Damit es nicht noch einmal so brenzlig wird

Gemeinde, BImA und Forstamt entwickeln Sicherheitskonzept für Wald und Muna

Brachiale Gewalten zerstörten viele Hektar Münsterer Gemeindewald am Rande der abgezäunten Muna: erst Sturm, dann Feuer.. Foto: Thomas Meier
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Brachiale Gewalten zerstörten viele Hektar Münsterer Gemeindewald am Rande der abgezäunten Muna: erst Sturm, dann Feuer.. 

Auch wenn es jetzt gerade einmal regnet und momentan keine Brandgefahr zu herrschen scheint, sind die Förster sehr besorgt. 

Münster –Die Förster kommen eigentlich bereits seit Jahren nicht mehr aus dem Katastrophenmodus heraus. Unmengen von Bäumen starben und sterben durch die anhaltende Trockenheit ab, nicht nur Fichten sind betroffen. Nach den Stürmen und dem vielen Totholz im Wald war das Desaster des Waldbrandes im Münsterer Gemeindeforst fast schon vorhersehbar. Die Nähe zum immer noch munitionsverseuchten Forst im abgesperrten Muna-Bereich gab dem Brand auf knapp zehn Hektar Wald nochmals eine besonders brenzlige Note.

Nun ist die alles lähmende Corona-Pandemie übers Land gezogen. Doch wenn schon nicht im niedergebrannten Forst selbst, so tut sich hinter den verkohlten Kulissen doch einiges. Die Gemeinde, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und das Fortsamt Dieburg kommen heute erneut zu Beratungen zusammen, wie man sich für kommende Zeiten vor solchen Bränden besser schützen kann. Dass sie drohen und kommen werden, ist nach Ansicht der Experten unausweichlich: Die nächsten heißen, trockenen Sommer sind prognostiziert.

Sturm Fabienne wütete 2018 im Münsterer Wald, vergangenes Jahr erfasste ein Feuer das rund 100 Meter breite und 600 Meter lange Rechteck südwestlich des ehemaligen Munitionslagers, an dem sich über 80 Feuerwehrleute tagelang abkämpften. „Glücklicherweise sprangen die Flammen nicht über ins Muna-Gelände“, sagt der Leiter des Forstamtes Dieburg, Ronny Kolb. Doch seit des Großbrandes seien sich alle Verantwortlichen bewusst, dass es vorbeugender Maßnahmen bedarf, soll nicht noch einmal eine solche Gefahr Leib und Leben der Einsatzkräfte bedrohen. Einig sind sich alle Beteiligten, dass eine Brandschneise angelegt werden muss, die es Feuerlöschtrupps ermöglicht, bis auf Sichtkontakt an Brandherde heran zu gelangen. Über den genauen Verlauf ist man im Gespräch. Auch muss die Wasserversorgung im Alarmfall geregelt sein. Im vergangenen Jahr wurden aufwendig lange Schlauchleitungen zum Teich am Kilometer entfernen Münsterer Freizeitzentrum gelegt.

Die Logistik im Brandfall muss stimmen. Heute mehr als zuvor, denn mit den kürzlich im Muna-Wald ausgesetzten Wisenten soll nun auch das erlebnispädagogische Gelände ausgebaut werden. Für die vorgesehene Besucherplattform wurde bereits ein Erdwall angehäuft, die Zuwegung soll noch in diesem Jahr ausgebaut werden.

Doch die Zeitpläne wurden durch Corona kräftig durcheinandergewirbelt. Forstamtsleiter Kolb verdeutlicht: „Die Pandemie beeinflusst alles Leben. Für uns gelten die gleichen Parameter wie für den Rest der Gesellschaft.“ Das beginnt bei den Abstandsregeln, die das Arbeiten auch im Wald erschweren. Denn viele Tätigkeiten der im Forstbeschäftigten bedingen, dass allein aus Sicherheitsgründen zu zweit Hand in Hand geschafft werden muss. Die Weltwirtschaft leidet, so auch die Forstwirtschaft. Absatzmärkte brachen zusammen, die Preise fürs Klafter Holz fielen ins Bodenlose. Kurzarbeit in den Sägewerken bedeutet, dass dort auch keine Anlieferungen entgegen genommen werden. „Eins greift ins andere“, sagt Kolb, die Bedeutung von Holz zu Corona-Zeiten auch mit Klopapier und dessen Zellstoff aus dem Rohstoff in Verbindung bringend.

Wie ein Konzept für den Gemeindewald aussehen wird, soll bald aufgezeigt werden, heißt es aus der federführenden Verwaltung.

VON THOMAS MEIER

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