Projekt soll Kosten und Energie sparen

Gemeinde startet Klimaschutz-Webseite: Einzigartig im Kreis

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Maximilian Ganser (Zweiter von links) und Björn Pawlik (rechts) von der Entega überreichen dem städtischen Klimaschutzmanager Eric Maercker (links) und Bürgermeister Gerald Frank die Antenne, die ein intelligentes Energiemanagement kommunaler Gebäude möglich macht.

Münster - Die Gemeinde Münster ist nicht nur auf dem Papier eine Klimaschutzkommune. Mit verschiedene Projekten wird das Vorhaben untermauert. Nun unter anderem mit einem intelligenten, digitalen Energiemanagement für kommunale Gebäude und mit einer Klimaschutz-Webseite.

Es ist ein kreisweit einzigartiges Pilotprojekt: Die Klimaschutzkommune Münster hat gemeinsam mit ihrem Energieversorger Entega und der Energiewende GmbH den ersten Schritt für ein intelligentes, digitales Energiemanagement für die kommunalen Gebäude gestartet. Als Teil der Klimaschutz- und Digitalisierungsstrategie soll die smarte Technologie künftig dazu beitragen, Strom- und Heizkosten zu sparen und nebenbei lästige Pflichten – wie Zählerablesen – überflüssig zu machen.

Hinter dem etwas sperrigen Namen „LoRaWAN“ (Abkürzung für „Long Range Wide Area Network“) verbirgt sich eine drahtlose Netzwerktechnologie, die es ermöglicht, technische Geräte über Distanzen hinweg miteinander zu verbinden und zentral zu steuern. Für Münster bedeutet das konkret: Über eine Antenne auf dem Rathausdach, die rund 50 Mal weniger strahlt als eine herkömmliche Mobilfunkantenne, können unter anderem Strom- und Wärmeverbräuche kommunaler Gebäude an das LGA- Cockpit, eine webbasierte Energiemanagement-Plattform, übermittelt werden. Über dieses Programm können die Daten überwacht, visualisiert und aktiv gesteuert werden. „Ziel ist es vor allem, die Betriebskosten für Wärme und Strom zu senken und somit Energie zu sparen“, erläutert Münsters Klimaschutzmanager Eric Maercker.

Durch die relativ hohe Reichweite können nach Ablauf der Testphase neben dem Rathaus auch die Energieverbräuche das Hallenbades mit abgedeckt werden. Bewährt sich die Technik, könnte sie künftig auch auf alle anderen kommunalen Liegenschaften ausgeweitet werden. Die LoRaWAN-Technologie ermöglicht die automatisierte Übertragung der Zählerdaten ins LGA-Cockpit ohne Verkabelung und mit nur geringem Energieverbrauch. Die digitale Energiemanagement-Plattform wurde gemeinsam von der LGA-Landesgewerbeanstalt in Bayern und der Energiewende GmbH in Nürnberg entwickelt.

Die Entega hat im vergangenen Jahr als eines der ersten Unternehmen in Deutschland eine Testphase mit LoRaWAN begonnen. „Als Klimaschutzkommune ergeben sich daraus für uns große Chancen, durch moderne Technologie Ressourcen zu schonen und Kosten zu senken. Davon profitieren sowohl die Umwelt als auch die Steuerzahler“, bringt es Bürgermeister Gerald Frank auf den Punkt. Ein weiterer Vorteil: „Für die Gemeinde entstehen durch das Pilotprojekt keinerlei Kosten.“ Ab 2019 stehen Kommunen zudem attraktive Fördermöglichkeiten für die Einführung von smartem Energiemanagement zur Verfügung, ergänzt Maercker.

Vor UN-Klimakonferenz: Forderungen nach radikaler Wende

Der Klimaschutzmanager wartet darüber hinaus mit einem weiteren Novum aus. Als kreisweit erste Kommune setzt Münster in puncto Klimaschutz Maßstäbe: eine Klimaschutz-Webseite (siehe Infokasten). Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen wird dort gezeigt, wie viele Möglichkeiten es gibt, das Klima zu schützen und attraktive Fördermöglichkeiten zu nutzen. „Die Homepage gibt auch einen Überblick über die spannenden Klimaschutz-Projekte, die in Münster bereits umgesetzt wurden oder derzeit noch laufen“, betont Maercker. Im Sommer etwa hat das Stadtradeln ein Zeichen für mehr Radverkehr gesetzt. Im Projekt „AktVis“ werden gemeinsam mit Eigentümern und Anwohnern Lösungen für den alten Ortskern erarbeitet, unter anderem bei der energetischen Sanierung. Mit einem „Energietheater“ oder einem „Energiefrühstück“ gibt es auch kreative Anregungen, wie der Klimaschutz schon den Allerjüngsten in Kindergarten und Schule vermittelt werden kann. Denn schließlich sind vom Klimawandel vor allem die jungen Generationen betroffen. „Klimaschutz geht uns alle an und es gibt viele Möglichkeiten, schon durch kleine Änderungen der Alltagsgewohnheiten viel zu bewirken“, lädt Bürgermeister Frank zum Mitmachen ein.

Die Gemeinde Münster hat sich in diesem Jahr dem Bündnis der Klima-Kommunen in Hessen angeschlossen. Konkret heißt das, dass Hessen das Ziel verfolgt, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 30 Prozent und bis 2025 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2050 soll als langfristiges Ziel die Klima-Neutralität erreichet werden, was einer Reduktion von Treibhausgasen um mindestens 90 Prozent entspricht. (nkö)

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