Bald virtueller Startschuss fürs Stadtradeln

Klimakommune Münster ruft ohne Auftaktveranstaltung und Preisverteilung zur Teilnahme auf

Solch ein Massenansturm zum Stadtradeln wie beim Volksradfahren wird es in Münster zu Corona-Zeiten dieses Jahr eher nicht geben.
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Solch ein Massenansturm zum Stadtradeln wie beim Volksradfahren wird es in Münster zu Corona-Zeiten dieses Jahr eher nicht geben.

In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Vom 5. bis 25. September nimmt die Klimaschutzkommune Münster wiederholt an der internationalen Aktion „Stadtradeln“ des Klima-Bündnis teil. In diesem Jahr steht natürlich auch diese Kampagne – wie derzeit all unsere Lebensbereiche – unter dem Zeichen der Corona-Krise. „Radfahren ist aber gerade in diesen Zeiten ideal“, heißt es aus dem Rathaus.

Münster – Die Aktion „Stadtradeln“ setzt ein Zeichen für mehr Radverkehr und gegen den fortschreitenden Klimawandel. Als Klimaschutzkommune ist die Gemeinde das dritte Jahr in Folge dabei. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie natürlich alles etwas anders: So wird es keine große Auftaktveranstaltung wie bei der ersten Teilnahme und auch keine Preisverleihung geben.

Eine komplette Absage der weltweiten Aktion habe aber nie zur Debatte gestanden, wie Kampagnenleiter André Muno vom Klima-Bündnis erläutert: „Das Fahrrad ist das derzeit sinnvollste Verkehrsmittel und ermöglicht den Menschen, die verbleibenden Alltagswege mit einem vergleichsweise geringen Infektionsrisiko zurückzulegen. Zudem fördert das Fahrrad die Gesundheit und hilft dabei, der mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens einhergehenden Langeweile entgegenzuwirken, ohne dass es dabei zu engem zwischenmenschlichen Kontakt kommt.“

Auch das Erleben von Gemeinschaft ist dieses Jahr ein wichtiges Thema für die Kampagne. In Zeiten von Kontaktsperren ist das gemeinsame Sammeln von Fahrradkilometern in digitalen Teams eine gute Möglichkeit, den aktuellen Einschränkungen ein bisschen davon und einem Ziel entgegen zu radeln. „Zudem stärkt Radfahren das Immunsystem und rüstet uns somit für den bevorstehenden Herbst“, befinden die Verantwortlichen.

Wo genau die Kilometer zurückgelegt werden, ist egal: Die kurze Fahrt zum örtlichen Bäcker zählt ebenso wie die ausschweifende Mountainbike-Tour im Alpen-Urlaub.

Im vergangenen Jahr traten in Münster 276 Teilnehmer in die Pedale und legten zusammengerechnet genau 55 393 Kilometer zurück – das entspricht einer Strecke von deutlich mehr als dem Erdumfang – rund 40 000 Kilometer. Gleichzeitig sparten Radler auf diese Weise rein rechnerisch acht Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 ein. Deutschlandweit beteiligten sich 2019 über 400 000 Menschen aus 1 127 Kommunen an der Kampagne und legten mehr als 77 Millionen Kilometer auf dem Fahrrad zurück.

Anmeldungen sind ab sofort unter dem Link stadtradeln.de/muenster-hessen möglich. Teilnehmen kann jeder, der in Münster wohnt, arbeitet, zur Schule geht oder einem Verein angehört. Vereine, Schulklassen, Firmen, Familien, Stammtische oder Parteien können Teams gründen oder bereits bestehenden Mannschaften beitreten.

Auch für Kommunalpolitiker gibt es ein eigenes Team, das auf fleißige Radler/innen wartet. Wenn dann am 5. September der – in diesem Jahr leider nur virtuelle – Startschuss fällt, lassen sich die geradelten Kilometer nachträglich über die Webseite eintragen oder direkt über eine App per GPS tracken.

Die „Stadtradeln“-App steht für iOS- und Android-Geräte kostenlos zum Download bereit.  (tm)

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