Münster: Autohaus kauft städtisches Gelände

Renault-Beck will wachsen

Noch ist das Autohaus Beck Mieter eines Teilgrundstücks der Firma Stihl, deren Bestandsgebäude im Hintergrund in die Höhe ragen. Wo Beck jetzt ist, will Stihl in den nächsten zwei bis drei Jahren mit dem Bau eines neuen Vertriebsgebäudes beginnen. Für den Umzug des Autohauses auf das Gelände der FSV Münster haben die Münsterer Parlamentarier mit dem Beschluss von Grundstücks-Verkäufen nun einen weiteren Stein aus dem Weg geräumt.
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Noch ist das Autohaus Beck Mieter eines Teilgrundstücks der Firma Stihl, deren Bestandsgebäude im Hintergrund in die Höhe ragen. Wo Beck jetzt ist, will Stihl in den nächsten zwei bis drei Jahren mit dem Bau eines neuen Vertriebsgebäudes beginnen. Für den Umzug des Autohauses auf das Gelände der FSV Münster haben die Münsterer Parlamentarier mit dem Beschluss von Grundstücks-Verkäufen nun einen weiteren Stein aus dem Weg geräumt.

Der Umzug des Dieburger Renault-Händlers Beck auf das Vereinsgelände der FSV Münster ist mehr als „nur“ der Neubau eines Autohauses wenige Meter weiter nördlich an der Gemarkungsgrenze zweier Nachbarkommunen. Der Plan des Unternehmens korrespondiert auch mit der Standort-Entwicklung der Stihl-Vertriebszentrale im Dieburger Industriegebiet-Nord, auf deren Gelände das Autohaus Beck derzeit noch Mieter ist. Zudem bringt das Vorhaben sowohl der Freien Sportvereinigung als auch der Gemeinde Münster viel Geld ein. In der letzten Parlamentssitzung des Jahres haben die Gemeindevertreter den Verkauf mehrerer Grundstücke an Beck beschlossen. Auch die Verkehrsführung zeichnet sich inzwischen klarer ab.

Münster - Kurios, wenngleich vielen seit Jahren bekannt: Das Gelände der FSV Münster befindet sich auf Dieburger Gemarkung. So ist beispielsweise der Betreiber des FSV-Biergartens in Dieburg steuerpflichtig. Trotzdem besitzt die Gemeinde Münster auch auf Dieburger Gemarkung mehrere Areale, die nun zugunsten des neuen Autohauses veräußert wurden. Schon vor ein paar Wochen hatte sich der Verein mit Beck auf das Grundstücksgeschäft geeinigt. Hierbei ging es im Wesentlichen um die Fläche, die aktuell noch das südliche der beiden Naturrasen-Großfelder einnimmt. Auch perspektivisch sieht die FSV Münster, in deren Vereinsleben der Fußball zurzeit nur eine kleine Rolle spielt, für zwei Großfelder keinen Bedarf mehr. Zugleich begreifen die „Freien“ den Grundstückserlös als Chance, ihr Vereinsheim und vor allem die Sporthalle zu modernisieren. In letzterer will man nach der Erneuerung etwa des Bodens zusätzliche Sportangebote machen und auf diese Weise Mitglieder gewinnen (wir berichteten mehrfach).

Die Münsterer Parlamentarier machten den Weg zum neuen Autohaus Beck einstimmig frei – im wahrsten Wortsinn. Denn ohne die fünf Einzelareale, deren Verkauf man beschloss, wäre das Vorhaben nicht zu realisieren gewesen. Insgesamt geht es um 4 347 Quadratmeter Gemeindegrund, den bisher die FSV als Erbpächter genutzt hatte. Die Erbpachtverträge zu den fünf Arealen werden mit dem Abschluss des Kaufvertrags gekündigt, was im Sinne aller Beteiligten ist. Jetzt muss der Verkauf nur noch formal vollzogen werden. Ob des zwischen dem Münsterer Hauptamt und dem Autohaus vereinbarten Quadratmeterpreises von 85 Euro fließen der Gemeinde fast 370 000 Euro zu.

Den Zeitplan des Umzugs des Autohauses gibt auch die Firma Stihl mit vor. Laut Heribert Benteler, Geschäftsführer der rechtlich eigenständigen Dieburger Vertriebszentrale des Waiblinger Garten-, Bau- und Forstgeräte-Konzerns, will man „innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre“ mit dem Bau der neuen Vertriebszentrale in jenem Bereich beginnen, wo jetzt noch das Autohaus Beck steht. Vom Tisch scheint derweil die direkte Anbindung des neuen Autohauses an die Frankfurter Straße. Frank Haus (parteilos), Dieburger Bürgermeister, berichtet unter anderem von Gesprächen mit der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil, die Bedenken habe. Beispielsweise die gegenüberliegende Ab- und Auffahrt zur B 45, vor allem aber der Rad- und Fußweg, den die Kunden des Autohauses Beck bei einer Andienung von der (an dieser Stelle noch auf Dieburger Gemarkung liegenden) Hauptstraße aus kreuzen würden, sprächen gegen diese Variante. Lediglich während der Bauphase könne man sich im Dieburger Rathaus eine temporäre Zufahrt von der Frankfurter Straße aus vorstellen.

Stattdessen favorisiere die Stadt die Anbindung über den Kreisel am Münsterer Edeka-Markt, wo entlang der Westseite des FSV-Geländes eine Straße gebaut werden müsste, um die Kunden von der Rückseite zum Autohaus zu bringen. Derzeit befindet sich dort nur ein Feldweg.

(Von Jens Dörr)

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