Kreative Brücken zu Fossilien

Kunstwerke für Grube Messel: Stele aus Münster fast fertig

Kuratorin Ute Ritschel auf der Kunst-Bank Python von Waltraud Munz-Heiliger vor dem Besucherzentrum.
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Kuratorin Ute Ritschel auf der Kunst-Bank Python von Waltraud Munz-Heiliger vor dem Besucherzentrum.

Roger Rigorth, in Altheim beheimateter Künstler mit globalen Wirkungsstätten, und zwei weitere Kreative liegen mit ihren jeweiligen Helferteams in den letzten Zügen, drei Kunstwerke vor dem Weltnaturerbe Grube Messel aufzustellen, die vom Landkreis mitfinanziert und am Sonntag feierlich eingeweiht werden. Es ist ein Brückenschlag zu den Fossilien und zum Waldkunstpfad Darmstadt.

Altheim/Messel – Die sechs Meter hohe Stele mit Namen Fossil, die Rigorth aus einer dem Windbruch in Darmstadts Forst zum Opfer gefallenen Douglasie in seiner Künstlerwerkstatt im ehemaligen Hessischen Hof Altheims vorbereitete, steht seit Anfang der Woche in einem Betonsockel vor dem Eingang des Besucherzentrums Grube Messel. Allerdings muss noch kräftig Hand angelegt werden, bis die stolze Begrüßungs-Säule Besuchern aus aller Welt mental auf die bedeutende Fossilienfundstelle einstimmen wird. Sie stilisiert eine Wirbelsäule, zwischen deren hölzernen Knochen und Bandscheiben sich geflochtene Körper winden. Und eben die Körbe an stählerner Rippenstruktur wollen noch vor Ort geflochten sein, bis das Werk am Sonntag feierlich eingeweiht wird. Rund 800 Meter Sisal-Tauwerk flechten Rigorth und seine Praktikantinnen Annika Scheuring, Alaina Pelltier und Samira Jamali bei Wind und Wetter um die stählernen Rippen. Vor allem die Sonne macht ihnen dabei doch zu schaffen. Doch ist sich Rigorth am Mittwochnachmittag sicher: „Wir schaffen das bis zur Feier.“

Mit der Erweiterung seines Aktionsraumes macht sich der Internationale Waldkunstpfad zu seinem zehnten Geburtstag sozusagen selbst ein Geschenk. Erstmals ist neben dem Heimatwald am Darmstädter Böllenfalltor mit dem UNESCO Welterbe Grube Messel ein zweiter Ort Schauplatz der weltweit beachteten Kunstbiennale ausgewählt worden. Im Rahmen des Kooperationsprojektes entstehen derzeit gleich drei Kunstwerke auf dem Gelände des Besucherzentrums an der Welterbestätte. „Zur Einweihung der Kunstwerke an Grube Messel am Sonntag, 13. September, um 11 Uhr sind Besucher willkommen“, sagt Kuratorin Ute Ritschel. Platz genug für jeden Sicherheitsabstand gibt es genug.

Drei Künstler sind anlässlich des kleinen Waldkunstpfad-Jubiläums entstanden. „Kunst, Wald, Fossil“ ist ein Kooperationsprojekt des UNESCO-Welterbes Grube Messel, des Vereins für Internationale Waldkunst und dem UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald im Rahmen des EU-Förderprojektes „Ruhitage“. Neben Rigorths Stele beziehen sich auch die Kunstwerke von Barbara Beisinghoff und Waltraud Munz-Heiliger auf den Ort und spiegeln die fossile Geschichte der Grube wider. Munz-Heiliger steuerte eine Bank mit Namen Python bei, von Beisinghoff kommt „Messel Canopy“, eine metallene Überdachung mit eingestanzten Fossilien-Fundstücken und geschichtlichen Hinweisen. (Von Thomas Meier)

Noch einiges Flechtwerk an der sechs Meter hohen „Fossil“-Stele liegt vor den Helfern, soll das Werk aus Altheim am Sonntag an Grube Messel glänzen.
Der Altheimer Roger Rigorth und Praktikantin Samira Jamali spleißen Sisal-Tauwerk für den Stelen-Korpus.
Fossilien ins Metalldach gestanzt: Noch muss „Messel Canopy“ von Barbara Beisinghoff montiert werden.

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