Staatssekretär bringt Bescheid der Landesregierung

Zuschuss für neue Drehleiter

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Staatsekretär Michael Bußer (Zweiter von rechts) überbringt Bürgermeister Daniel Tybussek die Kunde von 204.000 Euro an Zuschuss für ein neues Drehleiter-Fahrzeug. Darüber freuen sich auch Stadtbrandinspektor Lars Kindermann (links), Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter (Mitte) und der Landtagsabgeordnete Ismael Tipi (rechts).

Mühlheim - Als Staatsekretär Michael Bußer am Samstag zum Sitz der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim an der Anton-Dey-Straße positive Finanzierungskunde aus Wiesbaden trägt, geht es auch um andere Themen als das bestellte Drehleiter-Fahrzeug. Von Stefan Mangold

Stadtbrandinspektor Lars Kindermann spricht über Pöbeleien und Gewalt, mit denen sich die ehrenamtlichen Retter auch in Mühlheim auseinander setzen müssen. Staatssekretär und Regierungssprecher Michael Bußer fühlt sich unsicher, ob er das Bonmot vor Ort nicht doch schon mal platzierte: „Lieber kommt der Onkel, der was mitbringt, als die Tante, die Klavier spielt.“ Egal, der Witz zündet. Über den Zuwendungsbescheid in Höhe von 204.000 Euro für ein neues Drehleiter-Fahrzeug des Typs DLK 23-12 dürfte sich vor allem Bürgermeister Daniel Tybussek freuen. In Summe kostet die Neuanschaffung, je nach Ausstattung, bis zu 800.000 Euro.

Insgesamt kaufen die Wehren in der Region vier Fahrzeuge des Typs, erzählt Stadtbrandinspektor Lars Kindermann am Rande. Das hängt zum einen mit den Kosten zusammen, zum anderen macht die einheitliche Beschaffung Sinn, „weil alle am gleichen Gerät ausgebildet werden“. Wenn es zur Zusammenarbeit kommt, kann jeder auch mit der Gerätschaft des anderen umgehen.

Das neue Drehleiter-Fahrzeug soll Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten in der Halle an der Anton-Dey-Straße stehen, in der sich zur Übergabe des Zuwendungsbescheids Mitglieder der Feuerwehr und Vertreter des öffentlichen Lebens eingefunden haben; darunter etwa der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi oder Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter. Bürgermeister Daniel Tybussek bedankt sich nicht nur beim Staatsekretär fürs Geld, sondern auch bei den Feuerwehrleuten für ihren ständigen Einsatz: „Sie übernehmen ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe der Kommune.“

Wie etwa vor ein paar Tagen, als es an der Industriestraße in einem Holzspäne-Silo der Schreinerei Kramwinkel brannte. Vor Ort war auch Stadtbrandinspektor Lars Kindermann. Zum Einsatz kam dabei das mittlerweile veraltete Drehleiter-Fahrzeug. Die Feuerwehrleute schlugen oben Löcher ins Silo, damit Hitze entweichen konnte. Der Stadtbrandinspektor stellt in seiner Rede die Frage, ob es unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt sinnvoll sei, so ein Fahrzeug nur alle 25 Jahre auszuwechseln. Die Erstzulassung des aktuellen stammt von 1992. Die Ersatzteilgarantie der Hersteller läuft nur über zehn Jahre. „Später müssen wir jedes Teil extra von einer Firma anfertigen lassen“, führt Kindermann aus.

Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?

Auch Michael Bußer bedankt sich bei den Feuerwehrleuten: „Sie helfen freiwillig, wenn andere in Not sind.“ Der Staatsekretär berichtet von Beobachtungen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier aus dessen Zeit als Außenminister. Als in Griechenland die Wälder brannten, halfen deutsche Wehren aus. „Dort kennt man keine Freiwilligen, die Löscharbeiten verliefen schleppend.“ Lars Kindermann spricht bei der Gelegenheit noch ein heikles Thema an. In letzter Zeit kommen Pöbeleien und tätliche Angriffe gegen Feuerwehrleute und Sanitäter immer häufiger vor. Kindermann erwähnt Vorkommnisse während des Sturmtiefs Friederike. Die Feuerwehr hatte einen Teil der Bahnhofstraße gesperrt. Das Dach eines Wohnhauses war auf den Asphalt gekracht. Durch Zufall wurde niemand verletzt.

Ein junger Anwohner, den die Helfer wegen der akuten Lebensgefahr durch lose Ziegel nicht zu seiner Wohnung ließen, beleidigte Feuerwehrleute und Polizisten aufs Übelste. Kindermann erklärt: „Wir verlassen unsere Familien, um freiwillig anderen zu helfen. Wir lassen uns das nicht mehr gefallen“.

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