Zäsur beim Triathlon

Rennleiter Kropp optimistisch: Moret-Triathlon findet im September statt

Der Hardt-See bei Sickenhofen war beim Moret-Triathlon bisher lediglich Schauplatz des Starts, des Schwimmens und des Wechsels aufs Rad. Nun will VfL Münster den gesamten Wettkampf dort konzentrieren.
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Der Hardt-See bei Sickenhofen war beim Moret-Triathlon bisher lediglich Schauplatz des Starts, des Schwimmens und des Wechsels aufs Rad. Nun will VfL Münster den gesamten Wettkampf dort konzentrieren.

Rennleiter Andres Kropp ist optimistisch: Der Moret-Triathlon des VfL Münster findet am 20. September statt. Er soll im und rund um den Hardt-See bei Sickenhofen ausgetragen werden.

Münster/Babenhausen – „Ich bin im Moment guter Dinge, dass die Sache vernünftig funktionieren wird“, sagt Andreas Kropp, stellvertretender Vorsitzender des VfL Münster. Mit der „Sache“ meint Kropp den Moret-Triathlon, den der Verein ursprünglich Ende Juni durchführen wollte und ihn wegen Corona auf den 20. September verschoben hat. Derzeit gibt es in der Szene berechtigte Hoffnungen, dass die Veranstaltung stattfindet – es wäre sportartenübergreifend einer der ersten größeren Breitensport-Wettkämpfe, der nach der Zwangspause in der Region durchgeführt würde.

Der VfL will mit der anstehenden 36. Auflage des Triathlons ohnehin eine Zäsur betreiben: Die Rennen werden nun komplett am Hardt-See an der B26 bei Sickenhofen konzentriert, neue Laufstrecke und zweite Wechselzone inklusive, was zugleich mit der Aufgabe der bisherigen Laufroute und Eventfläche am Altheimer Sportzentrum einhergeht. Vieles wird also neu, auch mit Modifizierungen an der Radstrecke, gleichwohl die kerzengerade Route auf der Bundesstraße prinzipiell erhalten bleibt. Das Virus schien den Neustart in diesem Jahr komplett zu verhindern. Nun ist Kropp, Rennleiter und auch noch „Vizepräsident Leistungssport“ im hessischen Triathlon-Verband, recht optimistisch.

Allerdings betont er, dass dies seine „persönliche Auffassung“ sei. Die er freilich gut begründet sieht: „Die Behörden waren nicht abgeneigt“, berichtet er von den jüngsten Gesprächen, vor allem mit der Stadt Babenhausen. Für den VfL gelte es nun, ein Hygienekonzept für das Sportereignis vorzulegen. Ob man das Wagnis einer Durchführung des Triathlons eingehen werde, entscheide in wenigen Tagen das gesamte Organisationsteam des VfL. Auch Kropp weiß, „dass im Moment keiner sagen kann, wie die Situation im September ist“. Ein Risiko, nun viel Arbeit zu investieren, den gemeldeten Athleten konkrete Hoffnungen zu machen und dann im Falle stark steigender Infektionszahlen den Wettkampf doch noch abblasen zu müssen, bleibt bestehen, auch wenn der Landkreis derzeit als so gut wie coronafrei gilt.

Sollte sich der VfL jetzt erst mal entscheiden, die Planung für den Moret-Triathlon am 20. September fortzusetzen und erhält er von staatlicher Seite alle erforderlichen Genehmigungen, will der Verein laut Kropp am 3. September endgültig Nägel mit Köpfen machen: Dann will er final entscheiden, ob die Rennen über die Bühne gehen. Derzeit liegen 278 Meldungen vor, Kropp rechnet mit keinem großen Aderlass wegen der noch latenten Corona-Gefahr. Neben der traditionellen Mitteldistanz sowie der schon im Vorjahr angebotenen Kurzdistanz ist diesmal auch die Sprintdistanz (500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen) im Angebot.

Nicht nur hinsichtlich seiner wichtigsten und mit dem größten Budget hinterlegten Veranstaltung, sondern auch mit seinem allgemeinen Vereinsleben geht der VfL Münster aktuell gewissenhaft und weitsichtig um. „Mit dem Nachwuchs haben wir trotz Corona praktisch durchtrainiert“, sagt Kropp. „Das Wetter war ja ideal“, unter anderem Laufen und Radfahren waren möglich: „Wir haben Trainingspläne erstellt und waren dann halt alleine unterwegs.“

Inzwischen kann der VfL auch wieder zum Schwimmen ins Dieburger Hallenbad. Meisterschaften und Ligarennen im Triathlon wurden für 2020 zwar abgesagt, „ein Motivationsloch konnte ich bei unseren Athleten jedoch nicht feststellen“, freut sich Kropp. Manchem Sportler des Regionalliga-Teams komme der Ausfall der Saison wegen beruflicher oder studentischer Hochphasen sogar gelegen. Buchstäblich ins Laufen gekommen ist beim VfL, der mittlerweile wieder das Gersprenzstadion nutzen kann, auch das Sportabzeichen-Training. „Die Volleyballer planen die nächste Saison, nur die Freizeitgruppe und die Kids pausieren noch“, so Kropp. Die Leichtathleten würden mit dem Training auch deshalb noch warten, „weil einige Co-Trainer in der Risikogruppe sind und nicht so leicht ersetzt werden k��nnen“. Insgesamt ist Kropp stolz, wie der VfL die Corona-Zeit bislang gemeistert hat. Mit dem Austragen des des Moret-Triathlons würde der Verein im September ein weithin sichtbares Ausrufezeichen setzen. (Jens Dörr)

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