Viel Arbeit

Allein Entwurf eines Maßnahmenkataloges für Kernbereich umfasst 34 Seiten

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Das ehemalige Elima-Gelände an der Darmstädter Straße birgt einiges an Entwicklungspotenzial.

Die Projektwerkstatt zum Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche“ trifft sich am Dienstag, 17. September um 18 Uhr in der Kulturhalle zu einer gut vorbereiteten Zusammenkunft, um die von Bürgern und Experten eingebrachten Ideen und Vorschläge für das Fördergebiet zu beraten. Ein ausgefeilter, 34-seitiger Entwurf eines Maßnahmenkatalog wartet auf gründliche Abarbeitung.            

Münster – Das Fördergebiet erstreckt sich vom alten Ortskern über den Bereich rund um die Langsmühle an der Gersprenz entlang der Darmstädter Straße bis hin zum früheren Elima-Gelände (wir berichteten). So geht es zum Beispiel darum, eine lebendige Ortsmitte als Treffpunkt für alle Generationen und Nationen zu schaffen. Im Entwurf der Maßnahmenvorschläge stehen keine Detailplanungen. Und auch der vorgelegte Katalog angedachter Vorhaben ist nicht abschließend. Es ist vielmehr eine Sammlung von Ideen, die aber nicht zwingend umgesetzt werden müssen.

Da geht es beispielsweise um ein Funktions-, Gestaltungs-, Beleuchtungs- und Grünkonzept für den Kernbereich. Ein Leitbild hierzu wurde erstellt, in dem es heißt: „Münster bietet eine gute und barrierefreie Erreichbarkeit für alle.“ Die Kommune sieht sich als Ort der Begegnung, hohe Aufenthaltsqualität soll durch die Aufwertung von Straßen, Wegen und Plätzen entstehen. Gefördert werden soll „Grün statt Blech“ im Straßenraum. Wie dies alles zu erreichen oder zu verbessern ist, gilt es in der Werkstatt zu eruieren.

Weitere Themenschwerpunkte sind ein Parkraumbewirtschaftungskonzept, in dem Münster die „Nahmobilität“ für Fußgänger, Radler und ÖPNV-Nutzer fördert. Ein Ziel hier: Verminderung des Parkdrucks durch Ab- oder Umlenkung der Pendlerströme. Straßen sollen etwa durch ein generelles Parkverbot auf Bürgersteigen eine höhere Qualität für die Bewohner bekommen.

Die Klimakommune beschäftigt sich in ihrer Werkstatt mit ihrem Ortsklimagutachten, will gesündere Lebensbedingungen schaffen. Ans Eingemachte geht es, wenn ein „teilräumliches Entwicklungskonzept“ und eine Machbarkeitsstudie zum ehemaligen Elima-Gelände erarbeitet werden sollen. Hier könnten brachliegende Flächen für Wohnen erschlossen werden. Gleiches gilt für das Frankenbach-Gelände.

Die Werkstattteilnehmer beackern die Gebiete „Begrüßungs- und Leitsystem“ für Münster, erarbeiten ein Strategiekonzept zur Stärkung des Einzelhandels im Ortskern, ein neues Nutzungskonzept zur Langsmühle, entwickeln einen Entwurf zur „Neuen Mitte“ rund um den Rathausplatz, machen sich Gedanken zur Umgestaltung der Darmstädter und zu Verbesserungen in der Frankfurter Straße, zur Begrünung diverser Straßenräume und zu Parkplätzen im alten Ortskern. Es geht um den Bahnhof, seinen Vorplatz, das Rathaus und sein künftiges Fortbestehen als Gebäude, das Gersprenzufer, das Hallenbad, die Fassadengestaltung – eigentlich um alle Belange öffentlichen Lebens.

Allein das Studium des vorgelegten Maßnahmenkatalog-Entwurfs kostet einige Zeit. Die zu besprechenden Maßnahmen werden die Gemeinde über Jahre, teilweise sicher Jahrzehnte beschäftigen. Das sechs bis sieben Millionen Euro schwere Programm unterstützt Projekte, die das Wohnen, Leben und Arbeiten im Ortszentrum stärken. „Für Münster bieten sich durch das Bund-Land-Förderprogramm riesige Chancen, um die Lebensqualität zu steigern und das Ortsbild attraktiver zu gestalten“, betont Bürgermeister Gerald Frank. Menschen, die das Zusammenleben in Münster bereits jetzt durch ihre ehrenamtliche oder berufliche Tätigkeit prägen und voranbringen, sollen dabei mit einer starken Stimme vertreten sein. Aus diesem Grund hatte die Gemeinde Münster Vereine, Verbände, Gewerbetreibende, Kirchengemeinden und politische Organisationen auf der Suche nach Aktiven angeschrieben, die Lust haben, an diesem spannenden Entwicklungsprozess im Rahmen einer „Lokalen Partnerschaft“ mitzuarbeiten. Zum Auftakt kamen rund 20 Interessierte aus Vereinswelt, Gewerbe, Politik und Verwaltung im Sitzungssaal des Rathauses zusammen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Jetzt darf man gespannt sein, auf wie viele Mitarbeiter die Projektwerkstatt wird bauen können.

VON THOMAS MEIER

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