Umfangreiche und kostenintensive Vorbereitungen zahlen sich aus

Bürgermeisterwahl in Münster: Briefwahl ohne Zuschauer im Rampenlicht

Auszählung der Briefwahl auf ganz großer und perfekt ausgeleuchteter Bühne in der Kulturhalle Münster. Foto: Th. Meier
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Auszählung der Briefwahl auf ganz großer und perfekt ausgeleuchteter Bühne in der Kulturhalle Münster. 

Auch wenn sie manchmal gespenstisch anmutete: Die Briefwahlauszählung zur Bürgermeisterwahl unter hohen Sicherheitsmaßnahmen lief wie am Schnürchen.

Münster –  Wahlleiter Clemens Laub freute sich besonders darüber, es mit dem vorläufigen Endergebnis gar noch als Kurzmeldung in die Hessenschau geschafft zu haben. Kurz vor 20 Uhr stand es am Sonntagabend fest: 56,5 Prozent für den parteilosen, CDU-unterstützten Herausforderer Joachim Schledt, 43,5 Prozent für Amtsinhaber Gerald Rank, SPD. Dies bei einer hohen Wahlbeteiligung von 62,3 Prozent.

Ob er den, wenn alles so reibungslos und generalstabsmäßig abgelaufen sei, immer eine Briefwahl wolle? Da schüttelt sich Laub vehement und sagt laut: „Um Himmels Willen, nein!“ Nicht nur, dass solch eine Abstimmung aus gutem Grund nicht vorgesehen ist: So eine reine Briefwahl – noch dazu in Pandemiezeiten mit ihren vielen Schutzmaßnahmen – sei mit deutlich höherem Verwaltungsaufwand und auch Kosten verbunden, sagt der Wahlleiter.

Bürgermeisterwahl in Münster: Mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Auszählung

Schutzmasken und Desinfektionsmittel gab es zum Auszählen für die sechs Wahlvorstände zur Genüge, „da ist noch einiges übrig geblieben“. Und bei der Menge von 7 073 von 11 346 Wahlberechtigten zurückgeschickten Wahlunterlagen, von denen 84 ungültig waren, gab es jede Menge anzufassen. Allein, dass sämtliche Unterlagen in verschlossenen Briefumschlägen steckten, die aufgeschlitzt werden wollten, war zeitintensiver Mehraufwand. Schließlich stecken in den Urnen seit langem schon einzig zusammengefaltete Wahlzettel, die nur aufgeklappt werden müssen.

Bei einigen Wahlhelfern liefen die Brillen über den ungewohnten Masken an. Und die 48 Auszähler kamen sich auch schon mal näher als die vorgeschrieben 1,5 Meter der Anstandsregel empfehlen, doch gegenseitige Kontrolle musste sein.

Wahl in der Corona-Krise: Ehrenamt unter erschwerten Bedingungen

Ein deutlich höherer Aufwand musste im Vorfeld betrieben werden. Jeder Wahlberechtigte bekam nicht nur die Wahlbenachrichtigung, sondern die sonst im Wahllokal verteilte Unterlagen per Post zugesandt. „Und allein dies kostet Arbeitszeit und Zustellungsgebühr“, verdeutlicht Laub. Zwar sei für Sonntag das Einrichten der üblichen Wahllokale ausgefallen, doch wiege dies die Sonder-Vorbereitungen für die Briefwahl nicht im mindesten auf.

Dafür war Laub überaus zufrieden mit den sechs Auszählteams. Einzig in einem habe es kurz gehakt, doch diszipliniert hätten alle unter den erschwerten Bedingungen ihr Ehrenamt versehen.

Von Thomas Meier

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