Viele Straßen gesperrt

„Sabine“ tobt sich über Kreis aus

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Die Altheimer Straße hinter dem Abzweig Aschaffenburger Straße in Dieburg war bis in den späten Vormittag unpassierbar. Mehrere Bäume mussten beseitigt und die völlig verdreckte Fahrbahn gereinigt werden.

Der Alarm aus der Leitstelle des Kreises erreichte die beiden Feuerwehren Münster und Eppertshausen gestern um 1.55 Uhr. Von diesem Moment an bis in den Nachmittag hinein hatten rund 55 Einsatzkräfte in und um ihre Kommunen herum jede Menge zu tun.

Münster/Eppertshausen – Glücklicherweise gab es keine Verletzten, dafür war aber durch Sturm Sabine viel durcheinandergewirbelt worden in Feld und Flur. Bis 6 Uhr am Morgen wurden im Landkreis 47 Einsätze gemeldet, im Laufe des Tages tröpfelten kleinere Ereignisse, gemeldet zumeist von Privatleuten, stetig nach.

Die Feuerwehr Münster rückte mit rund 30 Feuerwehrleute aus. Sie hatten an einem knappen Dutzend Einsatzstellen zu tun. Es waren mehrere Bäume umgeknickt, besonders behinderten sie auf der Munastraße, in der Friedhofstraße sowie in Altheim den Verkehr. Dachziegel stürzten zuhauf von den Dächern. Und am Morgen entdeckten Passanten auch bald, dass der Sturm offenbar das Rathausdach an der Mozartstraße beschädigte, es lagen einige zerbrochene Ziegel im Hof.

In Altheim fiel ein Baum auf ein Auto, es war glücklicherweise zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt, berichtet die Wehr.

Ein größerer Feuerwehreinsatz, der zusätzlich Zeit und Kräfte band, aber nichts mit dem Sturm zu tun hatte, war ein Anhängerbrand in Münster, der schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Der Bauhof Münster war bereits am Sonntag in Alarmbereitschaft, um die Feuerwehr unterstützen zu können, beispielsweise bei der Errichtung von Straßensperren. Und ihm oblag es gestern Vormittag, alle Spielplätze im Gemeindegebiet zu sperren. Sie werden nun auf ihre Sicherheit hin überprüft, beispielsweise, ob lose Äste herabzustürzen drohen, und erst dann wieder freigegeben. Gleiches gilt auch für die Kindertagesstätten.

Bürgermeister Gerald Frank erklärte: „Insgesamt sieht es bislang so aus, dass es für Münster – anders als im September 2018 bei Sturm Fabienne – glimpflich ausgegangen ist. In Zeiten des Klimawandels müssen wir mit ähnlichen Wetterextremen allerdings immer öfter rechnen und dürfen uns da nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Entscheidung der Kreisbürgermeister und Gemeindebrandinspektoren am Sonntagnachmittag, die Schulen und Kindergärten im Landkreis am Montag nicht zu öffnen, war vor diesem Hintergrund absolut richtig.“

Die K 180 zwischen Eppertshausen und Messel musste wegen umgestürzter Bäume ebenso gesperrt werden wie die L3095 zwischen Eppertshausen und Urberach und die K183 Richtung Hergershausen.

Letzteres konnte Bürgermeister Carsten Helfmann nur unterschreiben. Er stand am Sonntagnachmittag bereits mit allen Schul- und Kindergartenleitungen Eppertshausens in Verbindung und kommunizierte deren Entscheidungen weiter.

Als Feuerwehrmann unterstützte Helfmann die zwei Dutzend Floriansjünger, die gestern den ganzen Tag über mit umgestürzten Bäumen, verwehten Bauabsperrungen und ähnlichem in Eppertshausen beschäftigt waren. Auch mussten herrenlose Zelte abgeschlagen und mehrere halb abgedeckte Dächer gesichert werden. Außerdem versenkte der Sturm in der Kläranlage einen Rechen ins Becken, der geborgen werden wollte.

VON THOMAS MEIER

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