Agrarpaket

Landwirte aus Münster und Eppertshausen schließen sich Protestwelle gegen Bundespolitik an

+
Grünes Kreuz auf grünem Acker zwischen Münster und Altheim: Fast alle Landwirte im Raum schließen sich dem Bundesprotest an. 

Landwirte aus dem Raum Münster und Eppertshausen schließen sich dem Protest gegen das Agrarpaket der Bundespolitik an.

Münster / Eppertshausen: Sie dienen laut Landwirtin Susanne Ries aus Münster als „stiller Protest“ der heimischen Landwirte, um auf die aktuelle Situation der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Wie viele Landwirte mitmachen, weiß Ries nach kurzem Überlegen und innerem Nachzählen auch zu sagen: „Fast alle!“ Die Bauern im Land hätten massive Existenzängste, die sie nun handeln ließen.

Grüne Kreuze erreichen Münster und Eppertshausen

Die Aktion, die jetzt unseren südhessischen Raum erreicht, ist eine Reaktion auf das Agrarumweltpaket, das die Bundesregierung Anfang September verabschiedet hat. „Seitdem geht in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird“, gibt Landwirtin Ries wieder, was ein „Bauer Willi“ beim Bauernverband Schleswig-Holstein via Facebook initiierte und sich seitdem flächenbrandartig im Land ausbreitet: 

Protest mit dem grünen Kreuz gegen die für Landwirte immer unnachvollziehbarer und unberechenbarer werdende Bundespolitik. Die, die sich dem Bauernprotest angeschlossen haben, wollen nur eins: Dass die Beschlüsse im Agrarpaket der Bundesministerinnen Julia Klöckner, Ernährung und Landwirtschaft, sowie Svenja Schulze, Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, im Bundestag geändert werden.

Münster / Eppertshausen: Landwirte mit Agrarpaket des Bundes unzufrieden

„Da ist zum einen ein Agrarpaket, das vom Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium verabschiedet wurde. Zum anderen droht eine Reform der erst im letzten Jahr verabschiedeten Düngeverordnung,“ schimpft Ries, und weiter: „Es gibt zahlreiche Auflagen in der Tierhaltung und immer mehr Dokumentation. Das alles führt zu großen Einschnitten, die gerade für kleine und mittlere Familienunternehmen nicht mehr zu stemmen sind.“

Die Folge sei ein Höfe-Sterben, das auch in unserem Raum um sich greife. Ries führt Lebensmittelimporte aus dem Ausland ins Feld, die ohne Rücksicht darauf, wie diese erzeugt worden seien, ins Land kämen. „Aber das kann nicht im Sinne der Verbraucher sein“, sagt die engagierte Landwirtin. Das Agrarpaket habe jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht.

Grüne Kreuze als Mahnung gegen Agrarpaket

Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an jeden Einzelnen verstanden werden, um sich den Wert der heimischen Landwirtschaft bewusst zu machen – um ins Gespräch zu kommen mit Bürgern, Politikern und regionalen Abgeordneten.

Die Initiative wurde von einigen engagierten Landwirten ins Leben gerufen, frei nach dem Motto von Friedrich Wilhelm Heinrich Raiffeisen, einem der Gründer der genossenschaftlichen Bewegung und Namensgeber der Raiffeisenorganisation: „Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele.“ Ries erklärt, die Landwirte wollten endlich zeigen, mit welchen Existenzängsten sie seit einigen Jahren leben. Weitere Aktionen würden sicherlich folgen, wenn sich in der Bundespolitik nicht endlich etwas zugunsten der darbenden Landwirte bewege, sagt Ries.

Von Thomas Meier

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare