Kita-Neubau

CDU Münster beantragt weitere Gutachten und Neubau auf bestehendem St. Michael-Gelände

Für einen Neubau der Kita St. Michael könne auch das Spielgelände davor genutzt werden, befindet die CDU.
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Für einen Neubau der Kita St. Michael könne auch das Spielgelände davor genutzt werden, befindet die CDU.

Es herrscht Verwirrung um den Kita-Neubau auf dem Gelände der alte Kläranlage. Eine kommende Sitzung soll Klarheit verschaffen.

Münster – Weiteres Verwirrspiel um den Standort für eine neue Kita St. Michael: Für die kommende Sitzung der Gemeindevertretung am Montag, 7. September, stellt die CDU gleich zwei Anträge zum Fünf-Millionen-Euro-Projekt. Die derzeitigen Planungen für einen Neubau auf dem Gelände der alten Kläranlage sollen eingestellt und Planungen für einen Neubau auf dem bestehenden Gelände entwickelt werden. Zweitens: Die Gutachten für den Neubau auf dem Kläranlagengelände seien unzureichend, Münster solle das Gutachten um eine Altlastenuntersuchung erweitern. Gemutmaßt wird, dieser Standort könne „eine Altlast“ sein.

Die ersten Planungen zu einem dringend notwendigen Neubau reichen Jahre zurück. „Die katholische Kita mit dem Familienzentrum St. Michael in der Gerhard-Hauptmann-Straße soll aufgrund gravierender, altersbedingter Baumängel einen sechsgruppigen Neubau bekommen“, hieß es dann im November vergangenen Jahres, doch kaum war die Nachricht raus, gingen politische Streitigkeiten ob vier-, fünf- oder sechsgruppig weiter. Als Grundstücksfläche werden rund 3 900 Quadratmeter benötigt. Als Standort war zunächst ein Gelände am Werlacher Weg vorgesehen, das allerdings nicht in Gemeindehand war. Zwar wurden mit den Eigentümer Gespräche geführt, doch kam es zu keiner Einigung. Als Ersatz sollte dann das Gelände der alten Kläranlage am Werlacher Weg dienen, dessen Bodenbeschaffenheit allerdings bei der Opposition für eine Kindergartentauglichkeit angezweifelt wurde. Und damals drängte auch noch die Zeit, denn Fördergelder hätten zügig beantragt werden müssen, sollten sie nicht versiegen.

Besonders SPD und ALMA können sich den Neubau der Kita St. Michael auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage am Werlacher Weg vorstellen, für das seit einigen Wochen das Bodengutachten vorliegt (OP vom 7. August: „Boden der alten Kläranlage ist „in Ordnung“).

Die CDU hielt davon ebenso wenig wie von Kita-Plänen auf dem Frankenbach-Gelände und brachte stattdessen das Neubaugebiet „Im Seerich“ ins Spiel. Mit Blick aufs Areal am Werlacher Weg, das derzeit der Naturschutzbund nutzt, befürchteten die Christdemokraten Altlasten in der Erde. Daraufhin gab die Gemeinde ein Bodengutachten in Auftrag. Das liegt nun vor und kommt zu dem Ergebnis, dass der Untergrund einen Kita-Bau an dieser Stelle grundsätzlich zulässt. Nun hegt die CDU Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens.

Die eingeholte Expertise des Büros RP Geo vom Juni sei „für einen Neubau einer Kita unzureichend“, befindet CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod im Unionsantrag. Er fordert, „das Gutachten um eine umfangreiche und dem Bau einer Kita genügenden Altlastenuntersuchung zu erweitern“. Zudem solle die Gemeinde beim Regierungspräsidenten eine Anfrage stellen, ob das Kläranlagen-Grundstück „eine Altlast, eine Altlastenverdachtsfläche oder ein Altstandort“ ist.

Sprachen sich die Christdemokraten schon länger für einen Neubau der Kita St. Michael im Neubaugebiet „Seerich“ aus, so verfolgt sie nun andere Pläne. Nun solle der Gemeindevorstand Planungen für einen fünfgruppigen Neubau der katholischen Kita auf dem bestehenden Gelände an der Gerhard-Hauptmann-Straße anstrengen, in enger Zusammenarbeit mit der Kirche als Träger. Schrod: „Dabei ist zu prüfen, inwiefern die bebaubare Grundfläche vergrößert werden kann, indem das Spielflächengelände vor der Kita hinzugenommen wird.“ Sollte sich ein fünfgruppiger Neubau am derzeitigen Standort während der Planung als nicht realisierbar erweisen, sei in enger Abstimmung mit dem Träger ein viergruppiger Bau zu planen.

Die Sitzung am Montag in der Kulturhalle an der Friedrich-Ebert-Straße 73 beginnt um 19 Uhr und ist öffentlich. (Von Thomas Meier)

Wie belastet ist das Gelände, auf der einst die Kläranlage Münsters stand?

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