heizungsraum. Platz ist auf den beiden Etagen des Feuerwehrhauses plus Keller deutlich mehr; alleine das Erdgeschoss hat 750 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, das Obergeschoss nochmal 500. Für die freie Fläche gebe es bereits „eine Interessensbekundung einer örtlichen Metzgerei“, die neben dem Gebäude selbst auch die einstige Waschhalle, eine zugeordnete Wohnung und den Platz vorm Haus nutzen wolle. Auf weiterem Platz seien Ärzte, Büros und junge Firmen vorstellbar.

Für attraktiv hält die Wohnbau den Standort schon wegen der dann direkten Nachbarschaft zu den Stadtwerken. Da seien Synergien drin, beispielsweise im Computerbereich. Außerdem entstünde so eine „Dienstleistungszentrum der städtischen Gesellschaften in zentraler Lage“.

mcr

Rubriklistenbild: © dpa

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