Altheim durchs Kameraobjektiv betrachtet

Ausstellung der Künstlergruppe "momentART"

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Die Fotografien der Künstlergruppe „momentART“ fanden bei der Eröffnung der ersten gemeinsamen Bilderausstellung viele interessierte Betrachter.

Altheim - Spektakuläre Wolkenformationen, vor denen sich die Silhouette eines winterlich kahlen Baumes wie ein Scherenschnitt abzeichnet. Mit Folie bedeckte Reihen der Spargelfelder, die im fahlen Morgenlicht wie strenge geometrische Anordnungen wirken.

Das Gesicht eines Politikers auf einem Wahlplakat – darüber ein Piktogramm, das Hundehalter darauf hinweist, dass ihre Vierbeiner dort keine Haufen hinterlassen sollen.
Die Fotografien, die die Künstlergruppe „momentART“ nun in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung im Altheimer ARThaus präsentiert, sind so vielgestaltig und besonders wie der Ort, in dem sie entstanden sind. Denn die acht Mitglieder der Gruppe beleuchteten Altheim aus unterschiedlichen Blickwinkeln, und zwar subjektiv durchs Objektiv, wie es Thomas Meier, passionierter Fotograf, Zeitungsredakteur und Dieburger formulierte. Sieben der 45 fotografischen Kunstwerke stammen von ihm. „Jeder von uns war frei in seiner Motivwahl. Dadurch gibt es mehrere Überschneidungen, die zeigen, wie unterschiedlich jeder Künstler dasselbe Motiv in Szene setzt“, sagte er vor gut 50 Gästen, die zur Ausstellungseröffnung ins ARThaus gekommen waren. So steht das ehemalige Altheimer Rathaus zwar wiederholt im Zentrum der Werke, verdeutlicht aber zugleich die unterschiedliche Betrachtungs- und Herangehensweise der Fotografen an ein und dasselbe Motiv.

Sich dem Ort fotografisch nähern, aus dem Gesamtbild Details herausarbeiten und sie unter einen neuen, künstlerischen Aspekt stellen – unter dieser Prämisse arbeiteten die Künstler. So entstanden ganz eigene Altheimer Ansichten, fotografiert von acht lokalen Künstlern, die sich im Mai vergangenen Jahres zusammengefunden haben.

Volkhard Sobota gab damals den Anstoß, eine Gruppe ins Leben zu rufen, die sich der Fotografie und ihren mannigfaltigen künstlerischen Möglichkeiten widmet. „Im ARThaus fehlte die Fotografie bis dahin, obwohl es in Altheim und im ARThaus-Verein durchaus ambitionierte und kreative Fotografen gibt“, erzählte Sobota, der knapp ein Dutzend gleichgesinnte Fotokünstler für sein Vorhaben – eine entsprechende Gruppe zu bilden – gewinnen konnte.

Heute bilden neben Volkhard Sobota und Thomas Meier Peter Panknin, Ralf Schreiner, Walter Schäfer, Walter Kirchhof, Ellen Jöckel und Susanne Rieger das Kollektiv aus Altheimer Fotografen. „Uns geht es nicht vorrangig darum, wie viele Pixel die eigene Kamera im Vergleich zu der des anderen hat. Wir möchten neben dem fachlichen Austausch auch unsere Bilder den anderen Fotografen zur Diskussion stellen“, erläuterte Peter Panknin.

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Welche Aussage und welche Emotion möchte der jeweilige Künstler mit seinem Bild transportieren? Kommt dies bei den anderen auch so an oder wird ein Werk ganz anders interpretiert? Die Fotografen im ARThaus-Verein kommunizieren also sowohl über ihre Bilder als auch durch diese. „Wir möchten uns weiterentwickeln und stellen in unserer gemeinsamen Bilderschau unsere Fotografien auch der Kritik der Betrachter“, so Panknin.

So frei die Künstler in ihrer Motivwahl auch waren, Menschen waren als Motiv für die Bilder der Ausstellung tabu. Dennoch gab es viele Altheimer Bürger zu sehen und auch zu hören. Volkhard Sobota hatte von 35 Bürgern aller Generationen, von alteingesessenen und neu zugezogenen Kommentare zu ihrem Wohnort zu einer Collage zusammengestellt. Sie stellten das vielfältige Vereinsleben, die kulturellen und sportlichen Aktivitäten sowie das Bildungsangebot im Ort vor und zeigten dabei ihre Lieblingsplätze in Altheim oder jene Stellen, die ihnen ganz persönlich wichtig sind.

Dabei wurden auch die Dinge nicht ausgespart, die es im Ort einmal gab, aber wegen mangelnden Engagements oder zu geringer Nachfrage eingestellt werden mussten. Darunter die Ortsgruppe des DRK und der Verein unabhängiger Mitfahrer. (zeta)

Die Ausstellung ist bis 25. März jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr im ARThaus in Altheim zu sehen.

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