TSV Altheim verzichtet auf Oktoberfest

Biergarten-Closing-Party mit Corona-Auflagen

Prosit! Bei der „Biergarten-Closing-Party“ war Anstoßen am eigenen Tisch genehmigt.
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Prosit! Bei der „Biergarten-Closing-Party“ in Altheim war Anstoßen am eigenen Tisch genehmigt.

Ein Oktoberfest mit 250 Teilnehmern im Biergarten – so lautete der ursprüngliche Plan des TSV Altheim. Nach den Corona-Richtlinien wäre diese Größenordnung bei Einhaltung gewisser Regeln nach wie vor, doch ob des anziehenden Infektionsgeschehens und kritischer Stimmen aus dem Ort verkleinerte der Turn- und Sportverein seine Veranstaltung freiwillig.

Münster - Zunächst hatte das Vorhaben anders ausgesehen, wie die Vorstandsmitglieder Olaf Herd und Birgit Gerbershagen erläuterten. Fürs Oktoberfest in der zunächst vorgesehenen Größenordnung wollte der Verein die Werbetrommel rühren, eine Live-Band verpflichten und die Spieler der Aktiventeams in die Bewirtung einbinden. „Zunächst haben wir die Zahl auf 120 Personen verringert“, sagte Herd. „Dann haben wir das Fest wegen wieder zunehmender Infektionen auf 70 Leute begrenzt und es deshalb auch nicht an die große Glocke gehängt.“ Werbung war für die sechs Dutzend Plätze kaum nötig, alle Tische mit maximal zehn Personen und schriftlicher Anmeldung ausgebucht. Man hätte noch wesentlich mehr Reihen besetzen können, ergänzte Herd, die Menschen lechzten nach ein bisschen Geselligkeit: „Die Leute freuen sich und feiern das ab.“ Auch wenn die Musik schließlich nur noch aus der Konserve kam, da sich die Verpflichtung einer Gruppe bei der niedrigen Besucherzahl nicht mehr gerechnet hätte.

Freilich hatte der TSV im Vorfeld auch einzelne kritische Töne aus Altheim vernommen, die infrage stellten, ob ein solches Fest in die Zeit passt – trotz ein bisschen Lebendigkeit in eher trister Zeit, trotz Verdienstmöglichkeit für den Verein, der seinen Sportbetrieb ja aufrecht erhalten will und soll und dies am liebsten aus eigener Kraft tut. „Diesbezüglich gab es ein paar Stimmen aus dem Ort, weil die Pandemie wieder anzieht“, so Herd: „Das akzeptieren wir natürlich.“ Das Reduzieren der Teilnehmerzahl sei auch darauf eine Antwort gewesen – und nicht die einzige.

Nicht nur, dass die Organisatoren penibel darauf achteten, dass abseits der Tische und selbst draußen stets der Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Nicht nur, dass man sich den Leberkäse schon aufgeschnitten von der Dieburger Metzgerei liefern ließ, damit im Biergarten möglichst wenige Verarbeitungsschritte vorgenommen werden mussten. Der Verein ließ bei der „Biergarten-Closing-Party“ auch seinen kompletten Aktivenkader außen vor. „Damit wollen wir den Sportbetrieb schützen“, sagte Herd. Im nahen Groß-Zimmern mussten kürzlich 25 Spieler der ersten und zweiten Mannschaft für 14 Tage in Quarantäne, weil im Trainingskick ein wenig später positiv getesteter Akteur mitgemischt hatte.

Der TSV Altheim hat mittlerweile sogar drei Aktiventeams: Kurz nach dem Saisonstart Anfang September meldete der Verein eine dritte Mannschaft in der Kreisliga D Dieburg nach. Grund: Der Kader ist inzwischen so reich an Spielern geworden, dass diese in der ersten Mannschaft (A-Liga) sowie in der Zweitvertretung (C-Liga) nicht mehr alle eingesetzt werden können. Im ganzen Fußball-Kreis Dieburg gibt es mit Germania Ober-Roden, der TS Ober-Roden und der SG Mosbach/Radheim derzeit nur drei andere Vereine, die drei Männerteams aufzubieten vermögen. Auch bei den Alten Herren der Altheimer ist der Zuspruch mit teils zwei Dutzend Spielern im Training derzeit enorm.

Zwei weitere gute Nachrichten kamen am Freitagabend aus dem Altheimer Sportzentrum. Zum einen war es Zeichen gelebter Solidarität, dass die örtliche Hauptstraßen-Gemeinschaft dem TSV ihr Zelt kostenlos für die bayrisch angehauchte Feier zur Verfügung stellte. Zum anderen funktioniert seit Donnerstag die monatelang kaputte Sprinkleranlage auf dem Hauptfeld wieder. Was am Freitag noch ein weiterer Grund zum „Prosit!“ war - denn wenigstens das Anstoßen am eigenen Tisch ist momentan ja noch genehmigt. (Jens Dörr)

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