Auch Projektideen erbeten

Bürgerstiftung Münster bittet um Spenden

Der Zaun am Museum ist eins der örtlichen Projekte, das die Bürgerstiftung Münster um Günter Huther (von links), Günter Willmann, Inge Eckmann und Joachim Müller in jüngerer Vergangenheit gefördert hat.
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Der Zaun am Museum in Münster ist eins der örtlichen Projekte, das die Bürgerstiftung Münster um Günter Huther (von links), Günter Willmann, Inge Eckmann und Joachim Müller in jüngerer Vergangenheit gefördert hat.

Seit elf Jahren bereichert die Bürgerstiftung Münster das Leben in der Gersprenz-Gemeinde – ob direkt mit ihren Veranstaltungen oder indirekt mit Zuschüssen, die sie über ihre Stiftungskapitalerträge, Spenden oder Events generiert.

Münster - Förderfähig in Münster, Altheim und Breitefeld sind kulturelle, ortsbildprägende sowie der Bildung, Geschichtsforschung oder dem Umweltschutz dienende Projekte. Bei einem Stiftungskapital von derzeit 75 000 Euro hat die Bürgerstiftung im vergangenen Jahrzehnt rund 20 000 Euro verteilt, pro Jahr meist für zwei bis drei Zwecke.

2020 ist coronabedingt vieles anders, fehlen Einnahmen, aber auch Förderanträge. Im Jahresschlussspurt haben Günter Willmann, Günter Huther und Joachim Schledt vom Stiftungsvorstand sowie Inge Eckmann vom Stiftungsbeirat aber noch Hoffnung auf Besserung.

Die Habenseite wollte die wohltätige, politisch unabhängige und ehrenamtlich geführte Münsterer Bürgerstiftung in diesem Jahr eigentlich mit einem Sponsorenessen sowie einem Mundart-Abend stärken. Ob der Hygienevorgaben strich die Stiftung jedoch beides. Selbst manch öffentlichkeitswirksamen Fototermin an geförderten Projekten sagte man sicherheitshalber ab. Auch die Mitgliederversammlung konnte dieses Jahr nicht zusammentreten. Seinen Bericht zu 2020 stellt der Vorstand den Beiratsmitgliedern diesmal schriftlich zu. Auch die Einrichtung der neuen Website verzögerte sich, sie ist nun fürs kommende Frühjahr geplant.

Mangels Veranstaltungen und öffentlicher Präsenz ist das Spendenaufkommen der Stiftung in diesem Jahr eingebrochen. Was heißt, dass bislang auch nichts verteilt werden konnte. Denn der Hauptansatz vieler Stiftungen hilft seit Längerem nicht weiter: Ob der anhaltenden Nullzinsen und der gleichzeitigen Notwendigkeit, das Stiftungskapital sehr konservativ und sicher anzulegen, lassen sich weiter keine nennenswerten Zinserträge erzielen. „Damit bleiben auch die Mittel für die Stiftungsarbeit aus“, bedauert Willmann. Auf der anderen Seite ist seit Monaten auch das Kultur- und Vereinsleben ausgebremst, kann in vielen Bereichen gerade nur das Nötigste getan werden. So dürfte es sich erklären lassen, dass der Stiftung momentan nur ein Förderantrag vorliegt – bei einem Betrag von 500 Euro dazu noch ein recht bescheidener.

Die Spendenkonten

Konto bei der Sparkasse Dieburg: IBAN DE21 5085 2651 0132 1062 61.

Konto bei der Frankfurter Volksbank: IBAN DE60 5019 0000 0006 9287 30.

Wie aber nun vorgehen? Die Bürgerstiftung Münster ruft in der Adventszeit zum einen Privatleute und Unternehmen zu Spenden auf. Dabei müsse es sich nicht um Zustiftungen handeln, die ja ins Stiftungskapital einflössen, was in Zeiten nicht absehbarer Quasi-Abschaffung von Zinserträgen wenig bringen würde. Vielmehr könne es um Spenden gehen, die direkt an lokale, vom Vorstand vorgeschlagene und vom Beirat beschlossene Projekte ausgegeben würden. Zum anderen lädt die Stiftung Vereine, Gruppen, Initiativen und Personen aus den erwähnten Fördergebieten dazu auf, förderwürdige Ideen einzureichen. „Selbst wenn sie jetzt noch nicht berücksichtigt werden können, hätten wir sie fürs nächste Jahr vorliegen“, sagt Willmann.

Ein Jahr, in dem die Bürgerstiftung Münster hofft, ihrem guten Zweck wieder weitgehend normal dienen und das örtliche Leben auch wieder mit eigenen Veranstaltungen bereichern zu können. (Von Jens Dörr)

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