„Seerich“ füllt sich

Gewerbe- und Mischgebiet fast vollständig vermarktet

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Mit dem Baugebiet „Im Seerich“, das sich am Münsterer Ortsausgang gen Altheim und B26 befindet, deckt die Gemeinde diverse Bedarfe ab. (Symbolbild)

Mit dem Baugebiet „Im Seerich“, das sich am Münsterer Ortsausgang gen Altheim und B26 befindet, deckt die Gemeinde diverse Bedarfe ab: Sie schafft Wohnraum in direkter Nachbarschaft zu den artenreichen, für die Naherholung beliebten Vogelschutz-Gebiet Hergershäuser Wiesen, aber auch Platz für Umzüge expandierender Münsterer Firmen sowie die Neuansiedlung externer Unternehmen.

Münster –  Inzwischen sind die Vermarktung des reinen Gewerbegebiets sowie des Mischgebiets im „Seerich“ fast vollständig abgeschlossen. Bei einem Dutzend Firmen steht fest, dass sie ihren Geschäften künftig von dort aus nachgehen werden. .

Für die Vermarktung der Grundstücke und der Entwicklung des Baugebiets hatte die Gemeinde von Beginn an die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (Stuttgart) ins Boot geholt. Gemeinsam plante man das Areal nicht nur so, dass das dortige Mischgebiet eine Art „Wall“ zwischen reinem Wohn- und reinem Gewerbegebiet bildet. Münster – hier besonders die Wirtschaftsförderung – machte seinen Einfluss bei der Vergabe der Gewerbe-Grundstücke an die Unternehmen auch in anderer Form geltend. So entwarf das Rathaus mehrere Kriterien, die bei der Auswahl der Ansiedlungswilligen überprüft wurden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, der Flächenverbrauch in Relation zur erwarteten Gewerbesteuer und auch die Frage, ob das Unternehmen vor Ort ausbildet, spielten eine wichtige Rolle.

Entsprechend blieben auch interessierte Investoren auf der Strecke. So etwa beim einzigen Grundstück, das im reinen Gewerbegebiet noch nicht verkauft ist: Es ist 4 800 Quadratmeter groß und liegt im Südwesten des Areals direkt an der Altheimer Straße. Dort gab es die Anfrage, einen Lkw-Rastplatz anzulegen. Was Verkehr anzieht und wenig Jobs bringt – die Gemeinde lehnte ab.

Zusagen erteilte sie gemeinsam mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung hingegen sechs anderen Unternehmen, die sich im reinen Gewerbegebiet ein Grundstück sichern durften. Auf dem größten Areal im Nordwesten, direkt neben dem Fliesen Haus, siedelt sich sozusagen der „Königstransfer“ an: Mit einer hohen zweistelligen Zahl an Mitarbeitern kommt der Medizintechnik-Spezialist Osartis aus dem benachbarten Dieburger Industriegebiet-Nord nach Münster. Osartis stieß in Dieburg räumlich an Grenzen, ist dort auf mehrere Standorte verteilt und kann sie im „Seerich“ auf 13 000 Quadratmetern zusammenfassen. Fünf weitere Firmen sind für das reine Gewerbegebiet schon fix: etwa ein Personaldienstleister, ein Garten- und Landschaftsbauer und eine Schreinerei.

Auf einen gewissen Gewerbemix achtete die Wirtschaftsförderung auch bei den gewerblichen Ansiedlungen im Mischgebiet. Dort geht es um kleinere Grundstücke von meist 700 bis 800 Quadratmetern. Ein Steuerberater, ein Maler und Lackierer sowie ein Tiefbauer sind Beispiele von Unternehmen, die dort den Zuschlag erhalten und teilweise schon mit der Bebauung und Nutzung begonnen haben. Rund die Hälfte der Betriebe zieht innerhalb Münsters um; die andere Hälfte sind Unternehmen, die in der Gersprenz-Gemeinde neu ansässig werden. Ein 700 Quadratmeter großes Grundstück hat die Gemeinde für sich reserviert, verrät aber noch nicht, was sie damit vorhat.

Kein Geheimnis ist hingegen, was mit dem noch nicht verkauften 6 000 Quadratmeter großen Grundstück direkt am neuen Kreisel zwischen „Seerich“, Feuerwehr-Stützpunkt und der früheren Diskothek „Tropical“ werden soll: Auf das Areal, auf dem auch ein Feldkreuz steht, soll ein Lebensmittelmarkt entstehen, der mit Wohnbebauung – etwa Wohnungen über dem Markt – kombiniert werden soll. Mittlerweile haben nach Auskunft der Münsterer Verwaltung mehrere Projektentwickler Entwürfe vorgelegt. Laut Bürgermeister Gerald Frank (SPD) ist mit einer baldigen Entscheidung – auch beim Marktbetreiber – , einer zweistelligen Zahl an Wohneinheiten und einem Entwicklungsstart der Fläche noch in diesem Jahr zu rechnen.

VON JENS DÖRR

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