Anbindung an Frankenbachgelände bringt hohen Durchgangsverkehr

ALMA kritisiert autogerechten Ausbau der Mozartstraße in Münster

Wird die Mozartstraße bald eine Vorrang-Straße für Pkw- und Busverkehr? Die ALMA hat Bedenken.
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Wird die Mozartstraße bald eine Vorrang-Straße für Pkw- und Busverkehr? Die ALMA hat Bedenken.

Münsters Alternative Liste (ALMA) kritisiert den von Bürgermeister Joachim Schledt angekündigten Ausbau der Mozartstraße zu einer Vorrang-Straße für Auto- und Lkw-Verkehr und – im Umleitungsfall – den Öffentlichen Personen-Nahverkehr.

Münster – „Klimaschutz ade in unserer Klimaschutzkommune?“ fragt sich Fraktionsvorsitzender Gerhard Bonifer-Dörr nach der kürzlich in einer Infoveranstaltung für den Bau- und Planungsausschuss vorgestellten Präsentation zur grundhaften Erneuerung und Neugestaltung der Mozartstraße. Vom beauftragten Ingenieurbüro Reitzel wurden dort drei Varianten vorgestellt, wie die neue Mozartstraße aussehen könnte.

Variante 1 stellte das Interesse von Fußgängern und Fahrradfahrern in den Vordergrund, folgt damit den Forderungen, die einer zertifizierten Klimakommune gerecht werden können – und berücksichtigt die Bedarfe für die Feuerwehr im Einsatz und die Fahrzeuge der Müllentsorgung. Variante 3 orientiert sich an den Forderungen nach möglichst gut fließendem Fahrzeug-Verkehr, um der Funktion dieser Straße als Umleitungsstrecke bei Sperrungen der Darmstädter Straße zu dienen sowie als Zugangsweg für größere Fahrzeuge bei möglichen Festen auf dem Rathausplatz. Variante 2 liegt irgendwo dazwischen.

„Wie aus der Diskussion herauszuhören war, wurde dem Ingenieurbüro von der Verwaltung die Vorgabe gemacht, die Mozartstraße als Anbindung des Frankenbach-Geländes mit einzuplanen“, moniert ALMA. Dies hätte zur Folge, dass sich ein Durchgangsverkehr entwickeln könne. Schon heute würden die Mozart- und die Richard-Wagner-Straße genutzt, um die Engstellen in der Bahnhofstraße und die Ampel an der Frankfurter Straße zu umfahren. Bei einer rein gewerblichen Nutzung des Frankenbach-Geländes würde sich diese Durchfahrtsmöglichkeit auch durch verstärkten Lkw-Verkehr hervortun. Das sei auch der Grund, warum die bisherigen Planungen und Ideen zur baulichen Entwicklung des Frankenbach-Geländes eine Anbindung durch die Göbelstraße vorgesehen hätten.

Ein Problem sehen die Alternativen im Zeitfenster bis zur Entscheidung. Die Verwaltung sehe sich unter Handlungszwang, um die angestrebte Auftragserteilung spätestens im Herbst zu realisieren. Da das beauftragte Ingenieurbüro etwa acht Wochen benötigt, um auf Basis der gewählten Variante eine Kostenschätzung sowie die genauen Ausschreibungs-Details zu erstellen, soll wohl bereits in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Parlamentes am 26. April über die endgültige Gestaltung der Mozartstraße beschlossen werden. Bonifer-Dörr: „Auch wenn kurz zuvor eine Sitzung des Ausschusses in seiner alten Zusammensetzung stattfinden würde, erscheint uns diese Zeitplanung unzureichend.“ (tm)

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