Leichnam der Frau wurde bei Münster gefunden

Aus Eifersucht Geliebte getötet: Zwölf Jahre Haft für 52-Jährigen

Münster/Darmstadt - Wegen Totschlags aus Eifersucht an einer 47-jährigen Frankfurterin ist ein 52 Jahre alter Mann aus Breuberg zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte sein Opfer erwürgt und die Leiche im Waldgebiet Faulbruch bei Münster zu verstecken versucht. Dort war sie am 1. September vergangenen Jahres gefunden worden.

In dem Urteil folgte das Landgericht Darmstadt unter dem Vorsitzenden Richter Volker Wagner in weiten Teilen der Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf zehn Jahre Haft, ebenfalls wegen Totschlags aus Eifersucht, plädiert. Die Anwälte der Nebenkläger – es handelte sich hier um Schwester, Ehemann und älteste Tochter der Getöteten – werteten die Tat als Mord aus Eifersucht.

Opfer und Täter pflegten vor dem schrecklichen Vorfall über mehrere Monate eine enge Paarbeziehung. Die Frau, türkischer Herkunft ebenso wie ihr neuer Partner, bereitete bereits ihre Scheidung vor. Der Angeklagte war und ist allerdings verheiratet und hat fünf Kinder.

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Nachdem die 47-Jährige von ihrer Tochter am 20. August als vermisst gemeldet worden war, führte die Spur schnell zum Täter. Die Tochter hatte ihn als letzten Kontakt ihrer Mutter genannt. Der Mann wurde wenige Tage später in Colmar im Elsass gefasst. Erst am vorletzten Verhandlungstag legte er nach mehreren falschen Beschuldigungen und Schilderungen ein Geständnis ab: Er habe seine Geliebte im Streit erwürgt und die Leiche in einen Wald gelegt.

Der Vorsitzende Richter Wagner bezeichnete das Geschehen als Beziehungstat. Für Mord fehlten hierfür eindeutige Merkmale. Wagner stellte das „sehr aufgeschlossene, tüchtige und integrierte“ Opfer einem Angeklagten gegenüber, dessen Persönlichkeit „völlig verschroben“ sei.

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Nach dem tödlichen Messerangriff: Am Tatort zurück bleibt ein Buggy mit einer rosa Kindertasche. Foto: Polizei Hamburg

Hier kam jede Hilfe zu spät: Ein Rettungshubschrauber steht nach dem tödlichen Messerangriff in der Nähe des Hamburger Jungfernstiegs. Foto: Bodo Marks

Notarzt-Einsatz in der S-Bahnhaltestelle Jungfernstieg. Foto: Tnn

Feuerwehrleute nach dem tödlichen Messerangriff vor der S-Bahnhaltestelle Jungfernstieg. Foto: Bodo Marks

Einsatzkräfte der Polizei sichern den Zugang zur S-Bahnhaltestelle Jungfernstieg in Hamburg. Foto: Bodo Marks

Medienvertreter umringen den Pressesprecher der Polizei Hamburg. Foto: Bodo Marks

Notärzte vor der S-Bahnhaltestelle Jungfernstieg. Foto: Tnn

Einsatzfahrzeuge der Polizei und ein Rettungshubschrauber stehen am Jungfernstieg. Foto: Eckart Gienke

Dieser habe die Liebe seiner neuen Partnerin nicht für bare Münze genommen und sie misstrauisch beobachtet – zum Beispiel durch eine Tracking-App auf deren Handy. Damit lässt sich der Aufenthaltsort des Überwachten feststellen. Ferner existiert ein Video des 52-Jährigen, in dem er sagt, dass er glaube, dass die Freundin andere Männer habe.

Das im Blut der Getöteten gefundene Psychopharmakum Clozapin flößte nach Einschätzung des Gerichts der Täter seinem Opfer ein in der Hoffnung, sie zu benebeln und so zu ehrlichen Aussagen über ihre Freundschaft zu bringen. (mic)

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