MGV Altheim, „CoCHORage“ Semd und „LetSwing“ führen 250 Zuhörer rund um den Globus

Eine Weltreise in dreieinhalb Stunden

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„Wir sind die Kinder“ (zur Melodie von „We are the world“): das Altheimer Kinderprojekt und der Chor „La Musica“.

Draußen war’s grau und regnerisch, doch in der Altheimer Sport- und Kulturhalle sah man sich plötzlich ins heiße Mexiko, nach Afrika oder Kalifornien versetzt: Mit seinem dreieinhalbstündigen Konzert „In 80 Tönen um die Welt“ hat der gemischte Chor „La Musica“ des Männergesangvereins Altheim am Samstagabend seinen Jahreshöhepunkt präsentiert.

Altheim – Die ausgiebige musikalische Weltreise vor 250 Zuhörern in ausverkaufter Halle trug auch dank der Unterstützung externer Künstler. So ist es etwa ein günstiger Umstand, dass mit Andreas Mohrhard der Chorleiter von „La Musica“ auch den Semder Chor „SoCHORage“ dirigiert. Der intonierte am Samstag beispielsweise Totos Klassiker „Africa“, machte mitunter aber auch gemeinsame Sache mit dem Altheimer Chor. Überhaupt oblag die musikalische Leitung des Abends Mohrhard. Wobei der MGV Altheim den Trip rund um den Globus bewusst auch mit Elementen abseits des bloßen Gesangs würzte, die MGV-Sänger Hans-Jochen Reinert – mit Schalk im Nacken – anmoderierte.

Gleich zu Beginn war etwa das unter der Regie von Ania Rübensam stehende Altheimer Kinderprojekt in doppelter Hinsicht gefordert. Die sieben Mädchen, die tanzten und sangen, zauberten zunächst nicht nur diverse landestypische Choreografien auf die Bühne, sondern schmissen sich auch noch rasend schnell in immer neue Outfits. Trotz des Stresses taten sie das mit Lockerheit und breitem Strahlen im Gesicht, ob als Chinesinnen, Mexikanerinnen oder beim griechischen Sirtaki.

Anschließend machten sich zunächst ausschließlich die Sopranistinnen und Altistinnen von „La Musica“ mit dem „Leichtem Gepäck“ der Band Silbermond auf den Weg. Mit dem ganzen Chor war man dann schon „Über den Wolken“ (Reinhard Mey) und ließ später beispielsweise Spanien hochleben („Eviva Espana“). Stets projizierten die Gastgeber mittels Beamer passende Bilder an die Hallenwand – auch nach dem Sprung über den Großen Teich, wo sich die Reise in Nord- und Südamerika fortsetzte.

Die Tanzschule Henrich zeigte argentinischen Tango.

Mit argentinischem Tango schickte die Groß-Zimmerner Tanzschule Henrich das Publikum in die Pause. Dort waren auch die ersten positiven Kritiken zu weiteren Protagonisten der ersten (und zweiten) Hälfte zu hören: Die Dieburger und Groß-Umstädter Jazzer von „LetSwing“ bereicherten den Abend fraglos, auch dank der herausragenden Stimme von Sängerin Elfi Burk, ob bei „Back To Black“ von Amy Winehouse oder bei „Sunny“ von Bobby Hebb und Ron Carter.

Starke Einzelstimmen präsentierten gegen Ende des Abends auch MGV-Sängerin Ania Rübensam sowie Iwona Bartkowiak. Rübensam, begleitet von „LetSwing“, konstatierte schließlich ganz im Sinne des MGV, mit dem Konzert die Vielfalt und Schönheit der Erde zu zelebrieren: „What a wonderful world“ ...

Im Finale schließlich forderten trotzdem alle Musiker dazu auf, irgendwann wieder nach Hause zurückzukehren: „Baby, come back!“

VON JENS DÖRR

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