Konfirmation in Corona-Zeiten

Abendmahl in den Bänken: Konfirmation in Münster unter besonderen Bedingungen

Gestern fanden in der Münsterer Martinsgemeinde zwei Konfirmationsgottesdienste statt. In jedem erhielten vier Jugendliche von Pfarrerin Kerstin Groß (links) den Segen.
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Gestern fanden in der Münsterer Martinsgemeinde zwei Konfirmationsgottesdienste statt. In jedem erhielten vier Jugendliche von Pfarrerin Kerstin Groß (links) den Segen.

„Die Jugendlichen hatten bei der Einsegnung einen Mund-Nasen-Schutz auf und es wurde nicht gesungen. Trotzdem waren es sehr schöne und feierliche Gottesdienste“. So bilanziert Pfarrerin Kerstin Groß die Konfirmation gestern und am Wochenende zuvor in der Martinsgemeinde.

Münster - Insgesamt erhielten 20 Mädchen und Jungen den Segen. Die Vierergruppen waren auf fünf verschiedene Gottesdienste aufgeteilt. Spielte das Wetter mit, fand die Zeremonie im Freien statt. Jedes Kind durfte zehn Begleiter mitbringen, womit eine Maximalzahl von 40 Personen entstand. Diese Menge erfüllte auch die Hygienevorschriften für einen Wechsel bei Regen in die Kirche. Das passierte einmal.

Nachdem die Konfirmation im Frühjahr überall durch Corona ausfiel, obliegt es dieser Tage den Kirchengemeinden, einen Nachholtermin auszurufen. „Wir entschieden uns für die beiden letzten Augustwochenenden. Das ist nach den Ferien, zudem passt das Wetter für Gottesdienste im Freien noch“, erläutert Groß. Wie sie sagt, sei ein längeres Abwarten durch die mögliche Verschärfung von Versammlungsregeln im Herbst nicht sinnvoll.

Die Frage, inwieweit die regulären „Konfistunden“ abgehalten werden konnten, beantwortet die Pfarrerin positiv: „Da die Vorbereitung eineinhalb Jahre zuvor beginnt, war es möglich, den Großteil des Stoffes zu vermitteln.“ Dennoch blieben zwei Wermutstropfen: Sowohl der Vorstellungsgottesdienst als auch die Konfi-Fahrt fielen als bedeutende Eckpfeiler der Pandemie zum Opfer. Besonders die Absage der Fahrt wurde von den Jugendlichen bedauert, da hier stets viele Erfahrungen und Erlebnisse garantiert sind.

„Wenn auch kein Vorstellungsgottesdienst möglich war, so haben die Konfirmanden zumindest einmal einen Abendmahlgottesdienst vorbereitet“, erzählt Kerstin Groß. Trotz ungewohnter Umstände bei der Einsegnung überwiegt laut der Pfarrerin bei allen Beteiligten nun die Freude, dass die Konfirmation zum Abschluss gebracht wurde.

In Altheim gibt es in diesem Jahr sieben Konfirmanden. Zwei erhielten das Abendmahl von Pfarrer Ulrich Möbus bereits am 5. Juli, gestern waren es weitere drei.

Der letzte Termin findet am 13. September statt. Laut Möbus hätten es acht Jugendliche sein sollen, eine Familie entschied sich aber vorsichtshalber, bis 2021 zu warten. In Altheim sind 15 Begleitpersonen in der Kirche zugelassen. „Nach vielen Gesprächen mit dem Kirchenvorstand, den Eltern und Konfirmanden haben wir uns zur Durchführung unter dem Motto ,So festlich wie möglich, so sicher wie nötig‘ entschieden“, berichtet der Pfarrer.

Nachdem er sich die Hände desinfiziert und ein Gesichtsschild aufgesetzt hat, bekommen die Jugendlichen unter Handauflegung ohne Maske den Segen. Auch ein kleiner Einzug in die Kirche ist zu Beginn möglich. Für das Abendmahl gelten andere Gesetze: Brot und Traubensaft/Wein werden nicht gereicht, sondern befinden sich bereits in den Bänken.

Die Konfirmanden 2020 in Münster heißen Mareike Balcke, Lilly Jährling, Julia Befus, Brijana Michel, Aliyah Klose, Michelle Heberer, Michel Jänsch, Leon Groh, Philipp Ellermann, Louis Mathée, Dennis Krumes, Elena Richter, Lennart Mohrhardt, Jonas Roth, Julien Neldner, Inka Skofljanec, Luise Schroeter, Larissa Seibert, Maike Till und Mia Witzel. In Altheim heißen sie Philip Eitner, Leon Singh, Julia Schach, Mareike Schmekel, Vanessa Schwingen, Maria Lamsbach und Noah Möbus. Von Michael Just

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