14-Jähriger bei Triathlon der B-Jugend erfolgreich

Lukas Bugar ist Dritter Deutscher Meister

Frisch gebackener DM-Dritter im Triathlon: Der 14-jährige Dieburger Lukas Bugar, der sogar noch dem jüngeren B-Jugend-Jahrgang angehört.
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Frisch gebackener DM-Dritter im Triathlon: Der 14-jährige Dieburger Lukas Bugar, der sogar noch dem jüngeren B-Jugend-Jahrgang angehört.

Der 14-jährige Lukas Bugar vom VfL Münster ist frisch gebackener Dritter der Deutschen Meisterschaften in der B-Jugend im Triathlon. Zu seiner Sportart kam er einst über einen Volkslauf.

Münster – Als Lukas Bugar noch Grundschüler war, hatte seine Lehrerin eine gute Idee: „Sie riet mir, mich mal bei einem Volkslauf anzumelden“, blickt der heute 14-jährige Triathlet vom VfL Münster zurück. Gesagt, getan: Der drahtige Junge machte an seinem Wohnort beim Dieburger Stadtlauf mit – und wurde auf Anhieb Dritter seines Schülerlaufs. Einige Jahre später erzielt er als Triathlet bereits Erfolge ganz anderer Kategorien: Gerade ist er im Dress des VfL Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der B-Jugend geworden.

Genau so darf er sich auch hochoffiziell nennen – obwohl die Deutsche Triathlon-Union das Rennen in Schongau (Bayern) witterungsbedingt kurzfristig in einen Duathlon umfunktionierte. „Das Schwimmen hätte im Lech stattfinden sollen“, erzählt der junge Ausdauersportler. „Der Fluss hatte aber Hochwasser.“ Statt der 400 Kraul-Meter zum Auftakt ging es zum Start 1,25 Kilometer in die Laufschuhe. Der weitere Wettkampf der B-Jugendlichen – derzeit aus den Jahrgängen 2006 und 2007 bestehend – fand wie geplant über zehn Kilometer Radfahren und schließlich weitere 2,5 Lauf-Kilometer statt.

Unter den 52 Teilnehmern ordnete sich Lukas erstmal im vorderen Mittelfeld ein. Bei strömendem Regen trennte sich auf dem Rad zunehmend die Spreu vom Weizen – und Lukas kämpfte sich sturzfrei auf Platz sechs vor. Auf dem letzten Teil der Strecke „sammelte“ er weitere Kontrahenten ein, lief auf Rang zwei vor, wurde auf der Zielgeraden noch von einem Athleten überholt und finishte als DM-Dritter. Sein zweiter Coup binnen einer Woche – kurz zuvor hatte er schon beim DTU-„Deutschland Cup“ in Darmstadt triumphiert.

Dabei gehört Lukas sogar noch dem jüngeren B-Jugend-Jahrgang 2007 an. Seine jüngsten Erfolge seien freilich nicht vom Himmel gefallen, wie sein Trainer Andreas Kropp schildert. Nach dem Stadtlauf-Erlebnis war das Talent zunächst beim Dieburger Turnverein eingestiegen, wechselte vor fünf Jahren zum VfL Münster und unter Kropps Fittiche. Der Coach, der wie sein Schützling in Dieburg wohnt, schickt ihn meist zweimal wöchentlich aufs Rad und auf 20 bis 30 Laufkilometer. Im Wasser konnte Lukas wegen seines Status’ als Landeskader-Athlet auch im Lockdown durchtrainieren. Als das alte, mittlerweile abgerissene Dieburger Hallenbad Ende 2020 schloss, wechselte er ins Bad am Olympia-Stützpunkt in Frankfurt und nach Rüsselsheim. „Lukas hat sich seine Erfolge hart erarbeitet“, sagt Kropp. „Manchmal muss ich ihn im Training sogar bremsen.“

Unterstützung erhält das schnelle Nachwuchs-Ass auch von Christian Faust vom Dieburger Sanitätshaus Klein. Er berät Lukas in Sachen Biomechanik. In Zeiten starken körperlichen Wachstums gilt es besonders, die Leistungsentwicklung ambitionierter Sportler clever zu steuern. „Da haben wir ein Auge drauf“, verspricht Kropp. Schließlich wolle man hoffnungsvolle Athleten wie den 14-Jährigen keinesfalls „verheizen“.

Die Ernährung spielt in Lukas’ Fall derweil noch eine Nebenrolle. „Es sollte halt nicht die ganze Woche Fast Food sein“, hat er lächelnd für sich definiert. Coach Kropp stimmt ihm zu: „So lange die Kerle in diesem Alter normale Hausmannskost und nicht übermäßig viel Zucker essen, geht das alles.“ Schließlich rede man im jüngeren Teenie-Alter noch von „Belastungszeiten zwischen 45 und 75 Minuten. Wir sprechen da also nicht von der Langstrecke, die kommt viel später. Erstmal geht es um die Grundschnelligkeit.“

Die hat Lukas Bugar auf jeden Fall schon mal in Armen und Beinen. Dass in Schongau das Schwimmen ausfiel, sorgte bei ihm nicht unbedingt für schlechte Laune. „Ich bin ein mittelmäßiger Schwimmer“, sagt er, wobei das wahrlich relativ zu sehen ist: Die 400 Meter – acht Langbahnen – bewältigt er in 5:06 Minuten. „Da findet man auch nicht viele Erwachsene, die das so schnell schaffen“, ordnet Kropp die Zeit ein.

Zum Abschluss noch ein anderer Spitzenwert des jungen Triathleten: Die fünf Kilometer rennt er derzeit in 16:50 Minuten. Beim Dieburger Stadtlauf wäre er damit inzwischen auch im Jedermann-Rennen (vier Kilometer) ein heißer Sieganwärter. (Von Jens Dörr)

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