Trompeten-Ensemble beim Open-Air am See

Der Klang in der freien Natur

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Das Ensemble des Abends: (von links) David Tasa, Frederik Depta, Jana Calvo-Lorenzo, Dozent Florian Balzer, René Wilhelm, Francois Louis Toulemonde und Lukas Bruggaier. Laut Balzer war es das erste Open-Air, bei dem es regnete.

Münster - Mit der Sommer-serenade bot die Gemeinde Münster am Donnerstag ein Afterwork-Konzert an, das Besucher in das Freizeitzentrum locken sollte. Diese zweite Veranstaltung der neuen Sommer- Kultur-Open-Air-Reihe wartete mit viel Musik auf. Von Peter Panknin 

Mit einer Lesung mit Meddi Müller und Daniel Holbe sowie den Duos „Welthits auf Hessisch“ und „Aroha hatten die Gemeinde Münster vor drei Wochen erstmals zum sommerlichen Kulturerlebnis im Freien geladen. Am Donnerstagabend folgte nun ein weiterer Teil. Geboten wurde diesmal ausschließlich Musik, die aber nicht nur vielseitig war, sondern auch hochwertig. Keine Saiten, aber bis zu sieben Trompeten erklangen in freier Natur.

Seinen Auftritt hatte das Trompetenensemble des Dr. Hoch´s Konservatorium Frankfurt unter der Leitung von Florian Balzer, Dozent für Trompete an der vorgenannten Bildungseinrichtung und Orchestertrompeter bei den Bochumer Symphonikern. Begleitet wurde er von fünf jungen Menschen, die im Studium der Musik schon weit fortgeschritten sind und nun bei öffentlichen Auftritten Erfahrungen unterschiedlichster Natur sammeln wollen und sollen. „Es ist ein sehr großer Unterschied, ob sie ihr Instrument in einem Konzertsaal oder in einer Kirche zum Klingen bringen. Gebäude haben bauartbedingt eine klangdämpfende oder Hall hervorrufende Wirkung, auch die Menge der im geschlossenen Raum anwesenden Personen spielt eine wichtige Rolle“, so der Lehrende Balzer im Gespräch. „Ganz anders ist die Wirkung, das Klangfeld der Instrumente in der freien Natur“, so fährt er fort, „diese Erfahrung zu machen, ist ganz wichtig in der Ausbildung eines Musikers“.

Damit war erklärt, weshalb das Ensemble sich auf den Open-Air-Auftritt in Münster freute. Nun traten aber keine Anfänger auf, wie man vielleicht bei der Bezeichnung „Student“ denken könnte. Dass dem nicht so ist, bewies Balzer bei der Vorstellung der Mitwirkenden, die allesamt schon zahlreiche Preise für ihre künstlerische Tätigkeit erhalten haben. Der, der laut Balzer aussieht wie ein „Student im hundertsten Semester“ ist nun beileibe kein solcher, sondern es ist Professor David Tasa, bis 2014 Solotrompeter der Oper Frankfurt, auch Solotrompeter der Oper Oslo und einer der Vorgänger von Balzer am Konservatorium.

Viel überzeugender und beeindruckender als die Nennung der erhaltenen Auszeichnungen war die Demonstration des Könnens auf dem Instrument. Mit Kompositionen von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach, Gustav Guentzel, Don Gillis und Queen / Freddy Mercury brachten die Künstler gemeinsam oder als Solisten ein breites, musikalisches Trompetenspektrum aus der Barock- bis in die heutige Zeit an die Ohren der Zuhörer. Mit Kompositionen von Peter Feil wurde auch dem Jazz Rechnung getragen. Münster hat selbst viele begeisterte Musiker, in Orchestern spielend oder in Chören mitwirkend, sodass den Akteuren auf der Bühne eine große Aufmerksamkeit, anerkennendes Mitgehen und lebhafter Beifall zuteil wurde.

Während des Konzertes vergossen große Wolken ein paar Regentropfen, was der Freude am musikalischen Geschehen aber keinen Abbruch tat. Einige der etwa 140 Gäste flüchteten unter die Überdachung des Freizeitgeländes, ein Paar spannte einen Schirm auf – und vorbei war es mit dem Regen. Der machte Pause, bis der Beifall verklungen und die freiwilligen Spenden, die statt eines Eintrittsgeldes erbeten waren, abgeliefert wurden. Erst nachdem sich die meisten Besucher auf dem Heimweg befanden, hielten die Wolken nicht mehr dicht. Die zweite Open-Air-Veranstaltung der Gemeinde Münster war also in „trockenen Tüchern“ und rundherum gelungen.

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