Veranstaltung zum Thema Schlaganfall

„Jede Sekunde zählt“

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Dr. Günter Hedtmann ist Oberarzt für Neurologie und Neurointensivmedizin.

Münster -  Einer von 1 000 Menschen bekommt in seinem Leben einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit dem Alter: Von 1 000 Menschen über 85 Jahre sind etwa 20 betroffen.

Diesem wichtigen Thema widmet sich eine Informationsrunde am Samstag, 25. August, 15 Uhr, in der Kulturhalle. Meike Mittmeyer als Betroffene sprach vorab mit Dr. Günter Hedtmann. Die meisten Menschen überleben einen Schlaganfall. Er kann jedoch zu Lähmungen oder zu Problemen bei verschiedenen körperlichen Funktionen führen, beispielsweise beim Sprechen.

Dr. Günter Hedtmann ist Oberarzt in der Neurologie am Klinikum Darmstadt. Am Samstag um 15 Uhr ist er bei einer Veranstaltung zum Thema Schlaganfall zu Gast, die von der Bücherei Münster und der katholischen Erwachsenenbildung St. Michael in der Kulturhalle, Friedrich-Ebert-Straße 73, angeboten wird. Im Interview mit Meike Mittmeyer-Riehl, die in jungen Jahren selbst Opfer eines Schlaganfalles wurde, erklärt er, was bei einem Schlaganfall passiert, warum auch junge Menschen betroffen sein können und warum Aufklärungsarbeit so wichtig ist.

Herr Dr. Hedtmann, viele glauben, dass ein Schlaganfall nur ältere Menschen treffen kann. Warum stimmt das nicht?

Zwar erleiden deutlich mehr ältere Patienten einen Schlaganfall – die meisten sind über 70 – aber es gibt auch sogenannte jugendliche Schlaganfälle. Fünf bis zehn Prozent der Patienten sind jünger als 50, das entspricht in Deutschland etwa 9 000 bis 14 000 Menschen pro Jahr.

Was genau passiert denn bei einem Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn. In den meisten Fällen können wir verstopfte Adern als Ursache ausmachen, häufig wegen Arteriosklerose, also Arterienverkalkung, oder wegen eines Blutgerinnsels. Eine weitere Ursache können geplatzte Adern sein, die zu einer Hirnblutung führen.

Bei Jüngeren finden sich aber oft auch noch andere Ursachen…

Die häufigsten Schlaganfall-Ursachen bei jüngeren Patienten sind Herz-Rhythmus-Störungen oder angeborene Herzfehler. Auch ein Gefäßwand-Einriss, eine sogenannte Dissektion, kommt vor allem bei jüngeren, bis dahin meist völlig gesunden Menschen vor. Diese Verletzung kann bei schweren Unfällen auftreten, aber auch bei ganz normalen Alltagsbewegungen, etwa beim Niesen. Sie ist allerdings sehr selten. In einigen Fällen liegt ihr eine angeborene Bindegewebsschwäche zugrunde.

Schlaganfallsymptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen werden oft nicht ernst genommen, vor allem bei Jüngeren – teilweise sogar von Ärzten selbst.

Genau deshalb ist Aufklärungsarbeit so wichtig – etwa durch Selbsthilfegruppen, durch Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und durch Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit, wie die am Samstag in Münster. Symptome wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen müssen immer ernst genommen werden, egal wie alt der Betroffene ist. Jede Sekunde zählt.

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Der Eintritt kostet drei Euro. Die Veranstalter bitten um verbindliche Anmeldung per Mail an buecherei@muenster-hessen.de oder persönlich während der Öffnungszeiten der Büchereien Münster oder Altheim. Der Eintritt wird vor Ort bezahlt. (tm)

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