Ausbau nach der von Anwohnern erarbeiteten Variante

Mozartstraße: Bürger-Einsatz lohnt sich

Auch wenn die Aussage „Finger weg von der Mozartstraße“ so nicht ganz ernst gemeint war, hat sich der Einsatz der Bürger gelohnt. Die Gemeindevertreter haben sich letzten Endes für die von den Anwohnern selbst ausgearbeitete und geforderte Variante 1a entschieden.
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Auch wenn die Aussage „Finger weg von der Mozartstraße“ so nicht ganz ernst gemeint war, hat sich der Einsatz der Bürger gelohnt. Die Gemeindevertreter haben sich letzten Endes für die von den Anwohnern selbst ausgearbeitete und geforderte Variante 1a entschieden.

Die Entscheidung ist getroffen: Die Mozartstraße wird nach der von den Anwohnern erarbeiteten Variante 1a ausgebaut. Damit hat sich der Einsatz der Bürger gelohnt, die in den vergangenen acht Wochen keine Ruhe gegeben und sich für ihren Wunsch eingesetzt haben.

Münster – Am Ende gab es dicken Applaus von den Besuchern. „Ich möchte mich im Namen aller Anwohner der Mozartstraße bedanken“, rief einer sogar laut. Dass die Gemeindevertreter für eine Entscheidung beklatscht werden ist ungewöhnlich. Es ist aber ein Zeichen dafür, dass sich der Einsatz der Bürger gelohnt hat.

Denn nach guten acht Wochen haben die Münsterer Gemeindevertreter einstimmig entschieden, die von den Anwohnern präferierte Ausbauvariante 1a umzusetzen und nicht die drei vom beauftragten Ingenieurbüro Reitzel aus Groß-Zimmern. Mit vielen Gesprächen, Versammlungen und einer Plakataktion haben sich die Anwohner der Mozartstraße dafür eingesetzt, dass das Frankenbachgelände nicht über ihre Straße angebunden wird. In der Öffentlichkeit haben sich vor allem die Anwohner Manfred Löbig und Levent Can, der die Variante ausgearbeitet hat, dafür stark gemacht, dass die Gemeindevertreter die Wünsche der Bürger berücksichtigen. Das haben mehrere Anwohner auch noch vor der Sitzung in der Kulturhalle getan, wo sie am Eingang mit einem Plakat mit der Aufschrift „Finger weg von der Mozartstraße! Keine Anbindung des Frankenbachgeländes – Wir fordern Ausbau der Variante 1a jetzt“ spalier standen.

Ausbau der Mozartstraße: Entscheidung nach acht Wochen und vielen Gesprächen

„Finger weg“ nahmen die Gemeindevertreter dann aber nicht ganz so ernst. Dann sei schließlich keine Sanierung der Straße möglich, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod mit einem leisen Lachen. Nach acht Wochen, die sich die vier Parteien nun intensiv mit der Mozartstraße beschäftigt und dabei auch viel mit den Anwohnern geredet haben, wollte die CDU auch gleich zu einer Entscheidung kommen, während die SPD zunächst noch einmal im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss über den Ausbau diskutieren wollte. Da es im Ausschuss keine Debatte gab, sondern die Beschlussvorlage nur ohne Empfehlung zur Kenntnis genommen worden ist, solle das Thema noch einmal im Ausschuss behandelt werden, forderte Elke Müller, Fraktionsvorsitzende der SPD.

Diesen Antrag zog die SPD schließlich aber zurück nachdem die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Monika Grimm (CDU) von ihren Gesprächen mit Bürgern mit Behinderung vorgetragen hatte und die Fraktionen sich in einer kurzen Sitzungsunterbrechung noch einmal beraten haben. Grimm machte sich in ihrem Vortrag für Variante 1a stark. Diese ermögliche den Bürgern mit Rollator, Rollstuhl oder Sehbehinderung einen weichen Übergang von den je zirka 2,10 Meter breiten Gehwegen auf die dann 5,80 Meter breite Straße. Und das ohne mehrfach die Straßenseite wechseln zu müssen, wie es bei anderen Varianten (siehe Kasten) der Fall gewesen wäre. Auch Grünflächen soll es zur Auflockerung des Straßenbildes dann geben. Dabei verwies Boris Rudolph (CDU) noch darauf, sich vorab zu informieren, welche Bäume man pflanze und wie Straße und Gehwege vor den Wurzeln geschützt werden könnten, damit man sich in einigen Jahren nicht darüber ärgere. Bestes Beispiel dafür ist die Goethestraße, wo die Wurzeln den Gehweg anheben.

Die anderen drei Varianten

Variante 1: Vorzug für Fußgänger und Fahrradfahrer (Gehwege 2,5 Meter, Fahrbahn 5 Meter)
Variante 2: Vorzug für geregeltes Parken (Gehwege 2 Meter, 2 Meter Parken, Fahrbahn 4,5 Meter)
Variante 3: Vorzug Verkehrsfluss (Gehwege 1,75 Meter, Fahrbahn 6,5 Meter)

Am Ende waren auch alle Gemeindevertreter zufrieden mit der Lösung, die schließlich auch im Sinne der Bürger getroffen wurde. „Wir haben eins sinnvolle Lösung gefunden“, freute sich Christian Steinmetz (SPD), „und das im Dialog mit den Bürgern. Das ist ein gutes Zeichen für eine gute Zusammenarbeit.“ (Von Lars Herd)

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