Ehrenamtliche des Naturschutzbundes im hitzigen Einsatz

Kampf gegen giftige Kräuter

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Die Maht auf der Düne im Naturschutzgebiet Auf dem Sand zwischen Münster und Altheim ist schweißtreibende und nicht ungefährliche Handarbeit.

Münster - Heiß und trocken geht es her, dieser Tage. Und noch gilt für alles was da kreucht und fleucht die gesetzliche Schonfrist der Brut- und Setzzeit. Doch haben sich mancherorts auch ungebetene Gäste breitgemacht.

Die Rede ist von invasiven Neophyten, also von floralen Einwanderern, die zum einen die heimische Flora verdrängen, die für Weidevieh eine vergiftende Gefahr darstellen, oder gar dem Menschen gefährlich werden können. So gibt es für den Naturschutzbund Münster auch kein „Sommerloch“, wenn die Aktiven als aufmerksame Beobachter der Ausbreitung von Herkulesstaude (Riesenbärenklau), der Kanadischen Goldrute und des giftigen Jakobs-Greißkraut, regulie-rend entgegentreten. Schweißtreibende Arbeiten sind die Entfernung der Herkulesstauden: einmal ist da die Schutzkleidung, um möglichen Hautkontakt direkt zu unterbinden, ferner der Einsatz des Stechbeitels. Das manuellen Abstechen der Stauden bringt bei dieser sommerlichen Hitze keine rechte Freude.

Auch die Entfernung der Kanadischen Goldrute, die gerade die reich blühende Düne „Auf dem Sand“ zu überwuchern drohte, wurde mit reinem Körpereinsatz zurückgedrängt. Eine Maht mit der Sense ist gerade für die vielfältigen Insekten die wohl beste Möglichkeit des Artenschutzes.

Zur Zeit sind gerade auf der Sanddüne die blühenden Magerrasen-Pflanzen ein Magnet für Tagfalter jeder Art. Neben Ochsen- und Tagpfauenauge, Perlmutterfaltern und Bläulingen ist auch unser größter Tagfalter, der Schwalbenschwanz, ein ständiger Besucher. Ebenso das Jakobs-Greis- oder auch Kreutzkraut. Anders als bei Ambrosia oder Bärenklau handelt es sich beim Jakobskreuzkraut nicht um einen Neophyten, sondern um eine alte heimische Pflanze. Hochgiftig, gerade für Pferde, wird es von den Nabu-Aktiven von Hand gezogen und in Müllsäcken dem Restmüll zugeführt. Eine Beweidung der betroffenen Flächen mit Schafen ist möglich. Ihre Mägen vertragen eine gewisse Menge des heimischen, normalen Greiskrauts. Leider jedoch gibt es inzwischen eine eingewanderte Unterart, das Schmalblättrige Kreuzkraut, auch Afrikanisches Greiskraut“ genannt. Hierbei handelt es sich nun um keine einheimische Pflanze, sondern um einen Neophyten, also wieder um eine invasive und gebietsfremde Pflanze. Sie ist noch selten, aber hochtoxisch und auch für Schafe durchaus tödlich. Daher ist hier seitens des Nabu erhöhte Aufmerksamkeit und kontinuierliche Entfernung des sich rasch ausbreitenden Greiskrauts angesagt.

So gesund ist die Mittelmeerdiät

Alles Arbeiten in den heißesten Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das bei anhaltender Trockenheit. So bittet der Naturschutzbund in diesem Zusammenhang auch um besondere Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer: „Ein Flächenbrand zerstört zu viel Natur und nicht nur die eingewanderten, invasiven Neophyten.“ (tm)

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