In Altheim spielt sich das Fest diesmal weitgehend im TSV-Biergarten ab

Kerbspruch vor der Schiri-Kabine

Die Altheimer Kerb spielte sich diesmal hauptsächlich am Samstag und im TSV-Biergarten ab. Für die Kinder gab es zwar keinen Rummelplatz, doch zumindest eine Hüpfburg (im Hintergrund).
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Die Altheimer Kerb spielte sich diesmal hauptsächlich am Samstag und im TSV-Biergarten ab. Für die Kinder gab es zwar keinen Rummelplatz, doch zumindest eine Hüpfburg (im Hintergrund).

Der Turn- und Sportverein mausert sich in Altheim zunehmend zum Hotspot nicht nur sportlicher, sondern auch gesellschaftlicher und kultureller Ereignisse. Da überrascht es kaum noch, dass der TSV auch zur Altheimer Kerb in die Bresche sprang, die wegen restlicher Corona-Unwägbarkeiten und kurzem Vorlauf in diesem Jahr in abgewandelter Form und unter Zurückhaltung des sonstigen Beteiligten stattfand. Unter anderem integrierte der Verein am Samstagabend sein Oktoberfest.

Altheim - Das spielte sich– wie die gesamte Veranstaltung – im Wesentlichen im TSV-Biergarten ab. Eine Freiluft-Feier also, wie sie am traumhaften Oktober-Samstag niemand fröstelnd verfluchen musste. Was freilich auch am Feuerwehrhaus so gewesen wäre, wo sich das Altheimer Kerbtreiben sonst abspielt. Und dies normalerweise auch als Gemeinschaftsproduktion mehrerer Vereine und Gruppen aus dem Ortsteil.

Diesmal indes zeichnete der TSV Altheim alleine fürs Geschehen verantwortlich – Kerbvadder inklusive: Vorsitzender Olaf Herd, schon in zünftiger Tracht fürs spätere Bajuwaren-Fest, hatte einen kurzen Kerbspruch vorbereitet. Für ihn erstmals ein öffentlicher Vortrag dieser Art, gleichwohl Herd durch berufliche Präsentationen schon ein wenig präpariert war.

Autor der gereimten Zeilen war er in Personalunion, hielt die Tradition der Kerbreden ohne den andernorts teils üblichen Ghostwriter lebendig.

„Ich wollte mir verkneifen, mit dem Kerbspruch einzelne Leute anzuprangern“, skizzierte er seinen Ansatz. Auf Namen oder allseits klar erkennbare Personen verzichtete er ergo in seinen Anekdoten, trug direkt vor der Schiedsrichterkabine aber dennoch ein paar komische Begebenheiten zusammen. Etwa die vom Altheimer, der einen Maulwurf von seinem Rasen verbannen wollte. Weil weder Maschendraht half und der Artenschutz sowohl Rauchbombe als auch Dolchstoß gegen das Tier verbot, konstatierte Herd das Ende vom Lied so: „Der Maulwurf fühlt sich nicht als Beute – und wenn er nicht gestorben ist, dann buddelt er noch heute!“

Auch Geschichtchen von einer Irrfahrt durchs Feld und einer Glastisch-Politur, die mit Schnittverletzung und Blutlache endete, erzählte der Kerbvadder. Dann leitete er zum gemütlichen Teil über, den die am Samstag zur Kerbspruch-Zeit rund 200 Gäste mitunter schon vorher eingeläutet hatten.

Das Oktoberfest wagte der TSV Altheim (ohne negative Folgen) auch schon 2020, als im Herbst nur ganz wenig ähnliche Veranstaltungen stattfanden. „Wir haben damals das Fest gemacht – und dann kamen die Welle und der Lockdown“, blickte Olaf Herd zurück.

Beides ist zwölf Monate und Dutzende Millionen Impfungen später nicht mehr zu befürchten. Freiheit und Geselligkeit, die auch am Wochenende sichtlich gut tat. Ob am Freitagabend, als ein fröhliches Anstechen und ein 3:2-Sieg der Altheimer A-Liga-Kicker gegen Viktoria Kleestadt den gelungenen Prolog bildeten, ob an der Kuchentheke der TSV-Gymnastikfrauen oder beim Fußball-Parcours für Kids auf dem Nebenplatz, organisiert von der Jugendabteilung. Eine Hüpfburg war auch aufgebaut. Bis zu 20 Helfer des TSV kümmerten sich am Samstag ums Wohl der Gäste.

Einen Rummelplatz im Ortskern oder den Kerbumzug gab es diesmal zwar nicht. Letzteren wollte am Sonntag jedoch eine Gruppe Altheimer im Kleinformat imitieren und den Spaziergang – wo sonst – im TSV-Biergarten enden lassen.

Von Jens Dörr

Kerbspruch vor der Schiedsrichterkabine: TSV-Vorsitzender Olaf Herd übernahm beim Heimspiel erstmals diese Aufgabe.

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