Im Zauberwald auf der Pirsch

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Vom Regen nicht abschrecken ließen sich vor allem die kleinen Besucher, die beim Gartenfest in der grünen Oase in Dietesheim auch den Zauberwald erkundeten..

Mühlheim - Hinter einem großen Holzschild und allerlei hochrankenden Grünpflanzen verbirgt sich mitten in Dietesheim eine grüne Oase. Den besonders aufmerksamen Lesern dieser Zeitung dürfte durch einige Artikel bekannt sein, was hinter dem auf einem Holzschild aufgetragenen Schriftzug „Elsternest e.V.“ steckt. Von Johanna Stamm

Wer jedoch zum ersten Mal und ohne Vorwissen auf das Grundstück in der Wilhelmstraße 22 tritt, dem könnte der Eingang leicht wie der Bahnsteig 9 ¾ aus dem Universum der Harry-Potter Bücher vorkommen an dessen anderen Ende eine neue Welt zum Vorschein kommt. Die Pforten der „grünen Welt“ des Elsternests waren kürzlich allen Interessierten, Vorbeispazierenden und Freunden des Vereins zum jährlich stattfindenden Gartenfest geöffnet. Und trotz der sehr kräftigen Regenschauer erschienen kleine und große Menschen zahlreich um mitten in der städtischen Dietesheimer Natur bei Kaffee und Kuchen zu verweilen, den verwinkelten und üppigen Garten zu erkunden oder an einer der aufgebauten Stationen zu basteln und zu gärtnern. Einige geplante Aktionen wurden zwar durch den Regen verhindert, im Bauwagen allerdings waren manche Kinder eifrig damit beschäftigt Mobilés aus Naturmaterialien zu basteln und draußen im Garten beflanzten andere Kinder kleine Blumentöpfe um sie später mit nach Hause zu nehmen.

An einem großen Stand ludt die Imkerfamilie Müller zum Gespräch über Honig und Bienenwachs und zum Kauf einiger selbsterzeugter Produkte ein. Was das Elsternest mit seinen das ganze Jahr über stattfindenden Aktionen und pädagogischen Angeboten ausmacht, ist vor allem das Netzwerk aus Gleichgesinnten, Freunden und anderen Naturliebhabern und eine Offenheit allen gegenüber,die an diesem besonderen Garten Freude haben. Wenn der Mitbegründer des Vereins und Landschaftsökologe Thorsten Ehmann, der 2003 die Idee hatte das Grundstück, das sich im Besitz seiner Familie befand, in ein pädagogisches Gartenprojekt zu verwandeln, vom Elsternest erzählt, wird in seinen Worten auch ein bisschen missionarischer Eifer deutlich. Der Kräutergarten, der Teich, die Kaninchenställe und der sogenannte Zauberwald, der sich durch die hinteren Ecken der Gartenanlage schlängelt, ermöglicht es Kindern durch Spielen und eigenständiges Erkunden die Natur in ihrem Reichtum mit allen Sinnen zu erfahren. Diese in vielen Kinderalltagen fehlende Erfahrung möglich zu machen gehört zu den Grundanliegen von Thorsten Ehmann und dem Verein „Elsternest“. „Der Instinkt ist richtig“, sagt Ehmann und weißt damit auf die gute Laune hin, mit der die Menschen an diesem Tag trotz des Regens und der dunklen Wolken im Garten erschienen. Zum Spielen, zum Verweilen und zum Genießen.

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