Tanzende Wiederholungstäter

Beim Pfingstball keine Wünsche offen  

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In der Münsterer Kulturhalle kamen rund 230 Gäste zum Pfingstball zusammen.

Münster - Tanzbälle in der Region sind selten geworden. Daher verwundert es auch nicht, dass zum Pfingstball in Münsters Kulturhalle viele Paare auch von auswärts kamen.

Das Tanzen ist als Freizeitbeschäftigung landauf, landab wieder im Trend. Tanzschulen verzeichnen Zuwächse – sowohl bei jenen, die vor längerer Zeit schon einmal getanzt, es dann aber wieder aufgegeben haben, als auch bei jungen Tanzanfängern. Im Fernsehprogramm erzielen Tanzshows und -wettbewerbe beachtliche Einschaltquoten, erfreuen sich die Zuschauer an den eleganten Bewegungen und prächtigen Roben der Tanzpaare.

Als gepflegtes gesellschaftliches Ereignis muss sich das Tanzen jedoch erst neu etablieren. Gab es früher übers Jahr zahlreiche Bälle, bei denen Tanzpaare in Abendgarderobe und bei festlicher Atmosphäre ihrer Tanzleidenschaft nachgehen konnten, muss man dazu heute weit fahren. So kamen zum Pfingstball der Gemeinde Münster auch viele Gäste aus dem benachbarten Landkreis Offenbach, aus dem Odenwaldkreis und sogar aus Frankfurt.

Die weite Anreise lohnte sich: in der Kulturhalle erwartete die Gäste zunächst ein Sektempfang, bei dem sich Gäste und auch Veranstalter auf den Abend einstimmten. Mit der Big Band des TV Münster hatte Lena Brunn – in der Münsterer Verwaltung für die kulturellen Angebote zuständig – ein Orchester engagiert, das den Geschmack der 230 Gäste perfekt traf.

Unter Leitung des Dirigenten Armin Obert wartete die TV-Big-Band mit einem musikalischen Repertoire auf, das keinesfalls nur eine kleine Auswahl an Standard-Tänzen zuließ. Vielmehr konnten die Paare neben Foxtrott und Langsamem Walzer auch anspruchsvollere und abwechslungsreichere Tanzschritte aufs Parkett legen.

Auch dies ist für Heidi und Uwe Franz aus Münster ein Grund gewesen, zu „Wiederholungstätern“ zu werden, wie das Paar schmunzelnd erzählt. Zum dritten Mal sind sie beim Münsterer Pfingstball zu Gast. „Wir haben vor etwa 30 Jahren mit dem Tanzen begonnen, dann aber eine Pause eingelegt“, erzählt Heidi Franz. Vor einigen Jahren haben beide ihre Leidenschaft fürs Tanzen neu entdeckt, sind inzwischen in einem Tanzclub in Dieburg und froh, dass es einen Ball wie jenen in Münster gibt.

„Tanzen ist eine Art Gesamtpaket aus mehreren Elementen“, schildert Uwe Franz. Natürlich gehörten die Bewegung und ein gewisser sportlicher Aspekt dazu. „Aber das Tanzen auf einem Ball hat auch eine gesellschaftliche Relevanz.“ Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft kommen zusammen, begegnen sich in gepflegter Atmosphäre und genießen einen Abend unter Gleichgesinnten. Die geistreiche und humorvolle Moderation von Christian Lotz tat ihr übriges zu einem gelungenen Tanzball.

„Zu einem Ball gehört auch eine gewisse Vorbereitung. Man sucht eine schöne, passende Abendgarderobe aus, entscheidet sich für eine festliche Frisur und bindet das eigentliche Ereignis in einige Rituale“, weiß Lena Brunn. Auch die Gemeinde berücksichtigt dies und erweitert beispielsweise die Garderobe um die Möglichkeit, die Straßenschuhe dort abgeben zu können. Denn alle Tanzpaare haben natürlich spezielle Tanzschuhe, die nur auf dem Parkett getragen werden.

Da die Gemeinde auch Tanzschulen explizit zum Pfingstball einlädt, kommen die Tänzer von dort gern in größeren Gruppen. „In der Vergangenheit gab es häufig das Problem, dass die Gruppen nicht an einem Tisch sitzen konnten, da wir keine Möglichkeit zur Reservierung hatten“, sagt Brunn. Inzwischen kann man vorab online Sitzplätze buchen. Ein Service, der Heidi und Uwe Franz besonders gefällt. Auch sie sind mit einer größeren Gruppe zum diesjährigen Pfingstball gekommen.

„Und das werden wir auch in den nächsten Jahren fortsetzen“, ist sich das tanzbegeisterte Ehepaar auf jeden Fall einig. (zeta)

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