Strukturen und Abläufe

Mehr Arbeitsplätze statt Pflichtwehr

Münster - Wenn es mehr Arbeitsplätze in der Gemeinde gibt, könnte das auf lange Sicht die Etablierung einer sogenannten Pfichtfeuerwehr verhindern.

Dies war eine Einsicht, die die SPD-Fraktion von einem Besuch beim Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr am Abtenauer Platz mitnahm.
Zahlreiche Mitglieder waren gekommen, um sich einen Eindruck über die derzeitige Struktur, den Aufbau und die Abläufe bei der Feuerwehr in Münster und seinen Ortsteilen Altheim und Breitefeld zu verschaffen. Hintergrund ist die bevorstehende, gesetzlich vorgeschriebene Aktualisierung des Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz der Gemeinde Münster, die bis 2020 abgeschlossen sein muss. Die sich daraus ergebenden Forderungen müssen aber vorher bekannt sein, damit sie auch bei der Aufstellung der Haushaltspläne Berücksichtigung finden können.

Der Gemeindebrandinspektor Florian Kisling und sein Stellvertreter, Timo Kreher, begrüßten die Gäste und informierten mit einem Vortrag im Unterrichtsraum und beim Rundgang durch den Stützpunkt über die aktuelle Situation bei den Brandschützern. Forderungen und Maßnahmen, die sich aus dem 2010 verabschiedeten Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz der Gemeinde ergeben hatten, sind weitgehend erfüllt und umgesetzt. So werden in diesem Jahr noch bestellte Fahrzeuge – ein neuer Gerätewagen, der in Münster stationiert wird, sowie ein Mannschaftslöschfahrzeug für Altheim – ausgeliefert.

In der Laufzeit des kommenden Planes, der für die Jahre 2020 bis 2030 Gültigkeit haben wird, ergibt sich die Notwendigkeit zur Ersatzbeschaffungen für bereits vorhandene Fahrzeuge. Die Arbeiten hierfür sind umfangreich, aber zu bewältigen. Viel mehr Sorgen bereiten den beiden Brandschützern die Altersstruktur der Einsatzkräfte und die zunehmende Sorglosigkeit der Einwohner, was das Abstellen von Privatfahrzeugen auf öffentlichen Straßen betrifft.

Vor allem in den Abend- und Nachtstunden ist es manchmal selbst für Kleinwagenfahrer mühsam, sich den Weg durch Münsters Straßen zu bahnen, für die Fahrzeuge der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes ist ein rasches Vorwärtskommen manchmal unmöglich. Dadurch ist die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von zehn Minuten, binnen derer jeder Punkt der Gemeinde nach Alarmierung zu erreichen ist, nicht in jedem Fall gewährleistet.

Übung der Feuerwehren Eppertshausen und Münster: Bilder

Die Fraktion der SPD versprach, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die wirkungsvolle Abhilfe schaffen, um die Sicherheit der Bevölkerung nicht zu gefährden.

Ein Problem, das Münster gemeinsam mit umliegenden Gemeinden hat, ist die zunehmende Schwierigkeit, bei Alarmierung ausreichend Einsatzkräfte vor Ort zur Verfügung zu haben. Freiwillige sind noch in ausreichender Anzahl vorhanden, auch beim Nachwuchs gibt es noch keine Probleme, aber die Tatsache, dass immer mehr Feuerwehrleute ihrem Broterwerb außerhalb von Münster nachgehen müssen und somit tagsüber nicht verfügbar sind, zeigt auf, wie dringend qualifizierte Arbeitsplätze in Münster benötigt werden. Sollte die Freiwillige Feuerwehr ihren Aufgaben mangels verfügbarem Personal nicht nachkommen können, fordert der Gesetzgeber in Hessen die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr. Was das im konkreten Fall bedeuten würde und wie so eine Vorgabe umzusetzen wäre, dafür muss noch einiges an Gedankenarbeit geleistet werden.

Die SPD Münster sei bereit, die Arbeiten zur rechtzeitigen Erstellung von Plänen für einen hoffentlich nicht kommenden Tag „X“ aufzunehmen, erklärt die Fraktion. (tm)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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