Jetzt kostet die Sauna extra

Hallenbad erhöht aus „gesetzsteuerlichen Gründen“ die Preise

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Die Saunagrotte in Münsters Hallenbad erfreut sich großer Beliebtheit. Bisher war sie im Eintrittspreis für das Hallenbad enthalten. Seit Anfang Januar kann sie für eine geringe Zusatzgebühr von einem Euro optional genutzt werden.

Münster - Seit dem 1. Januar gelten bei den Eintrittspreisen im Hallenbad Münster einige Neuerungen. Wegen enorm gestiegener Energiekosten wurden die Tarife für den Warmbadetag am Mittwoch erhöht. Neu ist auch, dass die Sauna nun nicht mehr im Eintrittspreis enthalten ist, sondern für eine Tagespauschale von einem Euro optional dazu gebucht werden kann.

Das Hallenbad Münster erfreut sich weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus großer Beliebtheit. Rund 70 Prozent der Besucher kommen nicht aus Münster, wie eine Umfrage kürzlich ergeben hat (wir berichteten). Im Vergleich zu vielen anderen Bädern in der Region sind die Eintrittspreise günstig. Bisher war die Nutzung der Saunalandschaft bereits in der Gebühr für das Bad enthalten. Seit neuestem wird für die Saunanutzung nun eine geringe Zusatzgebühr erhoben.

„Das hat gesetzsteuerliche Gründe, das Finanzamt hat der Gemeinde auferlegt, offenzulegen, welche Besucher das Bad für rein sportliche Zwecke – also Schwimmen oder Aqua-Kurse – nutzen und welche zusätzlich auch den Wellness-Bereich besuchen“, heißt es hierzu aus dem Rathaus. Denn das werde unterschiedlich hoch für Schwimmbad und Sauna besteuert: „Für die sportliche Nutzung von Schwimmbädern gilt der verringerte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Für Wellness –und dazu gehört auch die Sauna – sind die üblichen 19 Prozent fällig.“ Da es bisher nur einen Eintrittspreis für alles gab, sei eine Unterscheidung dieser Nutzung nicht möglich gewesen. Die Gesamteinnahmen sollten vollständig mit 19 Prozent versteuert werden. „Daher ist aus steuerlichen Gründen eine Trennung notwendig“, erklärt die Gemeindeverwaltung.

Somit gelten die allgemeinen Eintrittspreise seit dem 1. Januar nur noch für die Nutzung des Bades. Die Saunanutzung kann für eine Tagespauschale von einem Euro pro Person im Bad dazu gebucht werden. „Der Zutritt wird nun über Armbändchen geregelt, die es direkt vor Ort bei der Badeaufsicht gibt und in bar gezahlt werden können“, sagt Helmut Voigt, Leiter des Hallenbades. Diese Neuregelung sei von Saunanutzern sogar schon gelobt worden: Es herrscht nun mehr Ruhe in der Sauna, da es weniger „Durchlauf“ gibt – das Wellness-Angebot werde nun bewusster genutzt.

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Die zweite Neuerung bei den Hallenbad-Tarifen bezieht sich auf den Warmbadetag am Mittwoch. Die Wassertemperatur wird an diesem Tag im Schwimmerbecken von den üblichen 28 auf 30 bis 31 Grad erhöht, im Nichtschwimmerbecken herrschen dann kuschelige 32,5 Grad. Die höhere Wassertemperatur wird vor allem von vielen älteren Nutzern als angenehm empfunden – und von den allerjüngsten. „Mittwochs finden unsere Babyschwimmkurse statt“, betont Helmut Voigt.

Um das Wasser auf diese höheren Temperaturen zu erwärmen, ist allerdings ein extrem hoher Energieeinsatz nötig. Und der geht ins Geld. Aus dem Rathaus heißt es: „Die Hallenbad-Besucher werden nur sehr geringfügig an den gestiegenen Kosten beteiligt: Für den Mittwoch gelten nun die gleichen Eintrittspreise wie an Samstagen und Sonntagen, also 50 Cent mehr pro Person.“ (tm)

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