Coronavirus

Ärger am Impfzentrum: Frau wird trotz Termin abgewiesen

Lange Schlangen vorm Impfzentrum in Reinheim wie Anfang April sind diesmal nicht das Problem der Bürger. Wegen eines technischen Fehlers wurde eine Frau wieder heimgeschickt.
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In Reinheim bei Münster wurde eine Frau wegen eines technischen Fehlers im Impfzentrum wieder heimgeschickt.

Der Ärger um das Corona-Impfzentrum in Reinheim bei Münster geht weiter. Eine Frau wird trotz Termin heimgeschickt.

Münster – Der Ärger um das Impfzentrum des Landkreises Darmstadt-Dieburg in Reinheim hört nicht auf. Nachdem sich Anfang April viele Bewohner des Kreises über lange Schlangen wegen schlechter Planung aufgeregt haben, wurde nun eine Frau heimgeschickt, weil ihr Termin wegen eines technischen Fehlers in Reinheim nicht gemeldet wurde. „Das Personal in Reinheim hat meiner Frau den Zutritt mit der Begründung verweigert, dass sie nicht auf der Liste für diesen Tag stehe“, ärgert sich Gerhard Bonifer-Dörr auch einige Tage nach dem Vorfall am 5. Mai noch.

Jeder Hinweis auf die schriftliche Zusage aus Wiesbaden hat nicht geholfen. „Wir wurden weggeschickt mit dem Hinweis, dass allein die zentrale Impfterminvergabe dieses Problem regeln könne.“ Dass er dort nach mehreren Versuchen 20 Minuten mit der Terminvergabe telefoniert hat und noch heute auf den versprochenen Rückruf wartet, ist für ihn der Gipfel. „Da bleibt nur massives Misstrauen in das Impfmanagement des Landes Hessen“, ärgert er sich.

Ärger hat sich auch in der Verwaltung des Kreises Darmstadt-Dieburg breit gemacht. „Wir sind mit dem Vorgehen ebenfalls nicht einverstanden und haben dies dem Land bereits zurückgemeldet“, schreibt die Verwaltung auf Nachfrage. Parallel dazu bemühe sich der Kreis darum, einen Ersatztermin außerhalb der Terminvergabeplattform anzubieten – bisher allerdings auch noch erfolglos.

Corona-Impfzentrum in Münster: „Das hätte nicht passieren dürfen“

Nach Rücksprache des Impfzentrums Reinheims mit dem Land Hessen sowie dem vom Land beauftragten Dienstleister hatte Bonifer-Dörrs Frau zwei Registrierungsnummern erhalten. „Der Dienstleister hatte nach dem Ergebnis unserer Recherchen den Arbeitsauftrag, doppelte Registrierungen zu identifizieren und die Doppelregistrierung zu löschen“, schreibt der Kreis in seiner Antwort. Offenkundig wurde mit der Löschung auch der bestehende Termin am 5. Mai gelöscht. „Das hätte nicht passieren dürfen.“ Das Impfzentrum-Personal konnte das nicht erkennen und „musste sie leider abweisen“.

Und das sowie der zweifelhafte Umgang mit seiner Frau ist es, was Bonifer-Dörr noch mehr stört. Das Personal habe seine Frau teilweise beschuldigt, dass sie einen Fehler gemacht habe – trotz des schriftlichen Nachweises aus Wiesbaden. „Das hat ihr Nervenkostüm ganz schön strapaziert. Da hat die Empathie und Flexibilität komplett gefehlt“, ärgert er sich. „Die Papiere hatten wir ja alle da, das hätte schon besser laufen können.“ Beispielsweise, indem die Frau einen der kurzfristig frei gewordenen Termine bekommen hätte, die sonst über die Ärmel-hoch-Kampagne des Kreises Darmstadt-Dieburg vergeben werden. (Lars Herd)

Bereits in der Vergangenheit sorgte das Thema Corona in Münster bei Darmstadt für Aufregung. Auch in einem anderen Impfzentrum sind Menschen trotz Termin nach Hause geschickt worden.

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