Nach wenigen Monaten

Model Gina-Lisa Lohfink gibt auf: Bar „Miracle“ in Münster braucht jetzt das Wunder

Im Miracle: Wirtin Gina-Lisa Lohfink setzt sich in neuer Shisha-Bar in Szene, in der sie „zwei-, dreimal die Woche“ sein will.
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Im Miracle: Wirtin Gina-Lisa Lohfink setzt sich in neuer Shisha-Bar in Szene, in der sie „zwei-, dreimal die Woche“ sein will.

Das gastronomische Gastspiel von Gina-Lisa Lohfink in Münster ist nach wenigen Monaten vorbei: Durch die Corona-Krise wirft das „Miracle by Gina-Lisa“ nicht genug ab.

  • Gina-Lisa Lohfink aus Rödermark (Kreis Offenbach) hatte im Sommer 2020 ihre Bar in Münster eröffnet.
  • Jetzt ist die Gastronomie-Karriere des Models schon wieder vorbei.
  • Die Corona-Krise hat den jungen Gastronomie-Betrieb heftig gebeutelt.

Münster – In der Cocktail- und Shisha-Bar in der Darmstädter Straße in Münster hofft Mazylis nun solo auf ein „Wunder“. Denn der aus Litauen stammende, seit seinem siebten Lebensjahr in Münster lebende Inhaber des „Miracle“, wie es jetzt ohne den Zusatz „by Gina-Lisa“ heißt, ist der Einzige, der vom Führungstrio übrig geblieben ist. Co-Geschäftsführerin Zschommler und Namensgeberin sowie Teilhaberin Gina-Lisa Lohfink sind bereits im Herbst ausgeschieden. Nun hat Mazylis mit unserer Zeitung erstmals öffentlich darüber gesprochen.

Eins vorweg: Das „Miracle by Gina Lisa“ sei in den ersten Monaten „super angelaufen“, sagt der 26-Jährige. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet seien die Gäste gekommen, mitunter sicher auch, um Lohfink einmal persönlich zu begegnen. „Und Gina-Lisa hat ihr Wort gehalten und war teils mehrmals pro Woche vor Ort“, blickt Mazylis zurück. „Die Leute haben das gefeiert!“ Mit sechs Mitarbeitern hatte die Lounge, zu der auch ein kleiner Biergarten gehört, sechs Tage pro Woche geöffnet. Am Wochenende sei der Zuspruch besonders gut gewesen.

„Miracle by Gina-Lisa“ in Münster: Die Corona-Krise hat das junge Geschäft hart getroffen

Das Corona-Virus verschonte allerdings auch das Promi-Lokal am „Platz des Friedens“ nicht. „Nachdem wir gehört haben, dass der zweite Lockdown kommt, haben wir uns zusammengesetzt“, erzählt Mazylis. Das war im Oktober; ab November legte der später verschärfte „Lockdown light“ die Gastronomie ein zweites Mal lahm – bis heute. „Schon der erste Lockdown hatte uns getroffen, denn wir wollten eigentlich früher eröffnen als im Juni“, sagt der Inhaber, dessen Mietvertrag im Objekt schon im Januar 2020 anlief.

Im Miracle: Wirtin Gina-Lisa Lohfink setzt sich in neuer Shisha-Bar in Szene, in der sie „zwei-, dreimal die Woche“ sein will. (Archiv)

Nach einer coronabedingt verschenkten ersten Jahreshälfte hatten die Betreiber des „Miracle“ also kaum vier Monate, um durch ihren Gastro-Betrieb etwas Speck anzusetzen. Zumal die Corona-Verordnungen die Auslastung stark reduzierten: „Normalerweise haben wir Platz für bis zu 90 Gäste“, sagt Mazylis. Die Abstandsregeln verringerten dies auf 35. Eine Kompensation via Außer-Haus-Geschäft sei für eine Bar, die zwar auch Flammkuchen, Baguettes und Popcorn kredenzt, vor allem aber von Cocktail-Trinkern, Shisha-Rauchern und der Zusammenkunft in weltoffen-schicker Atmosphäre lebt, ebenfalls unmöglich.

„Im Guten auseinandergegangen“: Gina-Lisa Lohfink steigt aus Münsterer Bar aus

Ergo stellte das Trio vergangenen Herbst fest: Es reicht finanziell nicht (mehr) für alle, und die nächsten Lockdown-Monate dürften noch schwerer werden. Also einigte man sich auf die geschäftliche Trennung. Lohfink verzichtet seither und künftig auf ihren Anteil. Mazylis verzichtet auf den Namenszusatz „by Gina-Lisa“. Alles, was bisher nach dem Model klang oder aussah, wurde oder wird noch erneuert, von der Speisekarte bis zur Außenwerbung. Die Fotos der 34-Jährigen sind bereits abgehängt. Zschommler ist auch nicht mehr dabei, „sie ist ja mit Gina-Lisa befreundet und wollte vor allem etwas mit ihr zusammen machen“, erläutert Mazylis. „Wir sind im Guten auseinandergegangen und stehen immer noch in Kontakt“, sagt Mazylis.

Der Münsterer Junggastronom, der nur wenige Steinwürfe vom „Miracle“ entfernt wohnt, betont seinen festen Willen, das Lokal allein weiterzubetreiben. Der viermonatige Lockdown setzt ihm aber zu, „ich kämpfe ums Überleben, habe im Februar die letzten Reserven aufgebraucht und weiter Fixkosten von mindestens 5. 000 Euro“. Auch als erst Anfang 2020 eingetragenes Gastro-Gewerbe habe er Anrecht auf die November- und Dezember-Hilfe sowie weitere Überbrückungshilfen. „Die sind teils zugesagt, aber nicht geflossen.“ Privat lebe er – der mit seiner Freundin in ein paar Wochen das erste Kind erwartet – derzeit von Hartz IV. „Für einen Selbstständigen, der sein Geld selbst verdienen und nichts vom Staat haben will, gibt es nichts Schlimmeres!“

Bei alldem macht Jonas Mazylis deutlich, „dass ich diesen Lockdown toleriere, da es um Menschenleben geht“. Irgendwann sei aber auch beim solidesten Sparer das Geld aufgebraucht. In seiner Not hat der Inhaber des „Miracle“ bei Instagram einen Account eingerichtet (miracle_support), mit dem er um Spenden bittet. „Da ist auch tatsächlich schon was gekommen“, freut er sich, gleichwohl es sich um den „Tropfen auf den heißen Stein“ handele.

Immerhin: Auch Moderatorin und Designerin Mona Buruncuk hat Mazylis ihre Hilfe zugesichert und will ihr Netzwerk unterstützend einbringen. Buruncuk, ehemalige beste Freundin Lohfinks, hatte im Juni 2020 die Eröffnung des „Miracle“ moderiert. Und verspricht, Mazylis auch bei seinem Solo-Restart nicht im Stich zu lassen. (Von Jens Dörr)

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