Junge Kandidaten bei der Kommunalwahl: Der 20-jährige Julian Gabel tritt als Parteiloser für die SPD an

Ex-Kerbvadder will in Münsters Gemeindevertretung

War 2019 Kerbvadder, ist jetzt Mechatroniker und will demnächst (als Parteiloser) für die SPD in die Gemeindevertretung: der 20-jährige Julian Gabel.
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War 2019 Kerbvadder, ist jetzt Mechatroniker und will demnächst (als Parteiloser) für die SPD in die Gemeindevertretung: der 20-jährige Julian Gabel.

Nachwuchs in der Politik ist gefragt. Eine gute Einstiegsmöglichkeit fürs politische Engagement bieten die Ortsparlamente, die die Hessen bei der Kommunalwahl am 14. März für die nächsten fünf Jahre neu bestimmen. Vor dem Urnengang stellen wir von allen Wahllisten den jüngsten Kandidaten beziehungsweise die jüngste Kandidatin vor – sofern höchstens 30 Jahre alt.

Münster – Heute: Julian Gabel (20), der für die SPD Münster auf Listenplatz 13 antritt.

Einen wichtigen Punkt auf seiner To-do-Liste hat Julian Gabel vor wenigen Wochen abgehakt: Der 20-Jährige schloss erfolgreich seine Ausbildung zum Mechatroniker ab. „Nun ist es mein Plan, eine unbefristete Stelle zu bekommen“, blickt der junge Münsterer, der vor wenigen Jahren seinen Realschulabschluss auf der Schule auf der Aue gemacht hatte, voraus. Zum Broterwerb könnte demnächst auch ein anspruchsvolles Ehrenamt kommen: Gabel kandidiert für die Münsterer Gemeindevertretung. Mit Platz 13 der SPD-Liste – für die er als Parteiloser kandidiert – hat er durchaus eine Ausgangsposition inne, die realistische Chancen auf ein Mandat birgt.

Damit beginnt Gabels politischer Weg, denn bislang engagierte er sich weder in einer Partei noch in ähnlichen Gremien. „Zu meiner Kandidatur kam es größtenteils durch einen guten Freund, der auch Gemeindevertreter für die SPD ist“, schildert der Twen, warum er sich nun einbringen möchte. „Er hat mich motiviert und auch der SPD Münster vorgestellt. Deren Werte und Ideen haben mir von Anfang an gefallen, weshalb ich auch zugestimmt habe, für sie zu kandidieren.“ Grundsätzliches politisches Interesse sei bei ihm freilich schon länger vorhanden gewesen, „und mit der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr ist dieses noch einmal gestiegen“.

Nun wolle er Politik aktiv mitgestalten, auch um die jungen Menschen stärker auf lokalpolitischer Ebene zu vertreten. In der auslaufenden Legislaturperiode war Marcus Milligan von der CDU (jetzt 31) der jüngste Gemeindevertreter. Zusammen mit Aylin Marquas von ALMA/Grünen, wie er Jahrgang 2000, ist Julian Gabel nun der jüngste der 92 Kandidaten, die Christ-, Sozial- und Freidemokraten sowie ALMA/Grüne nominiert haben.

37 von ihnen werden den Einzug in die neue Gemeindevertretung schaffen, worauf auch Gabel hofft. „Besonders wichtig ist mir der Klimaschutz, aber auch die Förderung der Jugendlichen und jungen Leute.“ Im letztgenannten Punkt könne er sich eine besonders intensive Mitarbeit vorstellen. Nach Projekten gefragt, die er in Münster gern umgesetzt sähe, wenn Geld ausnahmsweise mal keine Rolle spielen würde, nennt er dann unter anderem auch den Bau eines (neuen) Jugendzentrums.

Doch monothematisch und nur mit Blick auf seine Generation geht der junge Kandidat nicht ins Rennen um die Wählerstimmen. Er möchte dafür sorgen, dass es mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Altersgruppen gibt“.

Obgleich Gabel beruflich gerade den nächsten Schritt macht und es in Kürze zum Einstieg ins kommunalpolitische Engagement kommen könnte, soll doch auch noch Zeit bleiben für seine Hobbys. Das sind so einige: „Ich mache gerne Spaziergänge mit dem Hund, fahre Rad, koche und grille und besuche Feste und Festivals.“ Außerdem wartet Julian Gabel mit einem besonderen Attribut auf: 2019 war er Kerbvadder des damaligen Münsterer Kerbborschen-Jahrgangs. (Von Jens Dörr)

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