Erstes Gemeinde-E-Auto

Für ein energiegeladenes Münster

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Lackiert in den Entega-Farben und mit Münsterer Schriftzug versehen, wird der neue Dienstwagen nun wohl öfter an der Stromzapfsäule von Münsters Rathaus zu sehen sein. Bürgermeister Gerald Frank sorgte bei der Übergabe für die erste Aufladung.

Münster - Im April vergangenen Jahres erhielt die Gemeinde zunächst zwei Elektrozapfsäulen am Rathausplatz, etwas später kam noch eine für Altheim hinzu, nun lieferte der Darmstädter Energieversorger Entega noch das erste E-Auto für die Verwaltung hinzu. Von Thomas Meier 

Geordert hat den leisen Wagen der Bürgermeister, der die Devise ausgibt: Münster vorn. Nach dem erfolgreichen Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region – 109 E-Zapfsäulen mit 218 Ladepunkten verbaute Entega mittlerweile im Landkreis Darmstadt-Dieburg – starteten der Energieversorger und das Land Hessen das Folgeprojekt zur Förderung der E-Mobilität. Kommunen können ab sofort von den Darmstädtern Stromern zu günstigen Konditionen elektrifizierte Autos für die Mitarbeiter ihrer Verwaltung mieten. Entega selbst least die georderten Fahrzeuge von Opel. Und optional ist es zudem möglich, dass Kommunen ihren Bürgern ein E-Carsharing anbieten. Die können das städtische E-Mobil dann etwa nach Dienstschluss der Verwaltung oder am Wochenende nutzen. Bevor es in Münster aber soweit ist, muss sich der neue Wagen, der einen Brutto-Wert von rund 50.000 Euro hat, erst einmal bewähren.

Zunächst werden an die Kommunen Opel Ampera E vermietet. Grund: Ein Darmstädter Autohaus überließ praktisch sein gesamtes Kontingent solcher Fahrzeuge aus hessischer Produktion der Entega. Später wollen die Stromlieferanten auch noch BMW i3 hinzunehmen.

„Durch die Förderung des Landes und unsere Unterstützung liegt der Mietpreis für die Kommunen auf den Niveau eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor“, erklärt Entega, die die E-Mobilität freilich als „wichtigen Baustein für klimafreundlichen und smarten Verkehr“ sieht. Womit sie freilich bei Bürgermeister Gerald Frank offenen Türen einrennt, denn der sagt: „Für uns als Klima-Kommune ist es selbstverständlich, hier mitzumachen.“ Siehe hierzu auch den Info-Kasten.

Das Land unterstützt die Entega-Initiative mit 481.600 Euro, wodurch 36 Fahrzeuge im Verbreitungsgebiet zur Verfügung stehen. Der monatliche Mietpreis beträgt für die Kommunen für einen Ampera E 249 Euro. Der Mietvertrag läuft in Münster bis 2021 und enthält jährlich 15.000 Freikilometer, Haft- und Vollkaskoversicherung, Wartung und Inspektion sowie rund um die Uhr Pannenhilfe. Der batteriebetriebene Wagen hat eine Reichweite von real rund 400 Kilometer (laut Angabe des Herstellers 520) und kann an einer Ladesäule in etwa viereinhalb Stunden wieder aufgeladen werden.

Was bei E-Rollern zu beachten ist

Bürgermeister Frank ist von der neuen Technologie überzeugt und unterstützt die Bundes- und Landesbestrebungen eine E-Netz-Ausbaus. Und mit einem kommunalen E-Mobil setze man auch in der Bürgerschaft Zeichen, ist Frank überzeugt. Damit man auch sieht, dass das auffällige neue Auto zum Fuhrpark der Verwaltung gehört, hat Frank durchgesetzt, dass dem Logo der Darmstädter Stromer und der Rüsselsheimer Autobauer auch ein Schriftzug der Gemeinde zugesetzt wird: „Münster ist energiegeladen“ prangt da auf den Türen des Autos. „Wenn von den 23 Landkreiskommunen nur 20 Gemeinden im Durchschnitt eineinhalb Fahrzeuge ihres Fuhrparks auf E-Fahrzeuge umstellten, würden 30 Projekt-Elektrofahrzeuge durch en Kreis fahren“, rechnet er vor.

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