Entlastung für die Vereine

Münster: Gratisnutzung der Altheimer Sport- und Kulturhalle

Der MGV Altheim beim Konzert „In 80 Tönen um die Welt“ in der Altheimer Sport- und Kulturhalle. Deren Nutzung ist für Ortsvereine bis Ende des Jahres nun gratis.
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Der MGV Altheim beim Konzert „In 80 Tönen um die Welt“ in der Altheimer Sport- und Kulturhalle. Deren Nutzung ist für Ortsvereine bis Ende des Jahres nun gratis.

Bis Jahresende gibt es keine Gebühren für die Nutzung von Kulturhalle, Sporthalle Altheim, Gersprenzstadion und weiteren kommunalen Liegenschaften. Dies beschlossen die Gemeindevertreter.

Münster – Münster setzt bis Jahresende seine Gebührensatzung für mehrere kommunale Liegenschaften aus. In der Sitzung der Gemeindevertreter am Mittwochabend fand ein entsprechender Antrag der CDU auch die Gunst von SPD und ALMA – mit einer kleinen Ausnahme.

Schon zu Beginn der unter strikten Hygieneauflagen im großen Saal der Kulturhalle durchgeführten Sitzung, der neben 35 von 37 Gemeindevertretern auch 30 Zuschauer und der designierte Bürgermeister Joachim Schledt beiwohnten, kam das Thema in der Bürgerfragestunde auf. Streng genommen „illegal“, denn dort gestellte Fragen an die Gemeindevertreter dürfen sich auf keinen der Tagesordnungs-Punkte desselben Abends beziehen.

Der Bürger am Mikrofon, der sich als Vertreter des Münsterer Musikvereins vorstellte, hatte allerdings auch keine Frage, sondern einen Appell: Die Gemeindevertreter sollten an das Wohlergehen der durch die Corona-Pandemie gebeutelten Ortsvereine denken, wünschte er sich. Zuletzt habe man schlechte Erfahrungen gemacht: Auf die Anfrage im Rathaus, ob man für eine Probe den großen Saal der Kulturhalle nutzen könne, habe man zwar eine bejahende Antwort erhalten – allerdings zum Preis von 300 Euro pro Nutzung. Was man gerade jetzt, da sich keine Einnahmen durch Konzerte erzielen lassen, als unbezahlbar aufgefasst habe.

Später am Abend, als der CDU-Antrag zur Aussetzung der Gebührensatzung an der Reihe war, klang der christdemokratische Fraktionsvorsitzende Thorsten Schrod ähnlich: „Corona ist in aller Munde. Ganz besonders betroffen sind unsere Vereine.“ Diese generierten ihre Einnahmen neben den Mitgliederbeiträgen „vor allem aus Veranstaltungen“, die gerade entfielen. Deshalb müsse die Gemeinde den Vereinen zumindest auf deren Ausgabenseite entgegenkommen: „Man kann nicht immer von Vereinsförderung reden, man muss sie auch umsetzen!“, forderte Schrod.

Darüber gab es auch keinen Dissens. Gerhard Bonifer-Dörr, Fraktionschef der ALMA, ging sogar noch weiter: Da Corona längst nicht ausgestanden sei, „müssen wir uns für 2021 vielleicht ähnlich verhalten“. Ob die kommunalen Liegenschaften Münsterer Vereinen dann weiterhin gratis zur Verfügung gestellt werden, müsse man Ende des Jahres erneut auf den Prüfstand stellen.

Am Mittwoch machten die Gemeindevertreter erstmal einstimmig Nägel mit Köpfen für 2020: Die ortsansässigen Vereine dürfen bis Jahresende das Gersprenzstadion, die Gersprenzhalle, die Sport- und Kulturhalle Altheim, das Gustav-Schoeltzke-Haus in Altheim, die Mehrzweckräume des Storchenschulhauses, die Freizeitzentren in Münster und Altheim, den Abtenauer Platz, den Rathaus-Platz und das Rathaus-Foyer gebührenfrei nutzen.

Zudem bekommen die Vereine jene Gebühren, die sie seit dem Lockdown am 16. März an die Gemeinde entrichtet haben, zurückgezahlt. Die CDU war in ihrem Antrag noch weiter gegangen und hatte eine Erstattung der seit dem 1. Januar gezahlten Gebühren gefordert. Da gingen SPD und ALMA jedoch nicht mit, da sich ihnen die Logik nicht erschloss, Gebühren aus einer Zeit zurückzuzahlen, in der die Vereine noch keine Corona-Nöte hatten. Allerdings bewegt sich der Betrag der von Januar bis Mitte März gezahlte Gesamtbetrag mit 1 000 Euro in überschaubaren Grenzen. VON JENS DÖRR

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