Stihl plant Erweiterung, die „Freien“ die Sanierung ihrer Sporthalle

Autohaus Beck will aufs FSV-Gelände

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Blick von Südwesten über das Gelände der FSV Münster. Vorn rechts ein Teil des Platzes, den die „Freien“ an das Autohaus Beck verkaufen wollen. Der Fußball-Platz daneben bleibt erhalten. Im Hintergrund die FSV-Halle, die saniert werden soll.

Im vergangenen Jahr fasste die Freie Sportvereinigung (FSV) Münster den Beschluss, einen ihrer beiden Fußball-Plätze zu verkaufen.

Münster/Dieburg – Was sich schon seit einigen Wochen abzeichnet, nähert sich nun dem Abschluss: Das 200 Meter weiter südlich auf der anderen Seite der B45 ansässige Dieburger Autohaus Beck plant den Kauf der mehr als 9000 Quadratmeter. Durch den Wegzug am derzeitigen Standort an der Frankfurter Straße würde der Renault- und Dacia-Händler zugleich den Weg für die Erweiterung der Firma Stihl freimachen.

Garten- und Forstgeräte-Hersteller Stihl (Hauptsitz im schwäbischen Waiblingen) betreibt im Industriegebiet-Nord seine Deutschland-Vertriebszentrale, ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt und platzt aus allen Nähten. Deshalb ist eine Erweiterung – unter anderem der Lagerkapazität – geplant. Für die Erweiterung benötigt es unter anderem das Areal, auf dem sich derzeit das Autohaus Beck befindet. Beck hat dieses Gelände an Stihl verkauft. Separat zu betrachten ist jenes Grundstück nebenan, auf dem das Autohaus seinen Gebrauchtwagen-Markt betreibt. Dieses Areal hat das Autohaus selbst lediglich von einer Dieburger Familie gemietet.

In Kürze wollen die FSV Münster und das Autohaus endgültig zusammenfinden. „Jetzt geht’s mit den Vertragsverhandlungen los“, kündigt der FSV-Vorsitzende Peter Samoschkoff an. Wolfgang Beck, Inhaber des Autohauses, bestätigt dies. „Wir haben starkes Interesse. Nun müssen wir die Verkaufsverhandlungen mit dem Verein sowie der Gemeinde Münster führen und abschließen.“ Die FSV ist Besitzerin des größten Teils des Sportplatzes; einige Quadratmeter dort gehören allerdings Münster. „Laut Auskunft des Bürgermeisters ist die Gemeinde bereit, ihren Teil an uns zu verkaufen“, sagt Beck.

Das Areal liegt allerdings auf Dieburger Gemarkung, so dass das Autohaus Beck auch nach dem Umzug ein Unternehmen mit Sitz in Dieburg bliebe. Was es der Gemeinde Münster einfacher machen dürfte, seinen Anteil am Gelände an das Autohaus zu veräußern. Denn für den FSV-Sportplatz – verkauft wird der südliche der beiden Rasenplätze, der direkt an der B45 gelegen ist – hatten sich auch Unternehmen aus Münster interessiert. Die hätten mit einem Umzug auf die Dieburger Gemarkung allerdings den Standort gewechselt, wären dann in Dieburg steuerpflichtig geworden. Dazu kommt es aber ebenso wenig wie zum Verkauf an einen Investor aus den Niederlanden, der ebenfalls seine Fühler nach dem knappen Hektar im „Grenzgebiet“ zwischen Dieburg und Münster ausgestreckt hatte.

„Letztlich hat es sich über den Preis entschieden“, erläutert FSV-Vorsitzender Peter Samoschkoff, weshalb man nun ausschließlich mit Beck in die letzten Verhandlungen einsteige. Wolfgang Beck wiederum macht (auch wegen der Aussicht auf eine nahe Fläche für den Neubau) am derzeitigen Standort seines Autohauses gern Platz für den Nachbarn. „Wir sind da sehr kooperativ, weil wir ein sehr gutes Verhältnis zur Firma Stihl haben“, sagt er. Sogar das Wohnhaus der Familie sei einst für den Stihl-Parkplatz gewichen.

Auf dem FSV-Areal wolle man den Neubau binnen zweieinhalb Jahren realisieren, „bis Ende 2021 wollen wir dort fertig sein und einziehen“, so Wolfgang Beck. Erste Gespräche über die Verkehrsanbindung, die ausschließlich über die Westseite des Geländes (also nicht über die Frankfurter Straße) erfolgen soll, seien bereits geführt worden. Die Kunden des Autohauses würden dann über den Kreisel am Edeka-Markt Kampmann auf die Westseite des Sportgeländes gelangen, wo für die Anbindung des Areals noch eine Straße gebaut werden müsste. Derzeit befindet sich neben dem Zaun des FSV-Geländes nur ein Trampelpfad. Etwa 100 Meter weiter westlich führt die Bahntrasse entlang.

Der FSV Münster reicht ob der starken Reduzierung ihrer Fußball-Teams in den vergangenen Jahren künftig der eine verbleibende Rasenplatz direkt am Vereinsheim. Durch den Verkauf würden die „Freien“ mehrere zehntausend Euro erlösen. Das Geld will die FSV in ihre Sporthalle (Boden, Heizung, Instandsetzung Elektrik) sowie in die Sanierung des Dachs über dem an die Halle angeschlossenen Vereinsheim investieren.

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