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Schultüten im Trend der Zeit: Jede Generation von Erstklässlern hat ihre eigenen Vorlieben

Jonas und der Drachen

Schultüten gehen mit der Zeit: Jede Generation von Erstklässlern hat ihre eigenen Vorlieben - so auch in Münster und Eppertshausen.

Münster/Eppertshausen – Wenn man nur wüsst’, was drinnen steckt. Diese Überlegung galt sicher für den Großteil der eingeschulten Kinder auf ihrem Weg in den neuen Lebensabschnitt. „Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind? “ – egal, die Knecht-Ruprecht-Frage kommt zum ersten Schultag nicht auf und schon gar nicht in die Tüte, denn die dient der Beruhigung der wie ein Flitzebogen angespannten Nerven. Nicht zuletzt hieß sie einst ja auch Zuckertüte. 

Münster/Eppertshausen: Schultüten im Trend der Zeit

Eher kommt im Vorfeld Unruhe bei den Eltern auf, welch’ Design es denn sein soll. Denn die Schultüte ist wie alles ganz der Mode unterworfen. Zierten vor einigen Jahren noch Teletubbies und Schlümpfe die Wundertüten, so wurden die längst abgelöst von Pokemon, Manga--Figuren oder Star Wars-Kriegern. Stets up to date sind bei Mädchen seit Jahren Einhörner, Pferde und Prinzessinnen – am liebsten auf und mit rosafarbenem Hintergrund – und bei Buben Fußballer, Autos, Raketen und der Toy-Story-Cowboy. Als Unisex gehen Feuerspeier durch, Hauptsache, sie stammen aus dem Kintop-Universum von „Drachenzähmen leicht gemacht“.

Von all dem bieten die Läden und vor allem das Internet in rauen Mengen. Doch in Münster und Eppertshausen wird auch noch viel gebastelt. In Altheim gar mit und ohne Anleitung und nach Großeinkauf. Im evangelischen Kindergarten werden jedes Jahr die neuen Bastelkollektionen vorgestellt, über Sammelbestellung wird es günstiger. Und wenn sich ein paar Mütter – denn sie sind die Bastlerinnen im Hintergrund – zusammenfinden, findet sich auch immer eine Erzieherin, unter deren Anleitung das Werk auch gut gelingen soll.

Münster/Eppertshausen: Schultüte gekauft oder gebastelt

So entstand etwa die Drachentüte von Jonas (6), die Mama Julia Wardin für ihn kreierte. Was in der Tüte drin ist, wusste er bis nach der Einschulungsfeier nicht. Emmas (6) ganzer Stolz war die Schmetterlingstüte, sie wurde zuhause von Mama Judith Müller nach Töchterchens Wahl zusammengeklebt. Celina (6) entschied sich für die Regenbogenfisch-Unterwasserwelt, für die es extrabunter Wellpappe bedurfte, die Mutter Carolin Carbone besorgte. Marlon (6) meinte, die Gespensterwelt auf seiner Einschul-Trophäe vertreibe schon die bösen Geister, so schick wie Mutter Shanon Zentner das Design arrangierte. Serena Fielko, Mama von Kimi (6) aus Eppertshausen, suchte Unterstützung bei zwei Münsterer Näherinnen, die eine Stofftüte nach Ideen des Ninja-Fans entwarfen und bauten. Clou hier: Die Tüte ist ruckzuck umfunktioniert zum Kuschelkissen für die Nacht. Geleert freilich.

VON THOMAS MEIER

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