Auf Spurensuche

Fotogruppe „momentArt“ stellt im Arthaus aus

+
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Spuren“ im Altheimer Arthaus gehörten Sabine Hofmann und Martin Rieker.

Spuren sind weit mehr als einfache Hinterlassenschaften wie Fußabdrücke oder achtlos zurückgelassene Gegenstände. Wer genau hinsieht, sich auf Entdeckungsreise begibt und den Blick unter die Oberfläche richtet, der kann hinter einfachen Motiven Geschichten „aufspüren“.

Münster – Die Altheimer Fotogruppe „momentArt“ hat sich auf die Suche gemacht, und eine Vielzahl von Spuren entdeckt. Viele zeugen von Vergänglichkeit, manche geben kurze, flüchtige Augenblicke wider. So unterschiedlich die Fotografien sind, haben sie doch eine Gemeinsamkeit, denn sie werden selbst zu Spuren, inspirieren dazu, eigene Geschichten zu entwickeln, sich einzulassen und die Spuren weiter zu verfolgen.

„Warum wählt ‘moment-ART’ solch ein universelles Thema“, fragte Thomas Meier zu Beginn seiner Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung der Fotogruppe am Samstagabend im Altheimer Arthaus. Die Antwort ist einfach: Weil man darunter ganz viel verstehen kann. „Nachdem wir den Mikrokosmos Altheim für unsere erste Ausstellung unter die Sucher unserer Kameras genommen hatten, wollten wir uns jetzt unbegrenzter und dennoch verbindender künstlerischer Freiheit hingeben“, führte Meier, der zu der siebenköpfigen Künstlergruppe gehört, weiter aus.

Das Kollektiv, das sich regelmäßig im Arthaus zum Austausch trifft, hat sich zur Aufgabe gemacht, sich des Themas „Spuren“ anzunehmen und fotografisch auszudrücken. Es gebe mehr Spuren im Himmel und auf Erden, als sich ein Fotograf ausdenken könnte, sagte der Foto-Künstler. Herbstblätter auf einem Weg, Rinnsale am Meeresufer, abblätternde Farbschichten einer alten Mauer, Falten im Gesicht einer alten Teepflückerin – all das sind Spuren, all das erzählt Geschichten.

Was mag sich in einem Haus ereignet haben, dessen geschlossene und verwitterte Fensterläden Edgar Herrmann als Motiv gewählt hat? Welche Erwartungen und Hoffnungen hatten die Menschen, als sie es in Altheim errichteten, und wohin führte sie ihr Lebensweg? Worüber sprachen die beiden Menschen, deren Füße sich auf einem großformatigen Bild gegenüberstehen? Wer den Blick nach unten richtete, erkannte, dass die Schuhe der beiden – vermutlich diskutierenden – Menschen im Moment der Aufnahme auf den frisch geölten Holzdielen des Arthauses standen.

„Berlin Ost“ heißt das Schwarz-Weiß-Bild von Walter Schäfer, das zwei Plattenbauten an einer viel befahrenen Straße eine gewisse Ästhetik abgewinnen kann. Meier versah eines seiner Werke mit der nicht ganz ernst gemeinten Warnung: „Kann Spuren(!) von Kunst enthalten“. Die Fotografie lässt viele Interpretationen zu. Dass das abstrahierte Gesicht im Mittelpunkt des Bildes ein Radiergummi ist, der von der Hand von Meiers Tochter gehalten wird, kommt dem Betrachter nicht sofort in den Sinn.

„Die Ausstellung ist vielschichtig und spannend, weil man in den Motiven meist nicht sofort die Spuren erkennt, die der Fotograf gesehen hat“, meinte Martin Rieker, der mit Begleiterin Sabine Hofmann die Ausstellung besuchte: „Die Künstler lassen den Betrachtern ihrer Bilder die Freiheit, in ihre Bilder einzutauchen und selbst Spuren zu entdecken.“ 

Zu sehen ist die Schau von „momentArt“ am Sonntag, 2. Februar, von 14.30 bis 18 Uhr im Arthaus.

zeta

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare