Solisten für die Musicalbühne

Casting für „Let’s Musical 2“: AGV-Chor „Flame“ will an Erfolg von vor zwei Jahren anknüpfen

Beim Casting mussten die Kandidaten wie Tobias Stein (rechts) spontan auch einen ungeübten Text vortragen – hier im Dialog mit Thorsten Ritz.
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Beim Casting mussten die Kandidaten wie Tobias Stein (rechts) spontan auch einen ungeübten Text vortragen – hier im Dialog mit Thorsten Ritz.

Vor zwei Jahren bebte in der Münsterer Kulturhalle der Boden: Für seine Revue „Let’s Musical“ erntete der AGV-Chor „Flame“ stehende Ovationen – und das völlig zu Recht.

Münster – Was der 50-köpfige Chor samt Schauspielern, Solisten und Orchester unter der Leitung von Oliver Zahn damals auf die Bühne brachte, gehört mit zum Besten, was nicht professionelle Musiker in den vergangenen Jahren in der Region dargeboten haben. Dies gilt gleichermaßen für das im Vorjahr von Flame und der Groß-Umstädter „Musical Factory“ auf die Beine gestellte Musical „Titanic“. Wer diese opulenten Aufführungen genossen hat, darf sich nun wieder in Vorfreude üben: Das nächste Großprojekt von Flame hat gerade Fahrt aufgenommen. Im April 2021 will der Chor, dessen Name für Feuer, Liebe, Ausdruck, Musik und Erlebnis steht, in der Kulturhalle dreimal mit „Let’s Musical 2“ nachlegen.

Erneut laufen die künstlerischen Fäden bei Dirigent Oliver Zahn zusammen – aber nicht nur bei ihm. Für die neue Herausforderung hat sich der Chor des Münsterer Arbeitergesangvereins mit Thorsten und Verena Ritz verstärkt. Beide sind ausgebildete Musical-Darsteller, Verena Ritz auch Gesangslehrerin. Mit ihrer Hilfe sollen die Darsteller besonders bei Schauspiel und Bühnenpräsenz die nächsten Schritte machen. Schon für die vergangenen Projekte hatte Flame kreatives Know-how für die Verbesserung bei Gestik, Mimik, Tanz und Gesang hinzugezogen. Thorsten und Verena Ritz sind nun aber von Beginn an eingebunden.

Die weiteren personellen Eckdaten des ambitionierten Vorhabens: 50 bis 60 Sänger aus dem Kernchor von Flame, die mitunter auch Solorollen ausfüllen werden, ein Orchester mit 22 Musikern, für das Oliver Zahn auf sein Netzwerk zurückgreift, und ein achtköpfiges, aus den Reihen des Chors stammendes Autorenteam. Das hat die Story für „Let’s Musical 2“ inzwischen fertig. Die Corona-Zeit nutzte es via Videokonferenz, entwickelte den Stoff so trotz der Einschränkungen weiter.

Wie schon beim ersten Teil nimmt Flame Stücke aus verschiedenen Musicals und verbindet sie zu einer Handlung. Auch für ein einzelnes Musical sei manoffen gewesen, sagt Oliver Zahn: „Wir hatten uns bemüht, die Aufführungsrechte für ein großes Musical zu kriegen, sind da aber massiv gescheitert.“ An derlei Rechte zu kommen, sei für Laien-Ensembles schwierig, egal wie hochwertig sie arbeiten. Die Musicaltheater wollten die Zuschauer zunächst einmal in die eigenen Häuser ziehen.

Deshalb setzt Flame nun erneut auf eine Revue, was nicht nur in rechtlicher Hinsicht einfacher ist. Weiterer Vorteil: Die Darsteller können sich in Musical-Fragmenten unterschiedlicher Art austoben. Erneut verarbeitet der Münsterer Chor fünf Musicals: „Mamma mia!“ (mit Musik der schwedischen Popgruppe Abba), „Rebecca“, „3 Musketiere“, „Sister Act“ und „Artus – Excalibur“. Diverser könnte die Auswahl kaum sein.

Wie schon beim ersten Teil nimmt Flame Stücke aus verschiedenen Musicals und verbindet sie zu einer Handlung.

Um die Solorollen zu besetzen, öffnet sich Flame auch bei diesem Projekt für singende und schauspielernde Darsteller, die dem Chor nicht angehören. Das erste Casting unter den Augen von Oliver Zahn sowie Thorsten und Verena Ritz ist bereits durch, 15 Kandidaten hinterließen einen sehr guten Gesamteindruck. Auch für das zweite Casting Ende Juli haben sich bereits 21 Personen angemeldet. Dies ist online noch einige Tage möglich. Münden soll die einjährige Vorarbeit in drei Aufführungen in der Münsterer Kulturhalle, die für den 23., 24. und 25. April 2021 geplant sind.

Infos zum „Let’s Musical 2“ im Internet

flame-musicals.de

Von Jens Dörr

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