Verein könnte Hallensanierung durch Gelände-Teilverkauf finanzieren

FSV Münster muss kräftig investieren

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Blick über das vereinseigene FSV-Gelände, das auf Dieburger Gemarkung liegt. Vorn zu sehen ist der südlich gelegene Fußball-Platz, dahinter das zweite Naturrasen-Hauptfeld und wiederum dahinter das Vereinsheim mit Gaststätte und Sporthalle.

Münster - Die Freie Sportvereinigung (FSV) Münster hat auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend neben Satzungsänderungen auch über wichtige Investitionen in die eigene Infrastruktur gesprochen. Von Jens Dörr 

Die Finanzierung könnte dabei durch einen Teilverkauf des Geländes erfolgen. Auf der turnusmäßigen Mitgliederversammlung am 27. April soll Näheres bekannt gegeben werden. „Eine Idee ist es, zur Teilfinanzierung der Renovierungsarbeiten eventuell einen Teilverkauf des Grundstücks in Erwägung zu ziehen“, drückte sich Vorsitzender Peter Samoschkoff auf Nachfrage unserer Zeitung noch zurückhaltend aus. Konkret ins Visier geraten dürfte dabei der südliche Teil des vereinseigenen, auf Dieburger Gemarkung liegenden FSV-Areals. Dort, ganz nah an der B 45, liegt das stets top gepflegte Naturrasen-Hauptfeld des Vereins, das in der Regel nur für Pflichtspiele der Fußballer genutzt wird. Auf dem zweiten, wesentlich stärker beanspruchten Naturrasen-Großfeld am Vereinsheim trainieren die FSV-Fußballer.

Dass es davon allerdings nicht mehr viele gibt, dürfte einer der Gründe für den Vorstandsvorschlag sein, sich über einen Teilverkauf Gedanken zu machen. Im offiziellen Spielbetrieb befindet sich momentan nur ein Aktiventeam (Kreisliga D) sowie ein E-Juniorinnen-Team. Fußball spielen bei der FSV auch noch die Alten Herren. Eigenen Junioren-Fußball haben die „Freien“ – im Schatten des in dieser Hinsicht übermächtigen SV Münster – nicht mehr. Auch der Boom im Mädchen-Fußball, der sich noch vor wenigen Jahren anschickte, zum sportlichen Aushängeschild des Vereins zu werden, ist passé.

Zum einen also besteht der Bedarf am zweiten Fußball-Platz nicht mehr und dürfte so schnell auch nicht mehr aufkommen. Zum anderen muss die Freie Sportvereinigung zeitnah kräftig investieren und braucht dafür Geld. Das soll so weit als möglich nicht über weitere Kredite besorgt werden, sagt Vorsitzender Samoschkoff. „Wir haben ja noch einen laufenden Kredit für das Solardach.“

Sanierungsfälle sind im Immobilienkomplex der FSV, der Sporthalle, Duschen und Kabinen sowie die Gaststätte umfasst, vor allem der Hallenboden und die Trinkwasserversorgung. „Der Hallenboden ist kaputt, der muss unbedingt gemacht werden“, sagt Samoschkoff. Ein Vorhaben, das einen mittleren fünfstelligen Betrag verschlingen dürfte. Auf einem neuen Boden könne man womöglich auch neue Spielfelder – etwa eins für Volleyball und drei für Badminton – einzeichnen und damit zugleich neue Nutzungsmöglichkeiten für die FSV-Halle schaffen. Auch deren Verwendung für Gymnastik und Gesundheitssport sei eine Idee. Die FSV-Ringer lasten die Halle mit ihrem Sportbetrieb nur zum sehr kleinen Teil aus.

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Bei der Trinkwasserversorgung gehe es auch um einen neuen Warmwasserkessel, um neue Duschköpfe und vor allem infrastrukturelle Änderungen, um Salmonellen vorzubeugen. „Beispielsweise darf Warmwasser nicht mehr in der Leitung stehen, weil sich dabei die Infektionserreger bilden können.“ Deshalb sei eine neue Zirkulationsleitung vonnöten. Mit dem Blick in die FSV-Zukunft drückt sich Samoschkoff klar und deutlich aus: Wenn man nun nicht in die Vereinsinfrastruktur investiere, stünden dem schrumpfenden 384-Mitglieder-Verein extrem schwere Zeiten an bevor, Auflösung eines Tages nicht ausgeschlossen.

Neben der Infrastruktur standen am Freitag im Beisein von 24 stimmberechtigten Mitgliedern einige Satzungsänderungen auf der Agenda, die beschlossen wurden. Die wichtigste Änderung hatte zum Inhalt, dass künftig beispielsweise bei Bankgeschäften nur noch zwei Vorstandsmitglieder (statt bisher alle) unterschreiben müssen. Damit will der Vorstand flexibler und handlungsfähiger werden.

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