Altheimer bietet neue Heimat für Autoren aus der Region

Thomas Fuhlbrügge gründet eigenen Coortext-Verlag

Der Altheimer Thomas Fuhlbrügge hat Anfang des Jahres den Coortext-Verlag gegründet.
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Der Altheimer Thomas Fuhlbrügge hat Anfang des Jahres den Coortext-Verlag gegründet.

Der Altheimer Autor Thomas Fuhlbrügge hat einen eigenen Verlag gegründet. Der Coortext-Verlag soll Autoren aus der Region eine Heimat bieten.

Altheim – Als Autor hat sich Thomas Fuhlbrügge in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Altheim-Krimis einen Namen gemacht. Mit „Muna“ veröffentlichte er 2020 seinen bisher erfolgreichsten Roman, von dem er mittlerweile mehr als 400 Exemplare verkauft hat. Diese Zahl ist für einen Hobbyautoren eine starke, verdeutlicht aber auch: Selbst mit Büchern zu brisanten Themen, die auch überregional interessieren könnten, haben es Einzelkämpfer auf dem deutschen Markt (jährlich rund 70 000 Neuerscheinungen) schwer.

Dem setzt Fuhlbrügge, der als Lehrer an der Babenhäuser Bachgauschule arbeitet, früher in Dieburg wohnte und heute mit seiner Familie in Altheim lebt, nun etwas entgegen. Er hat für Autoren aus der Region den Coortext-Verlag gegründet.

Vierter Altheim-Krimi bereits mit eigenem Verlag veröffentlicht

„Ich denke, dass ich jetzt einen Schritt weiter bin“, sagt der 46-Jährige, der im Februar sein neustes Werk veröffentlicht hat. „Frauen brennen besser“ ist sein vierter Altheim-Krimi und sein fünfter insgesamt. Zusammen mit seinem Sohn Jannik hat Fuhlbrügge zudem mehrere Kinderbücher verfasst, darüber hinaus solo einige Kurz-Musicals, Liederbücher und religionspädagogische Abhandlungen.

Das alles hatte er zunächst über Books on Demand herausgegeben. Der Publikationsdienstleister erleichtert es gerade Einzelkämpfern und kleinen Verlagen, digitalisierte Inhalte als E-Book zu vertreiben oder erst auf Bestellung („on demand“) und damit ohne vorzufinanzierende Auflage zu drucken. Pro verkauftem Exemplar erhält der europaweit tätige Marktführer einen Anteil; Autoren können weitere Leistungen wie die Gestaltung des Einbands oder das Lektorat hinzubuchen.

Thomas Fuhlbrügge benennt Coortext-Verlag nach seiner Autorengruppe

Mit „Frauen brennen besser“ ist Fuhlbrügge erstmals einen anderen Weg gegangen. Dieses Buch ist im Coortext-Verlag erschienen, den er vor ein paar Monaten gegründet hat. Den Namen – ein Wortspiel aus „Cortex“ (Hirnrinde), „Coor“ (italienisch für „Herz“) und „Text“ – hat der Altheimer einer gleichnamigen Autorengruppe entliehen, die sich monatlich in Darmstadt trifft und der er seit einiger Zeit angehört. Der Austausch mit den anderen Schriftstellern, für die das Schreiben wie für ihn in der Regel ein ambitioniert betriebenes Hobby darstellt, habe ihn unter anderem stilistisch deutlich vorangebracht, sagt Fuhlbrügge.

Zugleich reifte aus den eigenen Erfahrungen als Autor und dem Austausch mit den Gleichgesinnten der Entschluss, künftig selbst als Verleger zu agieren. Anfang dieses Jahres gründete er den Coortext-Verlag. Ihn meldete der Altheimer nicht nur beim Gewerbeamt an, sondern auch bei seinem Arbeitgeber, wozu er als Beamter verpflichtet ist. „Das wird aber eine große Liebhaberei bleiben“, sagt Fuhlbrügge. Beruflich steht weiter die Lehrertätigkeit an erster Stelle. Und auch mit dem neuen Konstrukt wahrt er seine realistischen Erwartungen in punkto Reichweite.

Coortext-Verlag für Autoren aller Genres offen

In den vergangenen Jahren hat Fuhlbrügge über das Publizieren jedoch so viel gelernt, dass er sich zutraut, nicht nur seine eigenen Werke zu verlegen, sondern auch die anderer Autoren. Dies nutzt beispielsweise schon der Darmstädter Autor und Journalist Marc Mandel, der ebenfalls zur Coortext-Autorengruppe gehört. „Mein Verlag ist prinzipiell für Autoren aller Genres offen“, sagt Fuhlbrügge. Allerdings wolle er vor allem schreibende Männer und Frauen aus der Region vereinen, speziell aus Darmstadt-Dieburg und den anderen Kreisen Südhessens.

Auf der Website des Verlags schildert Fuhlbrügge, wie die Einreichung eines Manuskripts ablaufen soll. Generell sei es „am besten, wenn mir ein Autor sein Werk bringt, nachdem es Korrektorat und Lektorat schon durchlaufen hat“, erzählt er. Sein Verlag könne bei Fragen der Qualitätskontrolle oder der grafischen Gestaltung Hilfestellung geben, gehe mit dem Autoren auch eine vertragliche Regelung hinsichtlich des Copyrights ein. „Ganz wichtig zu wissen ist, dass dem Autoren erstmal keine Kosten entstehen“, betont Fuhlbrügge. Es würden keine Druckkosten-Zuschüsse fällig, „ich bin kein Abzocker“. Ums Geldverdienen gehe es ihm mit dem Verlag nicht: „Wenn etwas reinkommt, werden davon erstmal die Kosten gedeckt.“

„Kopfkino Südhessen“. Sammelbegriff für Bücher regionaler Autoren

Nutzen auf dem steinigen Weg kleiner Autoren zu einer größeren Leserschaft soll sein Verlag durch mehr Aufmerksamkeit via Kollektiv, gegenseitige Beratung und Bestärkung sowie gemeinsame Veranstaltungen schaffen. „Sobald es Corona zulässt, plane ich Lesungen, Präsentationen und Messestände.“ Für die Bücher regionaler Autoren hat er schon einen vermarktungstauglichen Sammelbegriff: „Kopfkino Südhessen“. Weitere Infos im Internet. (Von Jens Dörr)

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