Helga Mergelsberg ermordet

Aktenzeichen XY rollt Fall einer 1994 ermordeten Frau aus Münster neu auf

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Helga Mergelsberg und ihr gesuchter Mann.

Das immer noch ungeklärte Verbrechen an Helga Mergelsberg und das scheinbar damit verbundene spurlose Verschwinden ihres Ehemannes Heinz Horst Mergelsberg ist am Mittwochabend Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY. . . ungelöst“.

Münster - Das Ehepaar lebte vor 26 Jahren in Münster und verschwand auf seltsame Weise. Der ominöse Fall wird ab 20.15 Uhr vorgestellt. Für die Polizei begann der Krimi eigentlich erst am 28. Februar 1994, als der Leichnam einer unbekannten Frau bei Östrich-Winkel aus dem Rhein gezogen wurde. Sie steckte mit einem Tauchergürtel und Bleigewichten verschnürt in einem schwarzen Reisesack. Die Staatsanwaltschaft erklärt: „Aufgrund der Auffindesituation musste von einem Verbrechen ausgegangen werden.“

Bis März 2003 verliefen alle Versuche einer Identifizierung der Unbekannten durch das damals zuständige Polizeipräsidium Wiesbaden ergebnislos. „Erst eine Gesichtsweichteilrekonstruktion und die Veröffentlichung des dadurch entstandenen Bildes im Bundeskriminalamtblatt brachte die Ermittler einen Schritt weiter“, erklären die Fahnder, die sich nun via bundesweiter Ausstrahlung des schrecklichen Geschehens neue Aufschlüsse erhoffen. Durch die Auswertung der BKA-Blätter, die den Ermittlern des Polizeipräsidiums Westhessen in Wiesbaden und Beamten der Zielfahndung des LKA oblagen, sowie ein genetischer Vergleich ermöglichten die zweifelsfreie Identifizierung der Toten als Helga Mergelsberg, Frau des Heinz Horst Mergelsberg aus Münster.

Aktenzeichen XY: Gesuchter kommt als Mord-Beschuldigter in Betracht

Doch der war damals genauso wie seine Frau plötzlich spurlos aus Münster und von jedweder Bildfläche verschwunden. Genauer: Von ihm gibt es bereits seit Januar 1994, einem Monat vor dem Verschwinden der damals 56-jährigen Helga Mergelsberg, keine Spur mehr. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der heute 80-Jährige Ende Januar 1994 letztmalig unter dem falschen Namen „Heinz Wergers“ im Raum Köln aufhielt.

Heinz Horst Mergelsberg einst, und wie er nach Polizeibild heute aussehen könnte.

Auch 25 Jahre später schließt die Polizei nicht aus, dass der Gesuchte als Mord-Beschuldigter in Betracht kommt. Schließlich fahndete die Polizei nach dem ehemaligen Fraport-Angestellten wegen des Verdachts von Kapitalbetrug in Millionenhöhe. Vor allem Nachbarn und kleine Sparer aus seinem Bekanntenkreis soll das Paar ums Ersparte gebracht haben, wobei die Frau die Kontakte geknüpft hatte. Doch alle Ermittlungen zu seinem Aufenthaltsort führten bislang ins Leere. Das LKA ließ deshalb jetzt für die neue Fahndung ein Bild fertigen, auf dem ein Konterfei abgebildet ist, wie Mergelsberg heute aussehen könnte.

Polizei fragt: Wer hat Helga Mergelsberg umgebracht?

Die Polizei fragt: Wer hat Helga Mergelsberg umgebracht? Wer hatte ab Ende Januar 1994 Kontakte zu Heinz Horst Mergelsberg oder einer Person, die unter dem Namen Heinz Wergers auftrat? Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort?

Der Gesuchte war 1994 etwa 1,86 Meter groß und schlank. Er hatte braune Augen und eine auffällig nach vorne geneigte Körperhaltung. Dies ist auf eine Erkrankung zurückzuführen und dürfte sich weiter verschlechtert haben. Mergelsberg war Brillenträger und hatte einen Vollbart. Ein markantes Merkmal war ein etwa sechs Zentimeter großes Muttermal im Nacken.

Sachdienliche Hinweise werden vom Kommissariat 10 in Darmstadt bearbeitet und unter Tel.: 06151/9690 entgegengenommen.

tm

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