Eine Trauerweide gestutzt, eine erliegt Sturmschaden

Freud und Leid am Feldkreuz in Münster

Feldkreuz mit Trauerweide
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Bis zur Brut- und Setzzeit durfte die Trauerweide gegenüber der Feuerwehr ihr malerisches Gesicht zeigen. Jetzt ist sie gestutzt.

Wohl kein anderer Baum bietet eine derart interessante Optik wie die Trauerweide, Salix babylonica. Einmal richtig groß geworden und an richtiger Stelle gepflanzt, sind Trauerweiden echte Hingucker. In Münster musste jetzt ein Solitär, um den lange gekämpft wurde, komplett gefällt werden, ein anderer erfuhr einen radikalen, aber nicht ungewöhnlichen Rückschnitt. Beide standen direkt an Feldkreuzen in der Gemarkung.

Münster - Ihre langen, herabhängenden Äste lassen das Herz eines jeden Romantikers höher schlagen, und so ist es kein Wunder, dass Trauerweiden Künstler aller Genres seit Jahrhunderten inspirieren. Doch man muss kein Maler, Dichter oder Autor sein, um ein Faible für die Trauerweide zu entwickeln: Nicht nur Kommunen, auch viele heimische Gartenbesitzer sind sich der Schönheit des Baumes bewusst und geben ihm einen Ehrenplatz auf ihrem Grundstück.

Münster: Mächtiger Baum fällt Sturm zum Opfer

Die mächtige Trauerweide am Feldkreuz „Im Hinterfeld“ nahe des Gersprenzstadions hatte solch ein wunderbares Areal ganz allein für sich auf weiter Flur. Und deshalb auch im Jahr 2015 keinen Schutz, als ein Sturm vom 17. auf den 18. Juli über die Wiesen zwischen Münster und Eppertshausen fegte. Alle Hauptäste waren heftig beschädigt, sie mussten am stark frequentierten Wirtschafts-, Wander- und Radweg schon aus Schutz für die Passanten entfernt werden. Der Baum sah nach dem nötigen Rückschnitt – eigentlich wurde er mitten im Stamm auf einer Höhe von etwa 1,20 Metern gekappt – mehr als traurig aus. Doch setzten die Experten damals noch auf die Regenerationsfähigkeit solcher Weiden. Vergebens, wie sich jetzt herausstellte. Der verbliebene Stumpf fiel nun auch der Säge zum Opfer.

„Glücklicherweise hat dort das Feldkreuz damals keinen Schaden genommen“, erinnert sich Tatjana Maier, zuständig für Grünanlagen in der Gemeinde, an Sturm- und Blitzschäden auch an der Trauerweide gegenüber der Feuerwehr, die dort einst selbst das Kreuz in Mitleidenschaft gezogen haben. Hier reparierte ein Münsterer Steinmetz das Sandsteinkreuz und Mutter Natur heilte die Wunden am Baum, der sich noch im Februar ausladend prächtig den Passanten am Feuerwehrkreisel präsentierte. Kurz vor der Brut- und Setzzeit stutzten ihn jetzt die Bauhof-Mitarbeiter zurecht. Er treibt sicher bald wieder prächtig aus.

Von Thomas Meier

Frisch geschnitten: das Kreuz am Kreisel. Im Frühling treibt der Baum schnell wieder aus.
Hinter dem Gersprenzstadion am Radweg nach Eppertshausen zeugt nur noch ein Baumstumpf von der einst stolzen Trauerweide.

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