Ins Familienzentrum des Frau-Mutter-Kind-Vereins kehrt langsam der Alltag ein

Zum Frühstückstreff mit Anmeldung

Langsam zurück in den Alltag von Frau-Mutter-Kind: die Vorstandsmitglieder Felicitas Bader-Giangrasso (von links), Cornelia Joob und die Erzieherin Tanja Böhmker.
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Langsam zurück in den Alltag von Frau-Mutter-Kind: die Vorstandsmitglieder Felicitas Bader-Giangrasso (von links), Cornelia Joob und die Erzieherin Tanja Böhmker.

Im Familienzentrum des Frau-Mutter-Kind-Vereins an der Hallgartenstraße tritt so langsam wieder Normalität ein. Seit kurzem können sich die Spielgruppen wieder treffen, ebenso startete der Miniclub neu. Im Juli soll es auch mit dem Frühstücktreff losgehen. Vertreterinnen des Vereins lassen die letzten fast anderthalb Jahre Revue passieren.

Mühlheim – Fraglich, ob sich die Kinder, die in der Gegenwart Corona erleben, als Erwachsene an viel von der Phase erinnern werden. Schließlich bestand die Malaise gerade darin, dass nichts mehr passieren konnte, so wie letztes Jahr ab März, als während des ersten Lockdowns der Kindergarten für sieben Wochen schließen musste. Das reale Leben ließ sich online nicht ersetzen.

Kinder haben sofort gelernt, trotz Masken die Mimik der Erzieherinnen zu lesen

Die Erzieherin Tanja Böhmker beobachtet, dass Kindergartenfreundschaften meist zumindest bis zum Übergang in die Grundschule halten. „Nach der langen Pause stellte sich aber für einige die Frage, ,ist das eigentlich noch mein Freund?’“ Manche Verschiebungen habe es daher gegeben.

Im Corona-Alltag hätten die Kinder sofort gelernt, trotz Masken die Mimik der Erzieherinnen zu lesen, „der Blick auf die Augen reichte ihnen“. Kinder seien ohnehin in der Lage, neue Situationen schnell anzunehmen, „niemand wirkte verängstigt“.

An der Hallgartenstraße hatte man bisher großes Glück, nicht von jetzt auf gleich die Tore schließen zu müssen, „wir hatten noch keinen Fall von Covid-19“. Sämtliche Hygienemaßnahmen hätten sich schnell eingespielt, „die Kinder hatten es sofort intus, sich die Hände zu waschen“.

Außerdem konnte sich die Kindertagesstätte im Westen Mühlheims durch die komfortablen Räumlichkeiten wesentlich besser organisieren als manch andere. Die 25 Kinder ließen sich leicht in zwei Gruppen aufteilen.

Viele Eltern dürften erleichtert sein, dass die Spielgruppentage auf dem Außengelände des Familienzentrums wieder losgehen. Dies ist ein wichtiger Treffpunkt für Mütter von Kleinkindern, um sich auszutauschen und Netzwerke zu bilden, während der Nachwuchs im Sandkasten buddelt. Geleitet werden die Gruppen nicht. „Es sind zwanglose Treffen zwischen 15 und 17 Uhr“, sagt Felicitas Bader-Giangrasso, die Kassenwartin im Verein, „wenn es ein paar Minuten länger dauert, stellen wir uns nicht mit Blick auf die Uhr vor die Frauen“.

Niemand musste Angst haben, fürs Geld nichts zu bekommen

Die Vorsitzende Cornelia Joob erzählt vom Plan, den seit einer gefühlten Ewigkeit ausgefallenen Frühstücktreff ab der ersten Juliwoche wieder starten zu lassen, „allerdings müssen sich die Leute jetzt anmelden“.

Eine wichtige Einnahmequelle von Vereinen sind Feste. Der Gewinn aus verkaufter Bratwurst und frisch gezapftem Bier hilft, die Infrastruktur am Leben zu halten. Keiner weiß, wann das wieder möglich ist. Der Frau- Mutter-Kind-Verein fand mit den Varianten von Wundertüten zu fünf und zehn Euro eine Alternative. Niemand musste Angst haben, fürs Geld nichts zu bekommen. Im Gegenteil. Hauptsächlich der örtliche Einzelhandel spendierte Gutscheine und Sachwerte im doppelten Wert des Tüteninhalts. Am Ende konnte der Verein so 1900 Euro einnehmen.

Erzieherin Tanja Böhmker erzählt die Geschichte eines Kindes, dem nach einer langen Lockdown-Phase die Mutter ankündigte, „wir machen heute einen Ausflug“. Leider musste die Frau die Hoffnung ihres Jungen enttäuschen, als der hoffnungsvoll fragte: „Ist Corona jetzt endlich vorbei?“ (Stefan Mangold)

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