Was passiert mit Kulturhallen-Gastronomie?

Debatte über Bau eines naturpädagogischen Museums

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Vom Wachturm aus auf Wisente blicken – diese Idee ist mittlerweile acht Jahre alt und noch immer nicht weit gekommen. Jetzt jedoch geben Münsters Gemeindevertreter ein Signal, das naturnahe Projekt auf den Weg zu bringen.

Münster - In einer Debatte über den Bau eines naturpädagogischen Museums auf der Fläche der ehemaligen Munitionsanstalt („Muna“) wurden die Gräben zwischen der Mehrheit aus SPD und ALMA (am Montag mit 18 Vertretern vor Ort) sowie der CDU-Opposition (17) deutlich.

Unrühmlichen Abschluss der dreieinhalbstündigen Gemeindevertretersitzung bildete ein vergifteter Streit über das Vorgehen in Sachen Kulturhallen-Gastronomie. SPD und ALMA folgten einem im Haupt- und Finanzausschuss formulierten Beschlussvorschlag, nach dem Bewegung in die Errichtung eines naturpädagogischen Museums auf dem 260 Hektar großen „Muna“-Gelände kommen soll. Der Bund möchte dort, wo sich aufgrund der Verseuchung mit Munition ohne menschliches Eingreifen in den vergangenen Jahrzehnten ein Biotop von seltener Qualität entwickelt hat, Wildpferde und Wisente ansiedeln. Der Bund als Eigentümer der „Muna“, die erst zum kleinen Teil entmunitioniert ist und es komplett auf absehbare Zeit auch nicht sein wird, sammelt durch derlei Maßnahmen am Münsterer Ortstrand auch Ökopunkte als Gegengewicht zu andernorts getätigten Eingriffen in die Natur.

Ein Helfer der FSV bewirtet Narren bei der Fastnachtssitzung in der Kulturhalle. Über die Nutzung der gastronomischen Infrastruktur in der Kulturhalle gab es eine hitzige Auseinandersetzung.

SPD und ALMA wollen die baldige Ansiedlung der Wildpferde und Wisente, die der Bundesforst vornehmen wird, durch ein naturpädagogisches Museum flankieren. Die CDU kann sich grundsätzlich zwar vorstellen, die Entwicklungschance für die einen eher schlechten Ruf tragende „Muna“ etwa mit einem derartigen Bildungsangebot zu ergreifen. Aber nicht jetzt: Derzeit müsse Münster seine begrenzten Mittel für Wichtigeres ausgeben, stellten Monika Grimm und Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod heraus. Gerade in Zeiten der Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer, Kindergarten-Beiträgen und Nutzungsentgelten für Vereine bei der Hallennutzung könne man kein Geld für die „Muna“ in die Hand nehmen. Außerdem wisse man noch gar nicht, ob der Haushalt 2019 Spielraum für derlei hergebe. Auch bei erfolgreicher Beantragung der LEADER-Förderung blieben an Münster noch zu hohe Ausgaben hängen.

SPD und ALMA votierten jedoch mit einer Stimme Mehrheit für Dreierlei: die Bereitstellung von 123.000 Euro für das Projekt im Investitionshaushalt 2019 (zum Beispiel für Museumsausstattung und Außenanlagen), die bauliche Ertüchtigung zweier Bunker (87.000 Euro, Investitionshaushalt) und voraussichtliche (Anfangs-)Kosten für das Personal (35.000 Euro, Ergebnishaushalt). Auch die Koalition betonte, dass die Verwaltung das Projekt erneut vorlegen solle, sollte die Förderung entgegen der Erwartung versagt werden. Hitzig wurde es dann bei der Diskussion über den CDU-Antrag zur künftigen Nutzung der gastronomischen Räumlichkeiten in der Kulturhalle. Dort war es Anfang des Jahres zur Absage sowohl der FSV-Fastnacht als auch der Seniorenfastnacht gekommen, weil sich die Veranstalter darin gehindert sahen, bei der Bewirtung wie in den Vorjahren ungehindert agieren zu können. Die Pächter der Kulturhallen-Gastronomie haben dort inzwischen hingeworfen.

Tierische Gerichtsprozesse des Jahres 2016

Die CDU wollte nun per Beschluss sicherstellen, dass die Gastronomieräume in der Kulturhalle „zukünftig nicht noch einmal als Restaurant, maximal als Bistro verpachtet werden“. Zudem solle die Küche „primär den Vereinen“ zur Verfügung stehen, der Gemeindevorstand Ideen für die Nutzung für Privatfeiern von Münsterern entwickeln und eine Entscheidung über die Nutzung künftig stets von der gesamten Gemeindevertretung getroffen werden. Bei SPD und ALMA war man der Meinung, all das werde schon so gehandhabt und Vorfälle wie Anfang 2018 werde es kaum mehr geben. Die Koalition ging beim CDU-Antrag ergo nicht mit. Der Bürgermeister stellte zudem noch einmal klar, dass die Kommunalaufsicht nach Beschwerde der CDU bereits deutlich gemacht habe, dass die Verpachtung in der Vergangenheit durch die Beratung und den Beschluss ausschließlich im Gemeindevorstand formal korrekt vorgenommen worden sei und die Gemeindevertreter keineswegs zu Unrecht außen vor geblieben seien. (jd)

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