Kita-Plätze teilen oder Container

SPD bietet Lösungsansätze für baldige Beseitigung des Kita-Platz-Mangels in Münster

Auch das Provisorium einer Kita im ehemaligen Jugendzentrum an der Bahnhofstraße ist Geschichte. Ausgelagert wurde die ehemalige ASB-Kita in Räume des verwaisten Hallenbades. Doch genügend Plätze gibt es in Münster nicht. Jetzt zum Wahlkampf bringt die SPD Ideen.
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Auch das Provisorium einer Kita im ehemaligen Jugendzentrum an der Bahnhofstraße ist Geschichte. Ausgelagert wurde die ehemalige ASB-Kita in Räume des verwaisten Hallenbades. Doch genügend Plätze gibt es in Münster nicht. Jetzt zum Wahlkampf bringt die SPD Ideen.

Münster – Münster wächst. Seit 2014 hat die Gemeinde laut SPD einen Kinderzuwachs von 22 Prozent. „Das ist toll und das wollen wir auch weiterhin“, sagt Nina Zeitz, Elternbeiratsvorsitzende in der Einrichtung „Haus der Kinder“ und SPD-Kandidatin für die Kommunalwahl. Und damit dies so bleiben könne, bringen die Genossen finanzierbare Vorschläge ein, unter anderem das „Platzsharing“, also Teilen eines Platze auf zwei oder mehrere Kinder.

Die Kita-Problematik habe die Gemeinde schon in den letzten Jahren vor eine Herausforderung gestellt, erklärt Zeitz. Neue Plätze mussten geschaffen werden und entstanden durch Erweiterung von bestehenden Kindergärten. Es wurden naturnahe Gruppen im Haus der Kinder und bei den Blumenkindern in Altheim eröffnet. Im Rüssel und im evangelischen Kindergarten in Altheim wurden die Gruppen durch einen Anbau erweitert. „Seit 2014 wurden insgesamt 156 neue Plätze geschaffen, 36 neue Krippen- und 120 neue Kindergartenplätze.

Der Bund hat 2013 entschieden, dass ein Anspruch auf einen Kindergartenplatz besteht, die Kosten dazu müssen die Kommunen zum größten Teil alleine tragen. Alleine für Münster betrügen laut SPD die Kosten rund fünf Millionen Euro pro Jahr. Umgerechnet auf einen Krippenplatz (U3) bedeute dies beispielsweise einen Kostenbeitrag von 8 833 Euro im Jahr.

Kindergartenplätze könnten nicht auf „Vorrat“ vorgehalten werden, da ungenutzte Kindergartenplätze zu teuer seien und die gesamte Gemeinde zu sehr belasteten, erklärt Zeitz. Um diese zusätzlichen Kosten zu vermeiden, würden die angebotenen Plätze am statistischen Bedarf ausgerichtet. Dadurch sei es nicht möglich, auf einen veränderten Bedarf kurzfristig zu reagieren. Dies habe zur Folge, dass aktuell für die Kindergartenjahre bis 2023 rund 100 Plätze fehlten.

Zeitz: „Wir haben bereits 2021 und ab Sommer werden die ersten Kinder keinen Platz in einer Einrichtung haben. Dem muss Rechnung getragen und dringend die Prioritäten im Haushaltsplan gesetzt werden.“ Nicht nur die Kosten seien eine Herausforderung, auch der Personalmangel und die fehlenden Flächen für einen Ausbau. Münster habe zwei Flächen, das Frankenbachgelände und eine am Werlacher Weg.

Um kurzfristig den Mangel an Kindergartenplätzen in den Griff zu bekommen, sieht die SPD eine erste Möglichkeit im Platzsharing, einem bedarfsgerechten Teilen von Betreuungsplätzen. Angelika Mittmeyer, die als SPD- Mitglied für die Kommunalwahl kandidiert, war lange in der Betreuung der John-F.-Kennedy-Grundschule. Sie ist der Meinung, dass die Aufklärung über die Funktionsweise das Wichtigste sei: „Platzsharing wird für die Eltern interessant sein, die entweder nicht arbeiten oder teilzeitbeschäftigt sind und somit stundenweise oder tageweise eine Betreuung benötigen. Hier gibt es unterschiedliche Modelle, gut organisiert ist das eine Möglichkeit, sehr kurzfristig mehr Kinder in einer Gruppe aufzunehmen.“

Eine zweite Möglichkeit insbesondere für die U3-Kinder wären zusätzliche Mittel, um mehr Tagesmütter im Ort zur Verfügung stellen zu können. Angelika Dahms, ebenfalls SPD Kandidatin, betont, dass Tagesmütter nur eine temporäre Lösung seien, denn die Kinderbetreuung müsse in kommunaler Hand bleiben.

Die dritte Möglichkeit wäre die Nutzung von Containern. Die Qualität dieser Bauten sei laut Genossen mittlerweile sehr gut. Damit hätte man die Möglichkeit, kurzfristig weitere Plätze anzubieten, bis der Bau der neuen Kindergärten fertig ist.

Solche Lösungen sollten keine dauerhaften Lösungen sein. Die SPD werde sich weiter für einen bedarfsgerechten Ausbau der Kita-Betreuungsplätze einsetzen. (tm)

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