Digitale Übersicht über Lokalitäten

Magenknurren als Initialzündung

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Chris Gebert ist Macher der Internet-Portale „Essen in Dieburg“ und „Essen in Münster“.

Münster/Dieburg - Chris Gebert hat auf sein Internet- portal „Essen in Dieburg“ die erste Erweiterung folgen lassen. Nun bietet er auch für Münster Hilfe bei der der Suche nach der nächsten Mahlzeit an. Kommerzielle Absichten stehen nicht hinter dem Angebot. Von Jens Dörr 

Als Christian Gebert und seiner Freundin vor einiger Zeit der Magen knurrte, sollte die Küche kalt bleiben. „Wir wollten was zum Essen bestellen“, sagt der Dieburger, dessen Vornamen fast alle mit Chris abkürzen. Dabei fiel ihm auf: „Ich bestelle fast immer bei den zwei, drei selben Lokalen.“ Was ihm merkwürdig vorkam, gibt es in Dieburg doch schließlich eine weitaus größere Gastronomieszene als die von ihm bis dahin frequentierte. Doch wo auf die Schnelle einen Überblick über Speisekarten, Art der Küche und Rufnummern hernehmen? In jener Form, wie ihn sich Gebert in diesem Moment des Hungers und der Lust auf kulinarische Abwechslung gewünscht hätte, gab es den Überblick nicht. Dies war die Geburtsstunde des Online-Portals „Essen in Dieburg“. Wegen vieler positiver Rückmeldungen zu dieser Website hat er ihr nun „Essen in Münster“ folgen lassen.

„Mein Grundgedanke war und ist es, anderen in Dieburg und jetzt auch Münster, denen es manchmal so geht wie mir, zu helfen“, sagt der 24-Jährige, der sich beruflich mit Licht-, Ton- und Videotechnik befasst. Das Publizieren im World Wide Web ist dem Dieburger dennoch nicht fremd. Er sicherte sich die Internetadressen essen-in-dieburg.de und auch muenster. essen-in-dieburg.de und bastelte in seiner Freizeit an der Website. Seit Juli 2017 ist die Dieburger Ausgabe online, nun auch die Münsterer.

„Die positive Entwicklung und die Zugriffszahlen der Dieburger Website haben mich dazu bewegt, eine Erweiterung zu erstellen“, so Gebert. „Seit Veröffentlichung der Seite haben sich über 10 000 Besucher die Seite angeschaut“, nennt er Zahlen. „Im Schnitt waren es zu Beginn 40 pro Tag, aktuell sind es 80.“ 133.000 mal wurden Homepage und Unterseiten aufgerufen, zudem 222 Bewertungen abgegeben.“ Der Schritt in die Nachbarschaft habe nahe gelegen: „Und Münster ist mir durch mein privates Essverhalten näher als Groß-Zimmern“, erläutert Gebert, weshalb er sich gerade diese Dieburger Nachbargemeinde als erste Erweiterung vorgenommen habe.

Mit „Essen in Dieburg“ und „Essen in Münster“ verspricht Gebert „Speisekarten aller Restaurants in Dieburg und Münster“. Zunächst habe er „die Lokale erst einmal aus meinem Kopf raus zusammengetragen und ein bisschen gegoogelt, wusste aber, dass noch einige fehlen würden“. Dank der in diesem Fall hilfreichen Schwarmintelligenz des Netzes komplettierte er nach und nach.

Unterstützung erhielt er auch aus der Gastronomie selbst, die er per E-Mail kontaktierte und die er vor allem um digitale Versionen ihrer Speisekarten bat. Gebert verhehlt allerdings nicht, dass nicht alle reagiert hätten und er darüber doch ein wenig verblüfft gewesen sei. „Obwohl ich in meiner Mail auch geschrieben habe, dass es völlig kostenlos ist.“ Wie es auch für die Besucher des Portals gratis und ohne jede Verpflichtung ist, nach dem nächsten Schmankerl suchen zu können.

Was das Sandwich besonders macht

Wobei „Restaurant“ nicht für alle Anbieter von Essen der passende Begriff ist: Neben klassischen Speiselokalen finden sich auch Cafés oder Dönerläden darunter. Geordnet hat Gebert die Anlaufstellen für knurrende Mägen vor allem mittels einer Übernavigation, die die nationale Hauptausrichtung der Speisekarte berücksichtigt. Die Kategorien „Café & Bar“ und „Frühstück“ findet man ebenso. Die Grenzen habe er „nach Gefühl“ gezogen, erläutert der Macher des Portals, der sich auch die Freiheit genommen hat, in Dieburg ansässige Fastfood-Ketten zu ignorieren. Ein Beispiel für die Einordnung hat Gebert zudem schnell bei der Hand: Deutsch sei „immer mit Schnitzel“. Wer sich auf „Essen in Dieburg“ und „Essen in Münster“ unter „Deutsch“ informiert, kann somit etwa auch auf eine Pizzeria stoßen, die neben italienischen Speisen eine Auswahl an Schnitzeln im Angebot hat.

Kommerzielle Absichten, das ist Gebert wichtig zu betonen, verfolgt er mit seinen Online-Angeboten keine: „Ich bin schon seit meiner Kindheit immer in diversen Vereinen ehrenamtlich aktiv und habe meine Einstellung bis dato nicht verändert. Ich mache die Sache rein aus Spaß. Wenn sich die Kosten in Zukunft unerwartet vermehren sollten, wird eventuell dezente Werbung auf der Website platziert, um meine geringen Kosten zu decken. Meine Arbeitszeit und meine Fahrtkosten werden dadurch natürlich nicht finanziert.“ Seine Belohnung seien „fröhliche Kommentare oder Bewertungen unter meinen Beiträgen und auf der Website“. An den nächsten Schritt denke er auch schon: „Dann werde ich vermutlich Groß-Zimmern ins Auge fassen.“

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