An der Kennedy-Schule reichen die Bestandsplätze noch aus

Betreuung für alle Grundschüler

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An der Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule nehmen viele der betreuten Kinder ihr Mittagessen ein. Die Betreuung wird hier vom Förderverein sowie der Gemeinde und Eltern finanziert.

Dieburg/Münster/Eppertshausen - Das sind gute Nachricht für die Eltern: In Dieburg können alle Grundschüler betreut werden, an Münsters Kennedy-Schule reichen die Bestandsplätze noch aus. Neuer Träger für die Betreuung ist die DADI gGmbH. Von Jens Dörr 

Bei zehn Grundschulen in der Region übernimmt der Landkreis Darmstadt-Dieburg derzeit noch die Trägerschaft für die Betreuung. Unter ihnen sind auch die Marienschule und die Gutenbergschule in Dieburg sowie die John-F.-Kennedy-Schule in Münster. Andere Grundschulen gehen hinsichtlich der Schülerbetreuung, insbesondere wichtig in den Nachmittagsstunden nach Schulschluss, eigene Wege, wie etwa die Stephan-Gruber-Schule in Eppertshausen.

Zum 1. August dieses Jahres und damit knapp zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahrs 2017/18 gehen die betreuenden Grundschulen beim Kreis neu in die Trägerschaft der Betreuung DaDi gGmbH über. In der Vergabe der Betreuungsplätze gibt es, in Dieburg in größerem und in Münster in kleinerem Maße, derzeit allerdings noch Anlaufschwierigkeiten.

Mehrere Eltern kritisieren, rund zwei Wochen vor dem Beginn der Sommerferien noch auf die Zusage für einen Betreuungsplatz zu warten. Manche fürchten auch, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen das Angebot derart übersteigen könnte, dass das eigene Kind leer ausgeht. Eine Lösung ist aber in Sicht.

Mit Preis und Leistung einverstanden

„Wir Eltern wissen fürs neue Schuljahr gar nichts“, sagt die Mutter eines Erstklässlers der Dieburger Marienschule. „Die meisten sind aber berufstätig und brauchen eine Betreuung.“ Die habe sie in diesem Schuljahr für ihr Kind gehabt. Pro Monat koste sie das ohne Mittagessen bei einer Betreuung bis 16 Uhr 100 Euro. „Das Personal an der Marienschule macht das wirklich toll, die Kinder sind dort gut betreut“, ist die Mutter mit Preis und Leistung einverstanden.

Was an ihr nagt, ist hingegen die Ungewissheit, wie es weitergeht. Deshalb wartet sie sehnsüchtig auf die Rückmeldung der gGmbH. Im März bekundete die Mutter in einem entsprechenden Verfahren ihr Interesse an einem Betreuungsplatz für ihr Kind; bis Ende Mai musste sie der gGmbH das Anmeldeformular zustellen. „Ich habe noch keine Rückmeldung erhalten. Meine Schwägerin hat für ihr Kind schon eine Absage bekommen, die Kollegin meines Mannes auch.“ Die Furcht der Dieburgerin: Für ihr Kind könnte es im neuen Schuljahr eng werden mit der Fortsetzung der Betreuung an der Marienschule.

Ähnliche Sorgen äußern Eltern von Gutenbergschülern. Eltern von Kindern, die auf die Münsterer Kennedy-Schule gehen, machen sich in erster Linie deshalb Gedanken, weil ihnen teils noch die schriftliche Zusage der gGmbH fürs neue Schuljahr fehlt. Die größten Sorgen kann den Eltern der Münsterer Grundschule aber Schulleiterin Nicole Sabais nehmen: „Die Plätze der John-F.-Kennedy-Schule wurden alle an die Eltern vergeben und eine Zusage zumindest durch uns mündlich gegeben. Dass die schriftliche Zusage auf sich warten lässt, habe ich den Eltern im positiven Sinne vermitteln können.“ In Münster, so Sabais, sei es „bisher immer gelungen, die Plätze so zu vergeben, dass alle Eltern zufrieden waren und keine Absagen erfolgen mussten.“ In Münster stehen momentan sechs Betreuungsgruppen mit je 22 Kindern zur Verfügung, ab morgens um 7, bis maximal 17 Uhr. Für sie selbst habe sich die Zusammenarbeit mit der Betreuung DADI gGmbH bislang „sehr positiv“ dargestellt.

Wesentlich angespannter ist die Lage an der Marienschule, die insgesamt 110 Betreuungsplätze anbietet. „Dieses Jahr stehen 40 Kinder auf der Warteliste“, sagt Schulleiter Lothar Oberle. In den vergangenen Jahren seien es nur zehn gewesen, „da konnte die Warteliste zum Beginn des Schuljahrs aufgelöst werden“. Trotzdem sei „die Nachfrage nach Betreuung langsam, aber stetig und absehbar innerhalb der letzten Jahre gewachsen“, stellt Oberle fest. Immer mehr Eltern nähmen zudem die Maximalbetreuung bis 17 Uhr in Anspruch. Weiterhin sei die Marienschule räumlich nicht so ausgestattet, wie es im „Hessischen Qualitätsrahmen für ganztägig arbeitende Schulen“ vorgesehen sei.

Zum Beispiel fehlt eine Mensa, gegessen wird in einem provisorisch hergerichteten Klassenraum. Die Hausaufgabenbetreuung findet teils im Flur statt. Das Raumangebot verschärfe zusammen mit der steigenden Nachfrage der Eltern die Lage. Für 2017/18 habe man in der Betreuung bereits 30 Dritt- und Viertklässler aufgenommen, mehr als je zuvor. Dennoch stehen weitere zehn Kinder auf der Warteliste – und die Eltern vor einer unklaren Situation im nächsten Schuljahr. Oberle sagt, „dass es gerade ein bisschen brennt beim Thema Betreuung“. Und schlägt vor: „Neben dem Schulträger sollte vielleicht auch die Kommune einbezogen werden.“ Dies ist etwa in Eppertshausen schon geschehen.

Konzert im Schulverbund Münster und Eppertshausen: Bilder

Für die Gutenbergschule – ebenfalls 110 Betreuungsplätze – sagt unterdessen Leiterin Silke Werner-Lehr: „In der Tat übersteigt in diesem Jahr die Nachfrage an Betreuungsplätzen an unserer Schule das bisher bestehende Angebot.“ Auch hier fürchten Eltern, dass ihre Kinder 2017/18 nicht betreut werden könnten. Dies hätte teils massive Auswirkungen auf die Berufstätigkeit der Eltern, die dann am Nachmittag nicht arbeiten könnten. Vor wenigen Tagen habe aber ein „sehr konstruktives Gespräch“ der Elternbeiräte beider Dieburger Grundschulen mit dem Geschäftsführer der gGmbH und der ehrenamtlichen Kreisbeigeordnete Margarete Sauer stattgefunden, so Werner-Lehr. Nicht nur deshalb könnten die Sorgen nun nachlassen.

Denn auf Nachfrage unserer Zeitung teilt der Landkreis mit: „Alle Kinder, denen zurzeit noch kein Platz angeboten werden konnte, wurden auf eine Warteliste gesetzt, was offensichtlich von einigen Eltern als Absage verstanden wurde.“ Die wichtige Botschaft des Kreises an alle sich sorgenden Eltern lautet nun: In enger Abstimmung zwischen der gGmbH, Sauer sowie dem hauptamtlichen Schuldezernenten Christel Fleischmann sei beschlossen worden, für die beiden Dieburger Grundschulen je eine neue Betreuungsgruppe im Schuljahr 2017/18 einzurichten. Damit könnten alle Kinder aufgenommen werden.

In Münster reicht das bisherige Platzangebot weiter aus – eine Ausnahme unter den zehn ab jetzt von der gGmbH organisierten Schulbetreuungen im Landkreis: Neben der Marien- und der Grundschule werden an sechs weiteren Standorten neue Betreuungsgruppen eröffnet. Über alle zehn Schulen hinweg hatte es 1 100 Anträge auf 946 Bestandsplätze gegeben. Nun werde die Lücke geschlossen, die Eltern bekämen spätestens in der letzten Juni-Woche eine schriftliche Rückmeldung der gGmbH. Und die soll zur Freude aller Beteiligten nun durchweg positiv ausfallen.

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